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VOIR DU PAYS (The Stopover) gewinnt den mit 15.000 Euro dotierten Internationalen Spielfilmpreis für Regisseurinnen

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Montag, den 10. April 2017 um 12:10 Uhr
Zum Abschluss des 30. Geburtstages des Internationalen Frauenfilmfestival in Dortmund wurde gestern Abend bei der feierlichen Preisverleihung im Dortmunder U der französische Wettbewerbsbeitrag VOIR DU PAYS (The Stopover) von Delphine und Muriel Coulin mit dem Internationalen Spielfilmpreis für Regisseurinnen ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird zwischen den Regisseurinnen (5.000 Euro) und dem deutschen Verleih (10.000 Euro) geteilt. Die Teilung soll die Distribution des Films in Deutschland fördern.
 
VOIR DU PAYS erzählt die Geschichte der beiden Soldatinnen Aurore (Ariane Labed) und Marine (Soko), die nach der Rückkehr vom Einsatz in Afghanistan mit ihrer Truppe drei Tage in einem Fünf-Sterne-Hotel auf Zypern verbringen. Inmitten von Touristen soll die Gruppe Entspannung finden, im Militärjargon heißt diese Maßnahme „Dekompression“ – um „den Krieg zu vergessen“. VOIR DU PAYS hat bislang noch keinen deutschen Verleih.
 
In der Begründung der Jury heißt es wie folgt: „Vom ersten Moment an ist man gefesselt von der sich stetig steigernden Spannung des Films und der scheinbar überall lauernden Bedrohung. Die Figuren ringen jede auf ihre Weise mit inneren Dämonen, die wir als Publikum niemals vollständig verstehen können – doch ihr innerer Kampf geht uns unter die Haut. VOIR DU PAYS erlaubt uns Einblicke in eine Welt, die die meisten nur aus der medialen Draufsicht kennen. Doch diese Welt betrifft uns alle mehr und mehr. Die beeindruckende filmische Narration von VOIR DU PAYS zeugt von großer authentischer und konzeptioneller Erzählkunst.“
 
Die Jury war in diesem Jahr mit der niederländischen Schauspielerin und Drehbuchautorin Marnie Blok, der Leiterin des Frauenfilmfestivals „Women Make Waves“ in Taiwan, Pecha Lo und der Filmeditorin und Dramaturgin Gesa Martenbesetzt.
 
Den Filmpreis überreichte die Dortmunder Stadträtin Diane Jägers an die beiden Schauspielerinnen Ariane Labed(Hauptdarstellerin auch des IFFF Dortmund | Köln-Preisträgerfilms von 2011 – ATTENBERG) und Ginger Romàn, die den Film in Dortmund vorgestellt hatten. Regisseurin Delphine Coulin war bereits mit ihrem Debüt 17 MÄDCHEN beim Frauenfilmfestival 2012 mit einer lobenden Erwähnung ausgezeichnet worden.
 
Eine lobende Erwähnung erhielt  in diesem Jahr der Film THE PARTY von Sally Potter. Ihre beißend-komische Gesellschaftskomödie hatte das Publikum zur Eröffnung des diesjährigen Festivals begeistert. 
 
Der Publikumspreis, gestiftet von der Sparkasse Dortmund (1.000 Euro), wurde ebenfalls am Abend verliehen. Nach Auszählung der letzten Stimmzettel stand fest: Sally Potters neue beißend-satirische Gesellschaftskomödie THE PARTY lag in diesem Jahr auch in der Gunst des Publikums vorne. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert - gestiftet von der Sparkasse Dortmund - und wurde von Tanja Frommert (Leiterin des Private Banking der Sparkasse Dortmund) vergeben. Sally Potter konnte den Preis nicht persönlich entgegen nehmen, bedankte sich jedoch herzlich mit einer Videobotschaft für den Zuspruch des Publikums. THE PARTY hatte die Jubiläumsausgabe des Dortmunder Frauenfilmfestivals am vergangenen Dienstag (4.4.2017) eröffnet und war vom Publikum gefeiert worden. Der Film wird am 27. Juli von dem Verleih WELTKINO in den deutschen Kinos gestartet.
 
Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln hat in diesem Jahr mit dem Fokus IN CONTROL…of the situation/Alles unter Kontrolle ein politisch und künstlerisch mehr als vielfältiges Programm präsentiert, das über 120 Filme aus 31 Ländern von 1906 bis 2017 zeigte. Die Besucher*innen reagierten mit großer Zustimmung auf das Programm und lobten die Vielfalt und Qualität des kuratorischen Konzepts. 
 
Bei der Geburtstagsfeier zur Festivaleröffnung gab es in der Rückschau auf 30 Jahre Internationales Frauenfilmfestivals in Dortmund viel Zustimmung. Der Dortmunder Kulturdezernent Jörg Stüdemann sprach vom „wichtigsten Treffpunkt für Frauenfilm in Deutschland“, Künstlerinnen wie Catrine Val sprachen von der großen persönlichen Bereicherung durch die wiederholte Zusammenarbeit mit dem internationalen Festival. Jutta Brückner, Filmemacherin und langjährige Direktorin der Filmabteilung der Akademie der Künste, betonte angesichts der bestehenden Benachteiligung von Frauen in der Filmbranche die große Bedeutung des Festivals, nicht zuletzt, „damit die jungen Kolleginnen Mut bekommen!“ 
 
Neben der Filmauswahl standen auch die zahlreichen Specials – das umfangreiche Performanceprogramm, ein Symposium zu Niki de Saint Phalle, die Angebote zu ausführlichen Filmgesprächen / -analysen, oder die große Filmfahrradtour Shorts on Wheels – in der Publikumsgunst weit oben. Mehr als 100 Fahrradfahrer*innen fuhren Freitagabend trotz Kälte durch Dortmund und ließen sich von einem Kurzfilmprogramm begeistern, das an verschiedenen Orten an Hauswände projiziert wurde.
 
Die Resonanz auf das Filmprogramm für Kinder- und Jugendliche war so positiv, das eine Besucher*innensteigerung von 20% erreicht werden konnte. Zum ersten Mal stand dem Festival ein Lehrer*innenbeirat aus Dortmund und Köln zur Seite, der bei der Programmgestaltung mit vielen Ratschlägen half.
 
In einem Netzwerktreffen kamen Vertreterinnen von 8 bundesdeutschen Organisationen zusammen, die sich für Geschlechtergerechtigkeit und Diversität in der Filmbranche und im Filmschaffen einsetzen. Gemeinsam erarbeiten sie derzeit Forderungen an die Parteien für den anstehenden Wahlkampf.
 
Quelle: Internationales Frauenfilmfestival Dortmund | Köln

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