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EU fördert Academia Baltica mit 300.000 Euro

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Dienstag, den 01. August 2017 um 11:41 Uhr

Mit rund 300.000 Euro aus dem Programm "ERASMUS+" unterstützt die Europäische Union ein internationales Projekt der Academia Baltica im Akademiezentrum Sankelmark bei Flensburg zur Geschichte des Ostseeraums. Das schleswig-holsteinische Europaministerium hatte Projekt und Antragstellung unterstützt.


Europaministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack: "Die Beschäftigung mit unserer gemeinsamen Geschichte im Ostseeraum ist wichtiger denn je. Sie hilft uns, politische Differenzen der Gegenwart besser zu verstehen und kann idealerweise dazu beizutragen, sie aufzulösen. Ich freue mich daher sehr, dass die ostseepolitisch so wichtige Hintergrundarbeit der Academia Baltica auch von der EU finanziell gefördert wird und ich wünsche der Academia Baltica und ihren Partnern viel Erfolg."
 

Zehn Partner aus sieben Ländern des Ostseeraums sind an dem Geschichtsprojekt beteiligt. "Ein gemeinsamer Blick auf die Geschichte der Region existiert bisher nicht. Die Geschichte des Ostseeraums ist nicht abgeschlossen. Sie beeinflusst auch unsere Gegenwart", so Akademieleiter Dr. Christian Pletzing. Ob die Gründung eines Europäischen Hansemuseums in Lübeck, der Streit und die gewalttätigen Auseinandersetzungen um die Versetzung des "Bronzesoldaten" im estnischen Tallinn im Jahr 2007 oder die deutsch-polnischen Debatten um den Zweiten Weltkrieg – die Geschichte verbinde die Ostseeanrainer, und sie trenne sie zugleich.
 

Hier setzt das Projekt der Academia Baltica und ihrer Partner an. Es will europäische Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und die unterschiedlichen Perspektiven in einem innovativen Lernkonzept für die Erwachsenenbildung sichtbar machen. Auf dieser Grundlage können eingeengte nationale Sichtweisen, die vielfach noch den Geschichtsunterricht und die Wahrnehmung von Geschichte bestimmen, für transnationale und europäische Beziehungen geöffnet werden.
 

Von 2017 bis 2019 wird ein Lernkonzept für die Erwachsenenbildung entwickelt. Es umfasst einen Leitfaden "Geschichte multiperspektivisch schreiben", ein Online-Tutorium, die Entwicklung von Lernmaterialien und eine Online-Plattform. Für die technische Umsetzung zeichnet die Fachhochschule Lübeck verantwortlich. Weitere Projektpartner sind die polnische NGO „Stiftung Borussia“, das Stadtarchiv Reval/Tallinn sowie die Universitäten Stettin/Szczecin, Aarhus, Kaunas, Riga (Stradiņs), Tartu und Växjö.
 

Das Ostseegeschichtsprojekt ist eines der Vorzeigeprojekte der EU-Ostseestrategie, welche die ostseeweite Zusammenarbeit in 13 prioritären Politikfeldern voranbringen will. Das schleswig-holsteinische Europaministerium ist gemeinsam mit dem polnischen Kulturministerium Koordinator des Politikbereichs „Kultur“ der EU-Ostseestrategie und begleitet und unterstützt das Ostseegeschichtsprojekt auch in dieser Funktion.

Quelle: Ministerium für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung Schleswig-Holstein

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