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Der Naumburger Meister |
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| Samstag, den 03. September 2011 um 09:58 Uhr |
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Unter dem Titel „Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“ findet in Naumburg die Landesausstellung Sachsen-Anhalts statt. Sie wird gemeinsam von der Stadt Naumburg und den Vereinigten Domstiftern zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz durchgeführt und steht unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merkel, und des Präsidenten der Republik Frankreich, Nicolas Sarkozy. Der Werktrupp von Bildhauern und Steinmetzen, mit dem sich der Name „Naumburger Meister“ verbindet, nahm innerhalb des Bauhüttenwesens des europäischen Mittelalters eine herausragende Stellung ein. Nach der Ausbildung an den nordfranzösischen Kathedralbauten der Île de France, der Champagne und Picardie in den 1220er-Jahren führte ihr Weg über die Grenzen des Königreichs Frankreich hinaus, über Mainz nach Naumburg und Meißen. Die Anzahl und vor allem die Qualität der erhaltenen Skulpturen sind von weltweitem Rang. Innerhalb der Forschung besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass die konkreten Ansatzpunkte für den Naumburger Meister als Architekten und Bildhauer am 1211 begonnenen Neubau der Kathedrale von Reims vorzufinden seien. An einem Bau, der sich durch einen besonders reichen Bestand an Skulptur in oft neuartiger Verbindung mit der Architektur auszeichnet. Allein schon der Laufgang vor den Fenstern, ein charakteristisches Baumotiv des Westchors in Naumburg, verweist auf die enge Beziehung zur Reimser Kathedrale. Im Bereich von Chor und Querhaus beobachtet man dort zahlreiche Verknüpfungen vor allem mit den bildhauerischen Schöpfungen des Naumburger Meisters und den jenen zu Grunde liegenden Gestaltideen – von der Intensivierung figürlicher Erscheinung durch den architektonischen Kontext bis hin zu einem erweiterten mimischen, auf Individualisierung hinzielenden Ausdrucksvermögen. In der Mitte des 13. Jahrhunderts gelangte der Meister nach Naumburg, wo er für die Planung, Ausstattung und Ausführung des Westchores verantwortlich war. Auftraggeber für die Arbeiten am Westchor war der damalige amtierende Bischof Dietrich II.. Weltbekannt ist der Naumburger Dom vor allem durch die Arbeiten des Naumburger Meisters, eines namentlich unbekannten Architekten und Steinbildhauers. Die im Naumburger Westchor geglückte Verbindung von Architektur, Plastik und Glasmalerei ist in ihrer Art einzigartig. Mit Recht kann man bei den Arbeiten im Naumburger Dom von dem Hauptwerk dieses Steinbildhauers sprechen, wovon sich auch die Namensgebung des Meisters ableitet. Insbesondere faszinieren die Reliefs zur Passionsgeschichte am Westlettner und die zwölf lebensgroßen Stifterfiguren im Westchor durch ihre unvergleichliche Wirklichkeitsnähe und Ausdruckskraft. Der in der Mitte des 13. Jahrhunderts von der Werkstatt des Naumburger Meisters geschaffene Stifterzyklus zählt zu den bekanntesten Werken der deutschen Frühgotik. Es handelt sich um zwölf lebensgroße Figuren aus Stein – monumentale Denkmale für acht Männer und vier Frauen des Hochadels. Bis heute wirft der Zyklus hinsichtlich seiner Bedeutung und vor allem der Entschlüsselung seiner reichen Symbolik viele Fragen auf. Die 12 lebensgroßen Stifterfiguren weisen eine für die damalige Zeit unvergleichliche Wirklichkeitsnähe und individuelle Ausdruckskraft auf. Die Skulpturen des Naumburger Meisters sind in ihrem frühgotischen „Realismus“ und der Darstellung von Laien an herausragender Stelle des westlichen Sanktuariums singulär in der europäischen Kunst des 13. Jahrhunderts. Vor allem die Stifterfigur Uta von Ballenstedt vermag jährlich tausende Besucher in ihren Bann zu ziehen. Hoheitsvoll-aristokratisch aber auch unnahbar kühl - eine Frauengestalt voller Mystik. Ihre Gestalt und charakteristischen Gesichtszüge haben für Generationen das Bild der mittelalterlichen adeligen Frau schlechthin geprägt. Viele hielten sie – und halten sie noch immer – für die schönste Frau des deutschen Mittelalters. Über das Leben der um das Jahr 1000 geborenen Uta von Ballenstedt ist nicht viel bekannt. Sie war die Tochter eines Grafen aus Ballenstedt (Harz) und gehörte zu den Vorfahren der späteren Askanier. Durch ihre Ehe mit Ekkehard II. wurde sie Markgräfin von Meißen, und als solche fand sie Aufnahme in den Reigen der Naumburger Stifter. Ihre Begräbnisstelle befand sich vor dem Kreuzaltar des ersten Naumburger Doms. Ihr um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstandenes Bild begründete schon im 19. Jahrhundert einen facettenreichen Kult, der bis heute ungebrochen ist. Dank der engen Kooperation mit zahlreichen Museen, Institutionen und Wissenschaftlern des In- und Auslandes kann sich zum ersten Mal ein international ausgerichtetes Ausstellungsvorhaben dem Werk des Naumburger Meisters und seiner Verortung im europäischen Kontext der Mitte des 13. Jahrhunderts widmen. Hochkarätige Kunstwerke der Skulptur, der Schatzkunst sowie der Glas- und Buchmalerei aus ganz Europa ermöglichen einzigartige Einblicke und Einsichten in den Kultur- und Kunstaustausch des europäischen Hochmittelalters. Neben dem Musée Monuments Français in Paris unterstützt u.a. auch das Musée du Louvre offiziell die Landesausstellung in Sachsen-Anhalt. Die Naumburger Landesausstellung vermag erstmals, den Großteil des mit dem Naumburger Meister in Verbindung gebrachten Œuvres in Naumburg in Form von Originalen und Abformungen zu versammeln. Die Ausstellung verbindet mehrere Orte in der Domfreiheit und in der Bürgerstadt Naumburg. Mit den Ausstellungsorten Schlösschen am Markt, dem Dom St. Peter und St. Paul mit der Marienkirche am Dom und der Domklausur sowie dem Stadtmuseum Hohe Lilie steht eine Ausstellungsfläche von 2.500 qm zur Verfügung, auf der ca. 500 hochkarätige Kunstwerke präsentiert werden. Die Johanneskapelle auf dem Domfriedhof sowie die Kapelle der Ägidienkurie erwarten die Besucher ebenso wie der rekultivierte Domgarten mit der mittelalterlichen KinderDomBauhütte und dem „Garten des Naumburger Meisters“ – ein Garten, der in Natur jene Pflanzenwelt zeigt, die der Bildhauer an den Kapitellen des Lettners wiedergab. Die Naumburger Wirkungsstätte des Meisters liegt in der traditionsreichen mittelalterlichen Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut. Neben dem Zisterzienserkloster Schulpforte, den Domen zu Merseburg und Zeitz, der Schönburg, der Rudelsburg und der Burg Saaleck sind die Neuenburg und die Stadtkirche St. Marien in Freyburg Korrespondenzstandorte der Ausstellung. Sie alle halten zur Landesausstellung besondere Angebote für Besucher bereit. Ein umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm mit Konzerten, Theateraufführungen, Lesungen, Gottesdiensten und Sonderführungen begleitet die Landesaustellung in Naumburg und der Region. Die Landesausstellung wird gefördert mit freundlicher Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, der Bundesrepublik Deutschland, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Burgenlandkreis, der Lotto Sachsen-Anhalt GmbH, der Kulturstiftung der Länder sowie zahlreicher weiterer Förderer. Anlässlich der Landesausstellung Sachsen-Anhalts 2011 „Der Naumburger Meister – Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen“ erscheint ein zweibändiger Katalog: "Der Naumburger Meister - Bildhauer und Architekt im Europa der Kathedralen" Im Auftrag der Vereinigten Domstifter zu Merseburg, Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz . Hrsg. von Prof. Dr. Hartmut Krohm und Dr. Holger Kunde. Gesamtredaktion: Guido Siebert 2 Bände, 1568 Seiten, ca. 800 Abbildungen, Hardcover, ca. 22 x 28 cm 2011, Michael Imhof Verlag, Petersberg, ISBN 978-3-86568-600-8 68,00 € (Buchhandelsausgabe), 49,95 € (Museumsausgabe) Die Landesausstellung ist vom 29. Juni bis zum 2. November 2011 zu sehen: Domplatz 16/17 in 06618 Naumburg Öffnungszeiten: Samstag bis Donnerstag: 10.00-19.00 Uhr. Langer Freitag: 10.00-22.00 Uhr www.naumburgermeister.eu |




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