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Börsenverein: Gesellschaft braucht Regeln für die Freiheit im Netz

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Dienstag, den 11. Oktober 2011 um 11:56 Uhr
Zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2011 warnt der Vorsteher des Börsenvereins vor zunehmender Piraterie im Netz / Thema hat zu geringen Stellenwert in Politik und Gesellschaft.

Auf die Gefahren, die sich durch die zunehmende Digitalisierung von Inhalten ergeben, wies Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse 2011 hin. „Die Gesellschaft braucht kein neues Urheberrecht – sie braucht Regeln für die Freiheit im Netz“, sagte Honnefelder bei der Pressekonferenz am Vormittag. Rund 60 Prozent aller aus dem Netz heruntergeladenen elektronischen Bücher seien in Deutschland im vergangenen Jahr illegal heruntergeladen worden. Dabei sei der Markt noch sehr klein. „Ich bin überzeugt: Bei der kriminellen Energie einzelner Internetplattformen gibt es jedes Buch, das es legal gibt, irgendwann auch illegal. Deshalb muss es genügend Leser und Mediennutzer geben, die sich legal verhalten.“ Dafür brauche man nicht nur hervorragende digitale Angebote von Verlagen – die es auch bereits gebe, sondern ebenfalls spürbare Sanktionen für rechtswidriges Handeln. Noch habe das Thema einen zu geringen Stellenwert in Politik und Gesellschaft.

Er betonte, 81 Prozent derjenigen, die selbst Medieninhalte illegal herunterladen, glaubten, dass die Versendung von Warnhinweisen dazu führen würde, dass illegales Filesharing eingestellt werde. Ein solcher Ansatz könne also so falsch nicht sein. „Deshalb fordern wir von der Politik, die Internet-Provider verpflichtend in solche Maßnahmen einzubeziehen. Ohne sie ist ein Warnhinweismodell nicht umsetzbar.“

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Interessenvertretung der deutschen Buchhändler, Zwischenbuchhändler, Antiquare und Verleger gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Er hat rund 5700 Mitglieder. Gegründet wurde der Börsenverein 1825. Im Zentrum seiner Arbeit steht das Engagement für den Erhalt der Buchpreisbindung und für ein faires Urheberrecht. Der Kultur- und Wirtschaftsverband veranstaltet die Frankfurter Buchmesse, vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis und engagiert sich in der Leseförderung.

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