Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 789 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige


News-Port

Jakob Muth-Preis für inklusive Schule wird am 21. Juni 2017 in Rostock verliehen

Drucken
Dienstag, den 13. Juni 2017 um 11:04 Uhr
Inklusion gehört zu den großen Herausforderungen des deutschen Schulsystems. Zwar sind in allen Bundesländern die politischen Weichen für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Förderbedarf gestellt. Allerdings wird vielerorts die Kritik immer lauter, dass die derzeitige Ausstattung dazu beiträgt, dass sich Lehrer, Eltern, Kinder und Jugendliche von der Situation überfordert fühlen. Der Jakob Muth-Preis zeigt, wie Inklusion gelingen kann, auch unter manchmal schwierigen Rahmenbedingungen.

Der 2009 ins Leben gerufene Jakob Muth-Preis für inklusive Schule geht in diesem Jahr an den Schulcampus Rostock-Evershagen und damit zum ersten Mal an eine Bildungseinrichtung in Mecklenburg-Vorpommern, an die Antonius-von-Padua-Schule im hessischen Fulda und die Geschwister-Prenski-Schule in Lübeck, Schleswig-Holstein. Ausgezeichnet wird auch die niedersächsische Stadt Oldenburg mit der AG Inklusion an Oldenburger Schulen, die das gemeinsame Lernen in allen Schulen systematisch unterstützt und voranbringt.

Die ausgezeichneten Bildungseinrichtungen zeigen, dass viele Schulen und Schulverbünde in Deutschland trotz teilweise schwieriger Rahmenbedingungen bereits auf hohem Niveau inklusiv arbeiten. Projektträger des Jakob Muth-Preises sind die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, die Deutsche UNESCO-Kommission und die Bertelsmann Stiftung. Der Jakob Muth-Preis wird am 21. Juni 2017 in Rostock verliehen. Die Einzelschulen erhalten ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro; der Schulverbund bekommt 5.000 Euro. „Mit der Verleihung des Jakob Muth-Preises zeichnen wir seit Jahren Schulen aus, die zeigen, dass inklusives Lernen an allen Schulformen gelingen kann“, sagte Verena Bentele bei der Bekanntgabe der Preisträger. 

Der Schulcampus Rostock-Evershagen überzeugte die Jury mit seinem umfassenden Inklusionsverständnis. Unabhängig vom diagnostizierten Förderbedarf werden alle der rund 1000  Kinder und Jugendlichen in den Blick genommen und durch ein gut funktionierendes Netzwerk sowohl im Alltag als auch in schwierigen Lebenssituationen vorbildlich unterstützt.

Auch an der Geschwister-Prenski-Schule in Lübeck gelingt es vorbildhaft, durch ein gebundenes Ganztagsangebot und eine gute Vernetzung mit einem unterstützenden Umfeld das gemeinsame Lernen für alle Kinder und Jugendliche zu begünstigen. Ein besonderer Fokus der Schule, die knapp 800 Schülerinnen und Schüler besuchen, liegt auf der offenen und konstruktiven Lernatmosphäre, die den Umgang miteinander in der gesamten Schulgemeinschaft auszeichnet.

An der im Jahr 1908 gegründeten Antonius-von-Padua-Schule in Fulda lernten bis zum Schuljahr 2013 ausschließlich Kinder und Jugendliche mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Beginnend mit dem Schuljahr 2014 wurde aus der Grundstufe der Förderschule eine inklusive Grundschule, die nun mit dem Jakob Muth-Preis ausgezeichnet wird. Unter dem Motto „Die Schülerschule – gemeinsam sind wir Klasse“ lernen die Kinder klassenübergreifend von- und miteinander und können sich individuell entwickeln und lernen. Neben gut durchdachter Didaktik trägt auch die offene Architektur mit nur wenigen Türen und vielen verschiedenen Arbeitsorten dazu bei, dass das gemeinsame Lernen gelingt. „Die Antonius-von-Padua-Schule zeigt, dass Inklusion sehr unterschiedlich umgesetzt werden kann. Hier öffnet sich eine Förderschule für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen“, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele. 

Inklusionsarbeit in ganz besonderem Sinne leistet die im Jahr 2012 gegründete Arbeitsgemeinschaft „Inklusion an Oldenburger Schulen“. In der niedersächsischen Stadt wird seit dem Ratsbeschluss, sich auf den Weg zur inklusiven Stadt zu machen, gemeinsame Sache gemacht. Die AG hat mittlerweile über 60 Mitglieder aus Selbsthilfegruppen, Schulen, Stadtelternrat, Stadtschülerrat, Landesschulbehörde, freien Trägern, Politik und Stadtverwaltung. Zu den öffentlichen AG-Sitzungen ist jeder willkommen und kann Fragen einbringen. Das Ziel der AG-Arbeit ist es immer, stadtweite Lösungen für Herausforderungen zu finden. Wenn nötig, werden dazu inhaltliche Unter-AGs gegründet. So sind etwa schon stadtweite Lösungen zum Übergang zwischen Kita und Grundschule gefunden, ein System für budgetierte Schulbegleitung eingeführt und die Frage des Schülertransportes stadtweit geregelt worden. Eine der ersten und wichtigsten Fragen der AG und der Unter-AGs ist dabei immer: „Wer fehlt?“ Damit gelingt es in Oldenburg vorbildlich, in der AG gemeinsame Sache zu machen.  

Inklusion ist in der Globalen Bildungsagenda, die bis zum Jahr 2030 umgesetzt werden soll, verankert. Inklusion im Bildungsbereich bedeutet, dass allen Menschen die gleichen Möglichkeiten offen stehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potenziale entwickeln zu können, unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, einer Behinderung, Herkunft, Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen.

In Deutschland ist Inklusion eine der größten schulpolitischen Aufgaben. Deutschland hat sich im Jahr 2009 mit der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, allen Kindern den Besuch einer Regelschule zu ermöglichen. Die Bundesländer setzen den gemeinsamen Unterricht sehr unterschiedlich um. Zwar öffnen sich mehr Schulen für das gemeinsame Lernen. So besuchen inzwischen 37,7 Prozent aller Kinder mit Förderbedarf allgemeine Schulen (Klemm/ KMK 2016). 2009 waren es noch 18,4 Prozent. Allerdings ist der Anteil an Schülerinnen und Schülern, die Förderschulen besuchen, nur geringfügig gesunken. Dafür wird bei mehr Kindern ein sonderpädagogischer Förderbedarf diagnostiziert als vorher. Der Jakob Muth-Preis will daher aufzeigen, auf wie vielfältige Weise das gemeinsame Lernen von allen Kindern und Jugendlichen gelingen kann, so dass alle in ihrem Umfeld möglichst gut lernen können. 

Quelle: Deutsche UNESCO-Kommission

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > NewsPort > Jakob Muth-Preis für inklusive Schule wird a...

Mehr auf KulturPort.De

Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.