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Nachruf zum Tode des Schriftstellers Juan Goytisolo – Nelly-Sachs-Preisträger 1993

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Mittwoch, den 07. Juni 2017 um 16:38 Uhr
Der Schriftsteller und Aktivist Juan Goytisolo ist am vergangenen Wochenende im Alter von 86 Jahren in Marrakesch gestorben. Der Spanier wurde 1931 in Barcelona geboren, floh aber als Gegner des Franco-Regimes schon als junger Mann ins Exil nach Paris. Zahlreiche weitere Reisen durch Amerika, Afrika und den Nahen Osten machten Goytisolo zum Experten der Kulturen und zum Mittler zwischen den Völkern und Religionen. Für sein Engagement und sein schriftstellerisches Werk zeichnete die Stadt Dortmund ihn 1993 mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Literaturpreis der Stadt Dortmund, aus.

Als Dozent an verschiedenen internationalen Universitäten unterrichtete Goytisolo Literatur und galt schon lange als Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Neben der Tätigkeit in der Lehre und als Schriftsteller arbeitete er als Journalist und engagierte sich kritisch zu politischen Themen. Besonders seine scharfe Kritik am traditionellen Bild Spaniens und sein prüfender Blick auf das Wirken des Diktators Francisco Franco führten dort zur Zensur seiner Werke. Erst viel später wurde sein literarisches Werk gewürdigt und mit dem renommierten Cervantespreis (2014) ausgezeichnet.

Goytisolos Inhalte umfassen sehr persönliche Themen wie Partnerschaft, Identität und Homosexualität über Religion bis Politik und Gesellschaft. Zu den bekanntesten Werken Goytisolos zählen neben „Trauer im Paradies“ die Trilogie „Identitätszeichen“, „Rückforderung des Grafen Don Julian“ und „Johann ohne Land“.
In seinen späteren Werken wird vor allem die Verbundenheit zur arabischen Welt deutlich, aber auch die Bindung an seine Heimat Spanien. So ist es sicherlich kein Zufall, dass Goytisolo auf eigenen Wunsch auf einem marokkanischen Friedhof mit Blick auf das Meer beigesetzt wurde.

Quelle: Stadt Dortmund

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