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Investigativreporter aus Mazedonien ist der letzte der diesjährigen Gäste der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

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Dienstag, den 15. August 2017 um 17:26 Uhr
Den Verfolgungsdruck durch die mazedonische Justiz kennt der unbequeme Journalist Tomislav Kezarovski schon lange. Gerade in den Wochen vor seiner Ausreise aber sei es noch einmal be­sonders schlimm gewesen, sagte der investigative Reporter aus Mazedonien nach seiner Ankunft am 14. August 2017: „Jetzt will ich versuchen, mich von diesem permanenten Gefühl der Angst zu befreien.“
 
Kezarovski begann seine journalistische Karriere 1999 bei der Tageszeitung Utrinski Vesnik in Skopje. Jeweils in 2003 und 2013 zeichnete ihn das Mazedonische Medieninstitut mit dem Preis für die beste investigative Reportage aus. Bis Mitte 2013 arbeitete er bei der Zeitung Nova Makedonija. Dann wurde der Reporter das Opfer einer staatlichen Justizintrige.
 
Basierend auf einer falschen Anklage wurde Kezarovski am 28. Mai 2013 verhaftet. Obwohl er vor Gericht alle Beschuldigungen widerlegen konnte, wurde er in erster Instanz zu vier Jahren Haft verurteilt, die nach fünf Monaten hinter Gittern in Hausarrest umgewandelt wurden. Das Appellationsgericht halbierte dann immerhin das Strafmaß, auf das die Haftzeit und der Hausarrest angerechnet wurden.
 
Aber die Justizbehörden hatten ihr Ziel erreicht: Sie hatten eine andere und für die Regierung unbequeme Recherche Kezarovskis und erfolgreich gestoppt.
 
Der regierungskritische Verleger Nikola Mladenov hatte in seiner unabhängigen Zeitschrift Fokus den mazedonischen Regierungschef Nikola Gruevski und sein Netzwerk aus Korruption und Vetternwirtschaft immer wieder kritisiert. Ende März 2013 war Mladenov bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben gekommen. Bis heute weigern sich die Ermittlungsbehörden, die von Kezarovski am Unglücksort entdeckten und veröffentlichten Widersprüche zum offiziellen Unfallbericht zu untersuchen.
 
Seit seiner Entlassung bei Nova Makedonija kann Tomislav Kezarovski in Mazedonien nicht mehr journalis­tisch arbeiten. Jede Niederlage vor Gericht beantworten die Strafverfolger mit neuen Anklagen. Zuletzt musste Kerazovski jederzeit mit seiner erneuten Verhaftung rechnen.
 
Am Fall Kerazovski zeigt sich die demokratiefeindliche und repressive Politik des Gruevski-Regimes. Auch nach dem Machtwechsel im vergangenen Juni sind dessen Unterstützer auf ihren Positionen geblieben. Anzeichen für einen Politikwandel des EU-Mitgliedskandidaten Mazedonien gibt es nicht. Xhabir Deralla, Präsident der mazedonischen Men­schenrechtsorganisation "Civil Center for Freedom", bezeichnet die Verfolgungdes Journalisten Kerazovski daher als "augenfällige Belege für eine zutiefst politisierte Justiz." Die Bewerbung Kezarovskis für ein Stipendium der Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte wurde von Reporter ohne Grenzen und dem Civil Center for Freedom/Skopje unterstützt.
 
Quelle: Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte

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