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Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der Republik Korea

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Dienstag, den 12. September 2017 um 16:55 Uhr
Mit der Sonderausstellung „The Dream of a King“ präsentieren sich die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) erstmals in der Republik Korea (Südkorea) und zeigen dort die bisher größte deutsche Ausstellung. Die Ausstellung umfasst rund 130 Exponate aus dem Grünen Gewölbe, der Rüstkammer und der Porzellansammlung und wird an zwei Orten gezeigt: zunächst im National Museum of Korea in Seoul (19. September bis 26. November 2017), danach im rund 270 km südlich gelegenen Gwangju National Museum (19. Dezember 2017 bis 8. April 2018).

Ein König hatte einen Traum. August der Starke (1670–1733) – seit 1694 Kurfürst von Sachsen und seit 1697 König von Polen – war ein leidenschaftlicher Sammler von kostbaren Schatzkunststücken, prunkvollen Jagdwaffen und exquisiten Porzellanen. Seinen Hof wollte er in ein barockes Gesamtkunstwerk verwandeln. Dies geschah ab 1723 mit der Einrichtung des Grünen Gewölbes, das zu den ältesten Museen Europas gehört, mit dem weiteren Ausbau der Rüstkammer und schließlich mit dem systematischen Sammeln von asiatischem und Meißner Porzellan, das im Japanischen Palais seine Heimstätte finden sollte. Die Ausstellung vermittelt einen lebendigen Eindruck von der Person Augusts des Starken, seiner Sammelleidenschaft und von der besonderen Inszenierung seiner Kunstschätze.

Gleich zu Beginn wird der Herrscher mit Porträt, Staatsgewand und Prunkwaffen aus der Rüstkammer vorgestellt. Anschließend schaffen 35 originalgroße Fotografien der Wände des Historischen Grünen Gewölbes den Rahmen für die Präsentation ausgewählter Beispiele der Schatzkunst aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Die hochaufgelösten Fotografien stammen von dem Dresdner Architekturfotografen Prof. Jörg Schöner (*1944), der eigens zu diesem Zweck ein spezielles Verfahren entwickelte: Hunderte von Einzelaufnahmen, am Computer zu einem einzigen Datensatz verarbeitet, erlauben es, Wandaufrisse ebenso wie Einzelobjekte weit über den Originalmaßstab hinaus gestochen scharf zu reproduzieren. Die Aufnahmen, die zur vertieften Betrachtung einladen, geben in Verbindung mit den originalen Werken einen authentischen Einblick in die einzigartige Raumwirkung des Historischen Grünen Gewölbes. Unter den Werken, die teils aus dem Neuen und dem Historischen Grünen Gewölbe stammen, sind Objekte aus Elfenbein und Bergkristall, kostbare Goldschmiedearbeiten und Bronzeskulpturen sowie Schmuckstücke aus den Juwelengarnituren Augusts des Starken.

Noch während der Fertigstellung des Grünen Gewölbes begann August der Starke mit den Planungen für die Aufstellung seiner Porzellansammlung im Japanischen Palais am rechten Elbufer. Detaillierte und fein lavierte Wandaufrisse zeigen, dass die Vasen, Geschirre und Figuren ähnlich wie im Grünen Gewölbe in symmetrischen Wandarrangements auf vergoldeten Konsolen präsentiert werden sollten. Jeder Raum des Palais sollte dabei einer besonderen Art des chinesischen oder japanischen Porzellans in einem je typischen Farbklang gewidmet sein. Entsprechend der originalgroßen Aufnahmen vom Historischen Grünen Gewölbe zeigt die Ausstellung in diesem Bereich stark vergrößerte Aufrisszeichnungen der im 18. Jahrhundert entworfenen und nicht realisierten Pläne des Japanischen Palais. Vor den Wänden werden ausgewählte Porzellane, den historischen Abbildungen in Proportion und Umrissen ähnlich, präsentiert.

Während die Vision eines barocken Gesamtkunstwerks mit der Ausstattung des Grünen Gewölbes Wirklichkeit wurde, blieb die Idee der Einrichtung eines Porzellanschlosses ein unerfüllter Traum. August der Starke starb, bevor die Ausstattung vollendet werden konnte. Unter seinem Sohn und Nachfolger August III. wurde Porzellan zu einem exklusiven Gebrauchsgut, das von der Wand auf die Tafel wanderte. Die beiden frühesten Hofservice, die der König in der ersten europäischen Porzellanmanufaktur im nahegelegenen Meißen beauftragt hatte, sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.

Die Ausstellung „The Dream of a King – Masterpieces from the Dresden State Art Collections“ bildet den Auftakt einer mehrjährigen Kooperation zwischen den SKD und dem National Museum of Korea, auf den zu einem späteren Zeitpunkt in Dresden eine Ausstellung mit koreanischer Kunst folgen wird.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, sagt: „Vielfalt zeichnet uns aus: In aller Welt sind die Objekte der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu Hause. Verstärkt widmen wir uns Fragen nach dieser transkulturellen Vergangenheit unserer Sammlungen und erzählen Geschichten, die bisher verborgen schienen. Das Entdecken jener globalen Bezüge verweist auf die eng miteinander verzahnte Geschichte von Dresden mit der Welt. Besonders die Geschichte (n) um August den Starken als Förderer von Kultur und leidenschaftlichen Sammler von Kunst zeigen, wie Bilder, Formen, Ideen und Konzepte scheinbare Kulturgrenzen überwinden können. Im intensiven Austausch mit internationalen Partnern und weltweiter fachlicher Vernetzung können gerade diese historischen Artefakte als kulturelle Botschafter eines weltoffenen Dresdens fungieren. Umso mehr freue ich mich über die Kooperation zwischen den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem National Museum of Korea in Seoul, die nicht nur die Ausstellung „The Dream of a King“ in der Republik Korea, sondern auch zukünftige Projekte hier in Dresden ermöglichen wird.“

Eva-Maria Stange, Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, sagt: „Die Beziehungen zwischen dem Freistaat Sachsen und der Republik Korea sind seit vielen Jahren von einem intensiven Austausch im Bereich der Politik und Wirtschaft, aber auch der Kunst und der Wissenschaft geprägt. Ich freue mich außerordentlich, dass der im vergangenen Jahr von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem National Museum of Korea unterzeichnete „Letter of Intent“ mit der Ausstellung der SKD, „The Dream of a King“, so rasch Früchte trägt. Wir sind stolz darauf, diese erste große Ausstellung eines deutschen Museums in Korea überhaupt mit Spitzenwerken aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bestreiten zu können. Die Ausstellung zeugt nicht nur von künstlerischen und handwerklichen Fähigkeiten, sondern auch von den frühen internationalen Handelsbeziehungen Sachsens mit der Welt. Ohne diese Netzwerke wäre die Zusammenstellung der Objekte, die die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden heute bewahren, nicht möglich gewesen.“

Quelle: Staatliche Kunstsammlungen Dresden

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