Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 855 Gäste online

Neue Kommentare

Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...
Giulio zu „Die Spur”. William Blake und die Rache der Eigenbrötler : Prost Neujahr! Und danke für die vielen schönen...
Hubert Hoffmann zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Ein Prestige -Objekt für die oberen Zehntausend....
Feindt zu Hamburg: Ein Museum im Hafen: Ein schönes neues Museum und wo bleibt die Berü...

News-Port

Poesieveranstalter aus ganz Deutschland fordern mehr Geld für Poesie

Drucken
Montag, den 22. Mai 2017 um 14:55 Uhr
Wie steht es um die Dichtung in Deutschland? Und wie sieht die finanzielle Situation derjenigen aus, die Lyrik schreiben und auf die Bühne bringen? 19 Lyrikfestivals, Lesereihen, Vermittler und Dichter aus ganz Deutschland haben sich Mitte Mai in Caputh zu diesen Fragen versammelt und Forderungen an die Politik diskutiert. Sie betonten dabei: Lyrik ist eine eigenständige Kunst. Der Tagung voraus ging eine Umfrage zur Einkommenssituation der Dichterinnen und Dichter in der Bundesrepublik, die das Haus für Poesie beauftragt hatte.

200 Dichterinnen und Dichter haben den Fragebogen erhalten, 114 haben geantwortet. Drei Viertel der Befragten leben mit einem Jahresbruttoeinkommen unter dem Bundesdurchschnitt von 32.486 Euro (nach statista.de, gearbeitet wird mit Angaben aus dem Jahr 2015). Für 77 Prozent liegen die Einnahmen aus schriftstellerischer Tätigkeit jährlich bei 10.000 Euro oder weniger. 45 Prozent derjenigen, die neben der schriftstellerischen Arbeit keiner weiteren Tätigkeit nachgehen, liegen mit ihrem Einkommen unter der Armutsgrenze, die bei 11.759 Euro im Jahr liegt.

Diese alarmierenden Zahlen sowie die lückenhafte Ausstattung von Poesieveranstaltern waren für das Plenum der Anlass, Aufgaben für sich selbst zu formulieren und Forderungen an die Politik zu diskutieren. Die Ergebnisse werden in einem Forderungskatalog zum 1. Juli 2017 veröffentlicht und Entscheidungsträgern in der Politik präsentiert. Zentrales Ziel ist es, die ökonomische Situation der Lyrikerinnen und Lyriker sowie die Produktions- und Präsentationsbedingungen von Lyrik zu verbessern.

Die Umfrage zeigt auch, dass der größte Teil der Einnahmen aus schriftstellerischer Tätigkeit aus Auftrittshonoraren für Lesungen und Redebeiträge besteht: Mit 38 Prozent sind sie drei Mal höher als die Einnahmen durch Buchpublikationen (12 Prozent). Deshalb fordert die Runde aus Poesieveranstaltern eine massive Aufstockung der Veranstalterbudgets. Nur so können sie den Dichterinnen und Dichtern ein angemessenes Honorar zahlen und adäquate Rahmenbedingungen ihrer Veranstaltungen (Räume, Technik und Öffentlichkeitsarbeit) schaffen. Das Plenum spricht sich für eine Erhöhung der Lesehonorare und ein Mindesthonorar, dessen Höhe noch diskutiert wird, aus. Weitere Punkte für eine Verbesserung der Lage sind der Ausbau von Preisen und Stipendien für Lyrik sowie die Besetzung von Jurys mit Lyrikkennern, die Finanzierung von Formaten der kulturellen Bildung, eine nachhaltige Verbesserung der Präsenz und Vermittlung von Lyrik an Schulen und Hochschulen, eine Stärkung der Lyrikkritik und die Öffnung bzw. Schaffung von Förderprogrammen für lyrikbezogene Publikations- und Vermittlungsplattformen im Internet.

Das Plenum macht auf die genuine Rolle und Bedeutung der Poesie aufmerksam: In der Lyrik findet die Sprache ihre verdichtete Kunstform. Mit dem Gedicht werden sprachliche Formen und Ästhetiken als autarke Erkenntnismodelle entwickelt und erprobt. Das poetische Denken ist eine spezifische eigene Auseinandersetzung mit der Welt und ihrer Wahrnehmung, unabhängig von Markt- und Verwertungslogiken. Es eröffnet abweichende, auch radikale Erfahrungsräume.

An der Tagung teilgenommen haben: Nico Bleutge (Lyriker/Kritiker, Berlin), Rike Bolte (Festival Latinale, Berlin), Regina Dyck (Poetry on the road, Bremen), Kerstin Hensel (Lyrikerin/stv. Direktorin der Sektion Literatur an der Akademie der Künste, Berlin), Tobias Herold (Lesereihe Lyrik im ausland, ausland/projekt archiv e. V., Berlin), Norbert Hummelt (Lyriker, Berlin/Literaturinstitut Leipzig), Gesa Husemann (Festival Poetree, Göttingen), Hendrik Jackson (Lyriker/Kritiker, Berlin), Wend Kässens (Deutscher Literaturfonds), Kalle Aldis Laar (Schamrock-Festival, München), Claudia Maaß (FU Berlin), Tristan Marquardt (Lesereihe „meine drei lyrischen ichs“, München), Dr. Burkhard Meyer-Sickendiek (Literaturwissenschaftler FU Berlin), Andrea O'Brien und Ruairí O'Brien (Lyriktage Dresden), Alexander Suckel (Dramaturg und designierter Leiter Poesiefestival Halle), Hans Thill (Lyriker/Leiter Künstlerhaus Edenkoben), Anja Utler (Lyrikerin, Regensburg/Universität für angewandte Kunst in Wien) und Dr. Thomas Wohlfahrt (Haus für Poesie, Berlin).

Die Umfrage und die Tagung wurden ermöglicht durch die finanzielle Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Quelle: Haus für Poesie

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > NewsPort > Poesieveranstalter aus ganz Deutschland forde...

Mehr auf KulturPort.De

James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone
 James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone



Speckstreifen fliegen durch das Weltall, rote Lippenstifte und Atompilze verkünden das nahende Inferno, Butterstücke zerfließen in einer Pfanne, Spaghetti mit [ ... ]



„Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache
 „Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache



Joe Wrights eleganter Politthriller „Die dunkelste Stunde” ist das Gegenstück zu Christoper Nolans überwältigendem Suspense-Epos „Dunkirk”. Zwei Filme [ ... ]



Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde
 Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde



Im Opernhaus in Hamburg schallen Kinderstimmen durch die Gänge: Es ist wieder opera piccola-Zeit!
Bevor die Kinderoper im Februar auf die Bühne geht, ist im H [ ... ]



Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami
 Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami



Ernst Wolff: „Finanz Tsunami. Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“
Es ist wie es einmal war und heute noch ist: Ein Ausspruch von Henry Ford, des  [ ... ]



Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach
 Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach


  War es Absicht, dass rund um das Fest der Liebe die Kölner Oper ausgerechnet Giuseppe Verdis Bühnenstück „Rigoletto“ – das 1851 den Wel [ ... ]



„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns
 „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns



Genialer Genre-Mix aus Neo-Western und Kleinstadt-Satire.
Manchmal ist es leichter einen Molotow-Cocktail zu werfen als zu weinen. Mildred Hayes (Frances McDorm [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.