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Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts für „Wildes Herz“

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Montag, den 06. November 2017 um 14:28 Uhr
Der Film „Wildes Herz“ von Charly Hübner und Sebastian Schultz erhält in diesem Jahr den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts. Jedes Jahr wird eine herausragende filmische Arbeit für den besten langen deutschen Dokumentarfilm ausgezeichnet, die einen Beitrag zu gesellschaftspolitischen Diskursen im Ausland leistet. Die feierliche Preisverleihung fand am 4. November 2017 beim 60. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm statt.
 
Bei der diesjährigen Verleihung des Dokumentarfilmpreises im Rahmen des DOK Leipzig zeichnete das Goethe-Institut den Film „Wildes Herz“ von Charly Hübner und Sebastian Schultz aus. Der Dokumentarfilm zeigt, wie sich der Sänger Jan „Monchi“ Gorkow und seine Punkband „Feine Sahne Fischfilet“ gegen Rechtsradikalismus und Rassismus, aber auch gegen Abwanderung und Perspektivlosigkeit in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern zur Wehr setzen.
 
Die Begründung der Jury: „‚Wildes Herz‘ ist das mitreißende Portrait eines Menschen in all seiner Widersprüchlichkeit: Dem Film gelingt der fast unmögliche Spagat zwischen Liebeserklärung an die einnehmende, fast brachiale Energie seiner Hauptfigur und gleichzeitig kritischem Blick auf dessen Einstellung. Weder die Filmemacher noch ‚Monchi‘ selbst erliegen dabei der Versuchung, ihn zu idealisieren. Er bleibt eine ambivalente Figur. Niemals oberflächlich, niemals verklärend, ist es gleichzeitig ein Film über die große Verbundenheit zur Heimat – trotz aller Reibung, die dabei für den Protagonisten und seine Band entsteht.“
 
Die Regisseure Charly Hübner und Sebastian Schultz über den Preis: „Wir sind sehr froh, dass die Lust auf das Hinhören unsererseits so viel Lust bereitete beim Zuschauen Ihrerseits, und wir uns nun in all den Themen dieser Tage gestärkt fühlen im Weitermachen. Riesenfreude, dass die Jury ,Wildes Herz‘ ausgewählt hat und ein Dank an das Goethe-Institut, das dem Film die Chance gibt, im Ausland gezeigt zu werden.“
 
Neben cineastischen Kriterien ist für die Auswahl des Films besonders der Deutschlandbezug in Verbindung mit einer interkulturellen oder globalen Perspektive von Bedeutung. Dank des Preises kann der Film weltweit gezeigt werden und einen Beitrag zu gesellschaftspolitischen Debatten in den Gastländern leisten.
 
Den Jury-Vorsitz 2017 hatte der Regisseur Jakob Schmidt, der im vorigen Jahr für seinen Film „Zwischen den Stühlen" mit dem Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet wurde. Das Goethe-Institut war mit Noni Lickleder (Goethe-Institut Zentrale) und N'zi Kouassi Alexandre Dieu-Donné (Goethe-Institut Elfenbeinküste) vertreten.
 
Der Gewinner erhält ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro. Zusätzlich erwirbt das Goethe-Institut die internationale Lizenz für den Film, übernimmt die Untertitelung in mindestens acht Sprachen und zeigt den Film innerhalb seines internationalen Netzwerks.
 
Das Goethe-Institut ist weltweiter Botschafter des deutschen Films. Es kooperiert mit zahlreichen internationalen Filmfestivals, Cinematheken und anderen Partnern. Der deutsche Dokumentarfilm ist aufgrund seiner besonderen Ästhetik und Vielseitigkeit schon immer fester Bestandteil im Repertoire der Auslandsinstitute. Derzeit sind mehr als die Hälfte aller Filme, die das Goethe-Institut seinem internationalen Publikum präsentiert, dokumentarisch.
 
Bisherige Preisträger des Dokumentarfilmpreises:
 
2016: „Zwischen den Stühlen“ (Jakob Schmidt) 
2015:  „Overgames" (Lutz Dammbeck)
2014: „Die Böhms – Architektur einer Familie" (Maurizius Staerkle-Drux)
2013: „Land in Sicht" (Judith Keil und Antje Kruska)
2012: „Vergiss mein Nicht" (David Sieveking)
2011: „Peak" (Hannes Lang)
2010: „How to Make A Book With Steidl" (Gereon Wetze und Jörg Adolph)
2009: „Shanghai Fiction” (Julia Albrecht und Busso von Müller)
2008: „Zuletzt befreit mich doch der Tod” (Beate Middeke)
2007: „The Halfmoon Files” (Philip Scheffner)
2006: „Die Unzerbrechlichen” (Dominik Wessely)
2005: „Mein Bruder – We'll Meet Again” (Thomas Heise)
2004: „Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?” (Gerhard Friedl)
2003: „Für den Schwung sind Sie zuständig” (Margarete Fuchs)
 
Quelle: Goethe-Institut e.V.

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