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Jakob Muth-Preis für inklusive Schule wird am 21. Juni 2017 in Rostock verliehen

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Dienstag, den 13. Juni 2017 um 11:04 Uhr
Inklusion gehört zu den großen Herausforderungen des deutschen Schulsystems. Zwar sind in allen Bundesländern die politischen Weichen für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf gestellt. Allerdings wird vielerorts die Kritik immer lauter, dass die derzeitige Ausstattung dazu beiträgt, dass sich Lehrer, Eltern, Kinder und Jugendliche von der Situation überfordert fühlen. Der Jakob Muth-Preis zeigt, wie Inklusion gelingen kann, auch unter manchmal schwierigen Rahmenbedingungen.

Der 2009 ins Leben gerufene Jakob Muth-Preis für inklusive Schule geht in diesem Jahr an den Schulcampus Rostock-Evershagen und damit zum ersten Mal an eine Bildungseinrichtung in Mecklenburg-Vorpommern, an die Antonius-von-Padua-Schule im hessischen Fulda und die Geschwister-Prenski-Schule in Lübeck, Schleswig-Holstein. Ausgezeichnet wird auch die niedersächsische Stadt Oldenburg mit der AG Inklusion an Oldenburger Schulen, die das gemeinsame Lernen in allen Schulen systematisch unterstützt und voranbringt.

Die ausgezeichneten Bildungseinrichtungen zeigen, dass viele Schulen und Schulverbünde in Deutschland trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen bereits auf hohem Niveau inklusiv arbeiten. Projektträger des Jakob Muth-Preises sind die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, die Deutsche UNESCO-Kommission und die Bertelsmann Stiftung. Der Jakob Muth-Preis wird am 21. Juni 2017 in Rostock verliehen. Die Einzelschulen erhalten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro; der Schulverbund bekommt 5.000 Euro. „Mit der Verleihung des Jakob Muth-Preises zeichnen wir seit Jahren Schulen aus, die zeigen, dass inklusives Lernen an allen Schulformen gelingen kann“, sagte Verena Bentele bei der Bekanntgabe der Preisträger. 

Der Schulcampus Rostock-Evershagen überzeugte die Jury mit seinem umfassenden Inklusionsverständnis. Unabhängig vom diagnostizierten Förderbedarf werden alle der rund 1000  Kinder und Jugendlichen in den Blick genommen und durch ein gut funktionierendes Netzwerk sowohl im Alltag als auch in schwierigen Lebenssituationen vorbildlich unterstützt.

Auch an der Geschwister-Prenski-Schule in Lübeck gelingt es vorbildhaft, durch ein gebundenes Ganztagsangebot und eine gute Vernetzung mit einem unterstützenden Umfeld das gemeinsame Lernen für alle Kinder und Jugendliche zu begünstigen. Ein besonderer Fokus der Schule, die knapp 800 Schülerinnen und Schüler besuchen, liegt auf der offenen und konstruktiven Lernatmosphäre, die den Umgang miteinander in der gesamten Schulgemeinschaft auszeichnet.

An der im Jahr 1908 gegründeten Antonius-von-Padua-Schule in Fulda lernten bis zum Schuljahr 2013 ausschließlich Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Beginnend mit dem Schuljahr 2014 wurde aus der Grundstufe der Förderschule eine inklusive Grundschule, die nun mit dem Jakob Muth-Preis ausgezeichnet wird. Unter dem Motto „Die Schülerschule – gemeinsam sind wir Klasse“ lernen die Kinder klassenübergreifend von- und miteinander und können sich individuell entwickeln und lernen. Neben gut durchdachter Didaktik trägt auch die offene Architektur mit nur wenigen Türen und vielen verschiedenen Arbeitsorten dazu bei, dass das gemeinsame Lernen gelingt. „Die Antonius-von-Padua-Schule zeigt, dass Inklusion sehr unterschiedlich umgesetzt werden kann. Hier öffnet sich eine Förderschule für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele. 

Inklusionsarbeit in ganz besonderem Sinne leistet die im Jahr 2012 gegründete Arbeitsgemeinschaft „Inklusion an Oldenburger Schulen“. In der niedersächsischen Stadt wird seit dem Ratsbeschluss, sich auf den Weg zur inklusiven Stadt zu machen, gemeinsame Sache gemacht. Die AG hat mittlerweile über 60 Mitglieder aus Selbsthilfegruppen, Schulen, Stadtelternrat, Stadtschülerrat, Landesschulbehörde, freien Trägern, Politik und Stadtverwaltung. Zu den öffentlichen AG-Sitzungen ist jeder willkommen und kann Fragen einbringen. Das Ziel der AG-Arbeit ist es immer, stadtweite Lösungen für Herausforderungen zu finden. Wenn nötig, werden dazu inhaltliche Unter-AGs gegründet. So sind etwa schon stadtweite Lösungen zum Übergang zwischen Kita und Grundschule gefunden, ein System für budgetierte Schulbegleitung eingeführt und die Frage des Schülertransportes stadtweit geregelt worden. Eine der ersten und wichtigsten Fragen der AG und der Unter-AGs ist dabei immer: „Wer fehlt?“ Damit gelingt es in Oldenburg vorbildlich, in der AG gemeinsame Sache zu machen.  

Inklusion ist in der Globalen Bildungsagenda, die bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden soll, verankert. Inklusion im Bildungsbereich bedeutet, dass allen Menschen die gleichen Möglichkeiten offen stehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale entwickeln zu können, unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, einer Behinderung, Herkunft, Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen.

In Deutschland ist Inklusion eine der größten schulpolitischen Aufgaben. Deutschland hat sich im Jahr 2009 mit der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, allen Kindern den Besuch einer Regelschule zu ermöglichen. Die Bundesländer setzen den gemeinsamen Unterricht sehr unterschiedlich um. Zwar öffnen sich mehr Schulen für das gemeinsame Lernen. So besuchen inzwischen 37,7 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf allgemeine Schulen (Klemm/ KMK 2016). 2009 waren es noch 18,4 Prozent. Allerdings ist der Anteil an Schülerinnen und Schülern, die Förderschulen besuchen, nur geringfügig gesunken. Dafür wird bei mehr Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert als vorher. Der Jakob Muth-Preis will daher aufzeigen, auf wie vielfältige Weise das gemeinsame Lernen von allen Kindern und Jugendlichen gelingen kann, so dass alle in ihrem Umfeld möglichst gut lernen können. 

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission

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