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„Actopolis. Die Kunst zu handeln” startet Interventionen in Südosteuropa

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Mittwoch, den 18. Mai 2016 um 14:32 Uhr
Nach den jüngsten Systembrüchen sind besonders die Stadtgesellschaften in Südosteuropa verunsichert. Instabile Ökonomien, schwache staatliche Institutionen, enorme soziale Unterschiede und die Herausforderungen der Flüchtlingsströme erschweren es dem Einzelnen, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren. Hier setzt das Projekt des Goethe-Instituts und Urbane Künste Ruhr „Actopolis. Die Kunst zu handeln” an: In einem transnationalen Testfeld, das sich von Ankara und Mardin über Athen, Belgrad, Sarajevo, Zagreb und Bukarest bis nach Oberhausen erstreckt, loten Künstlerinnen, Urbanisten und Aktivisten die Aktionsmöglichkeiten im sozialen Raum „Stadt” aus.
 
Mit Fokus auf die Ballungsräume im Südosten Europas sowie im Ruhrgebiet fragen die Beteiligten nach Zukunftsmodellen und urbanen Alternativen für das Zusammenleben. Die Kuratorin Angelika Fitz hat das Projekt für das Goethe-Institut konzipiert und übernimmt gemeinsam mit Katja Aßmann von Urbane Künste Ruhr und dem Kurator Martin Fritz die künstlerische Leitung. „Actopolis” versteht sich als Produktionslabor, in dem aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen wie die Finanzkrise oder die Flüchtlingskrise nicht mehr allein lokal behandelt werden, sondern im Austausch über Disziplinen, Landesgrenzen und kulturelle Unterschiede hinweg. Nicht das große Einzelereignis, sondern die gemeinsame Entwicklung von Strategien und Methoden prägt somit das sogenannte Projektlabor, in dem die einzelnen Ideen bereits während ihres Entstehungsprozesses ausgetauscht wurden. Mehr als 35 Projekte und 50 Interventionen werden nun in lokalen Interventionen in den einzelnen Städten umgesetzt.
 
In der türkischen Stadt Mardin, die 40 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt liegt und von kurdischen, arabischen, assyrischen Communities sowie zahlreichen Flüchtlingslagern geprägt ist, setzt die Kuratorin Pelin Tan beispielsweise auf kollektive künstlerische Praktiken, die eine neue Form von Wissensproduktion ermöglichen. So plant sie etwa im September eine interdisziplinäre Veranstaltung zu „Urban Commons” – der Idee, den öffentlichen Raum in gemeinschaftlichen und selbstverwalteten Projekten zu gestalten –, zu ethnischen Konflikten und kommunalem Zusammenleben oder zur Zukunft des Massenwohnungsbaus, wozu unter anderem ausländische Künstler von der Istanbuler Design-Biennale eingeladen werden.
 
In Athen beschäftigen sich die Kuratorinnen Elpida Karaba und Glykeria Stathopoulou mit den exotischen Projektionen und Zerrbildern, die die griechische Hauptstadt als Symbol und Brennpunkt der Wirtschafts- und Flüchtlingskrise erfährt. Einerseits wird sie zum Krisenort und Beispiel für den Niedergang Europas, andererseits zum Hoffnungsträger für die Potenziale der Krise stilisiert. Erlebt Athen gerade ein Re-Branding als Stadt der kreativen Energien? Am 31. Mai versucht die Abschlussveranstaltung der „Soft Power Lectures” diese Frage kritisch zu reflektieren. Auf dem Basketballplatz der Panteion-Universität werden der Öffentlichkeit Texte, Videovorlesungen, Kunstobjekte und Performances präsentiert, die die beteiligten Künstlerinnen und Aktivisten in den vergangenen Monaten erarbeitet haben – darunter Panos Sklavenitis, Sofia Dona und Constantinos Hadzinikolaou.
 
Mit „Bucharest-South. Rule Your City” verfolgen die beiden Kuratoren Stefan Ghenciulescu und Raluca Voinea in Bukarest einen spielerischen Ansatz, um auf drängende Fragen in der Stadt aufmerksam zu machen. In einer eigens entworfenen Installation können Bürgerinnen und Bürger am 23., 26. und 28. Mai in die Rolle des Bürgermeisters schlüpfen. Welche Wünsche, Interessen und Ideen schlummern in der Zivilgesellschaft? Wie kann der oder die Einzelne heute noch die Komplexität einer Stadt verstehen? Ganz konkret geht es in ihrem Projekt aber auch um den lange vernachlässigten Süden Bukarests, der durch die totalitären Megaprojekte der 1980er Jahre vom Zentrum abgeschnitten wurde: Grünflächen, industrielle Areale, improvisationsgeübte Bürger – das alles berge viel Potential, so die Kuratoren.
 
Die Fiktion, die das Künstlerkollektiv geheimagentur für „Actopolis” in Oberhausen entwirft, spielt mit ähnlichen Grundsatzfragen: Wie würde eine Stadt aussehen, die entlang der Wünsche ihrer Bewohner geplant ist? Das nach dem Niedergang der Schwerindustrie krisengebeutelte Oberhausen wurde erst im 18. Jahrhundert gegründet und ist damit selbst eine relativ junge Erfindung. Warum also noch länger über die Verödung der Innenstadt klagen, wenn man einfach eine neue Stadt bauen kann? Die geheimagentur hat eine Reihe von Künstlerinnen und Künstlern aufgefordert, Infrastrukturen für das Oberhausen der Zukunft zu entwickeln. Nicht nur bekommt die neue Stadt ihr eigenes Monster, auch ihre Geschichte und Topografie wird anhand eines Kaugummi-Museums komplett neu erzählt. Vom 1. bis 11. September werden neben weiteren Interventionen im Stadtraum und einem Rahmenprogramm im Festivalzentrum auch die Bewohnerinnen und Bewohner von Oberhausen als Stadtbotschafter aktiv in das Projekt miteinbezogen.
 
Anschließend werden alle Interventionen in einer Ausstellung zusammengeführt, die nach erster Station im Ruhrgebiet durch alle „Actopolis”-Städte tourt. Neben einem Symposium anlässlich der Ausstellungseröffnung in Oberhausen wird 2017 eine Publikation über die dreijährige Laufzeit des Projekts erscheinen.

Quelle: Goethe-Institut

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