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Braunschweig PROJECTS fördert internationale Künstlerinnen und Künstler

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Dienstag, den 05. Juli 2016 um 14:03 Uhr
Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) hat im Auftrag des Landes Niedersachsen acht Stipendien im Bereich Bildende Kunst und Klangkunst vergeben. Fünf der Stipendiaten kommen aus dem Bereich der Bildenden Kunst, drei aus dem Bereich der Klangkunst. Das gemeinsame Förderprogramm Braunschweig PROJECTS der HBK Braunschweig und des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur ermöglicht internationalen Nachwuchstalenten in Niedersachsen künstlerisch zu arbeiten. Förderbeginn ist der 1. Dezember 2016.
 
„Mit dem Künstlerförderprogramm lädt das Land Niedersachsen zum sechsten Mal herausragende Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ein, in Anbindung an eine der größten Kunsthochschulen Europas ein künstlerisches Projekt zu realisieren. Diese Förderung ist deutschlandweit einzigartig“, sagt die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić.
 
Die Bildenden Künstlerinnen und Künstler erhalten ein Jahr lang eine monatliche Förderung in Höhe von 1250 Euro. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Klangkunst bekommen diese Unterstützung über sechs Monate. Zusätzlich gibt es einen projektabhängigen Zuschuss für Sach- und Reisekosten. Für die Zeit der Förderung wird den Kunstschaffenden ein Wohnatelier in Braunschweig zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus beinhaltet die Förderung, dass die Stipendiatinnen und Stipendiaten in den Lehrbetrieb der Hochschule eingebunden sind und an einem Mentoringprogramm teilnehmen.
 
Finanziert werden die Stipendien durch das Ministerium für Wissenschaft und Kultur, über Eigenmittel der HBK sowie Drittmittel der Partner. Auf die Ausschreibung des Programms Braunschweig PROJECTS hatten sich insgesamt 128 Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland beworben.
 
 
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Bereich Bildende Kunst sind:
 
1.Heather Beardsley, geb. 1987 in den USA, lebt zurzeit in Wien. Die Künstlerin beschäftigt sich mit der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft. Zu den faszinierenden Arbeiten auf diesem Grenzgebiet gehören kleine, an unbekannte Organismen erinnernde Skulpturen. Sämtliche Arbeiten fußen auf einem eigens entwickelten Klassifikationsschema und auf zum Teil absurd anmutenden statistischen Systemen. Für ihren Stipendienaufenthalt hat Heather Beardsley sich vorgenommen, mit Biologen und Museologen des Staatlichen Naturhistorischen Museums in Braunschweig zusammenzuarbeiten, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen künstlerischer und naturwissenschaftlicher Forschung herauszufinden und in einer Ausstellung aufzuzeigen.
 
2. Florian Maak, geb. 1980 in Deutschland, lebt und arbeitet in Südkorea. Maak befasst sich mit dem digitalen Netzwerk als gesellschaftliche, politische, infrastrukturelle und mediale Struktur. Seine künstlerische Annäherung findet vor allem mittels Video und Fotografie statt. Ihn interessieren Perspektiven und Größenverhältnisse, die für das jeweilige Bildmedium charakteristisch sind: das zentralperspektivische Raster, das den Blick auf die Fotografie prägt, und die Skalierung, die durch den Zoom-Effekt an der Kamera den jeweiligen Bildeindruck vollkommen verändern kann.
 
3. Sara-Lena Maierhofer, geb. 1982 in Deutschland, wohnt und arbeitet in Berlin. Die Künstlerin bewegt sich mit ihrer künstlerischen Arbeit zwischen Dokumentation und Fiktion. Auf der Basis journalistischer oder wissenschaftlicher Recherche entwickelt sie visuelle Erzählungen mit einer Vielfalt von fiktiven Perspektiven. Dafür nutzt sie fotografische Reihen, in denen sich die unterschiedlichsten Formen und Gegenstände finden, oft auch in Verbindung mit Video und Skulpturen.
 
4. Nanna Nordström, geb. 1981 in Schweden, arbeitet und lebt in Stockholm. Die Künstlerin überzeugte die Jury mit ihren fragilen, poetisch wirkenden Installationen aus einfachen Materialien und Fundobjekten. Für Ihr Projekt in Braunschweig plant die Künstlerin eine große Installation, für die sie Tonaufnahmen von alltäglichen Geräuschen sammelt, um sie in einen rhythmischen Dialog mit ihren Skulpturen zu setzen.
 
5. Anahita Razmi, geb. 1981 in Deutschland, lebt und arbeitet in Berlin. Die Künstlerin mit iranischen Wurzeln thematisiert in ihren fotografischen und filmischen Arbeiten politische und gesellschaftliche Fragestellungen im Spannungsverhältnis zwischen westlicher und östlicher Kultur. In Anlehnung an die britische Soap-Opera „EastEnders“ wird Razmi in Braunschweig dem Phänomen „Orient“ im Zeitalter der Globalisierung nachspüren.
 
 
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten im Bereich Klangkunst sind:
 
1. Daniel Henrich, geb. 1983 in Deutschland, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Der Künstler beschäftigt sich mit der Vorstellung und Ausarbeitung einer visuellen Musik, also der Lesbarkeit akustischer Prozesse jenseits der traditionellen Notation. Aus diesem Interesse heraus entstand eine ungewöhnliche Reihe von zeichnerischen und objekthaften Arbeiten, die alle repräsentativ für die Verbindung des analysierten Realklangs mit dem Material der Klangentstehung sind.
 
2. Chelsea Leventhal, geb. 1985 in den USA, lebt und arbeitet in Berlin. Die Künstlerin überzeugte die Jury durch die Entwicklung unterschiedlicher Installationskonzepte für den Innen- und Außenraum. Dabei gelingt es ihr, durch die besondere Verortung von Klängen stark assoziative Bedeutungszusammenhänge zu wecken. Vor allem im realen Architekturbezug zeigt sich die Qualität ihrer Kunst, die einen neuen und intensiven Dialog im Moment der Wahrnehmung durch die Klänge am Ort entstehen lässt.
 
3. Junya Oikawa, geb. 1983 in Japan, lebt und arbeitet in Karlsruhe. Der Künstler verfügt über ein außergewöhnliches Repertoire von klangspezifischen Verfahren in seiner künstlerischen Praxis. Bemerkenswert ist dabei der virtuose Umgang mit elektronischen Klangerzeugern, von interaktiven Klangräumen bis zu akustischen Landschaften. Neben seinen installativen Werken experimentiert Oikawa als Instrumentalist mit am Rechner generierten Klängen im Dialog zwischen Gitarre, Computer und Soundprogrammen.
 
Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

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