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Rund 2,8 Mio. Euro aus Programm „PRO*Niedersachsen“ bereitgestellt

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Donnerstag, den 04. Februar 2016 um 16:45 Uhr

Die Landesregierung hat im Förderprogramm „PRO*Niedersachsen" insgesamt 2,79 Millionen Euro für 18 neue Forschungsvorhaben aus dem Bereich Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften bewilligt. Unterstützt werden vor allem Vorhaben, die sich fach- und institutionenübergreifend mit niedersächsischen Themen befassen. Die Projekte wurden von Fachgutachtern in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen in einem zweistufigen Begutachtungsverfahren ausgewählt.

 

„Mit dem Förderprogramm ‚PRO*Niedersachsen' unterstreicht das Land die Bedeutung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Diese Fächer geben aus den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Sichtweisen Antworten auf wichtige gesellschaftliche Fragen", sagte die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajić. „Mit PRO*Niedersachsen ermöglichen wir individuelle Forschungsarbeiten, die neue Impulse geben können und Chancen für den wissenschaftlichen Nachwuchs bieten."

Die ausgewählten Projekte stammen u.a. aus den Bereichen der Ethnologie, Wirtschaftsgeographie, Musikpädagogik, Geschichtswissenschaft, Archäologie und der Bildungsforschung.
 

Beispiele für geförderte Vorhaben sind:
 

Leibniz Universität Hannover: Regionale Gründungssysteme - eine explorative Analyse der Region Hannover.
 

Unternehmensgründungen sind bedeutsam für den wirtschaftlichen Strukturwandel in Staaten und subnationalen Regionen. Der Schwerpunkt des Forschungsvorhabens liegt auf der subnationalen Ebene der Region. Am Beispiel der Region Hannover sollen die Wechselbeziehungen verschiedener Akteure des dortigen Gründungssystems untersucht werden. Auf dieser Grundlage werden Empfehlungen an die Gründungspolitik der Region Hannover formuliert. Von den Ergebnissen könnten auch andere niedersächsische Regionen profitieren.

Hochschule für Musik und Theater Hannover: Wenn das Auge hört: Konstruktion eines Assessments zum inneren Vorstellen (Audiation) von Musik.
 

Eine innere Vorstellung (Audiation) von Musik zu entwickeln, ist für Musizierende ein wichtiger Bestandteil ihrer Tätigkeit. Unklar ist, inwiefern Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen und an Musikschulen oder ein Musikstudium dazu beitragen, dass Menschen eine solche Hörvorstellung aufbauen. Ziel des Forschungsprojekts ist es, ein musikpsychologisches Inventar (Messinstrument) zu entwickeln, um die Hörvorstellung eines Menschen zu messen. Mithilfe des Messinstruments könnte die Ausbildung an allgemeinbildenden Schulen, Musik- und Hochschulen im Bereich der Musiktheorie und Gehörbildung verbessert werden.
 

Georg Eckert Institut: Neues Wissen in neuen Medien? Gesellschaftswissenschaftlicher Unterricht in Zeiten medialen Wandels und sozialer Öffnung im 20. Jahrhundert.
 

Das Verhältnis von Wissens- und Medienwandel wird angesichts der Globalisierung vielfach debattiert. Daran knüpft das Forschungsprojekt an, indem es folgende Fragen historisch untersucht: Wie wurden neue Wissensinhalte durch Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen sowie Medienanstalten erarbeitet? In welchen Medienformaten sollte Wissen vermittelt werden? Dafür nimmt das Vorhaben zwei Perioden gesellschaftlichen Wandels in den Blick: den Freistaat Braunschweig in der Weimarer Republik und das Bundesland Niedersachsen in den 1960/70er Jahren. Es sollen Erkenntnisse über das Innovationspotenzial der Region für Bildungsreformen im 20. Jahrhundert gewonnen werden.

Georg-August-Universität Göttingen: „Pferdewissen" - Wissenspraktiken niedersächsischer Pferdezüchter zwischen kulturellen und wirtschaftlichen Interessen.
 

Das Wissen um Pferde und Pferdezucht ist über Jahrhunderte gewachsen. Es ist einerseits ein immaterielles Kulturgut, andererseits ein wesentliches Wirtschaftsgut. Das Forschungsprojekt untersucht den Umgang mit diesem Wissen durch verschiedene Akteursgruppen in Niedersachsen, wo rund ein Fünftel der 1,2 Millionen Pferde Deutschlands lebt. Hierzu werden Unterschiede in den Wissensbeständen und im Selbstverständnis der verschiedenen Akteursgruppen erarbeitet, um Schranken der Kommunikation aufzuzeigen. Es soll ermittelt werden, wie unterschiedliche Erwartungen an die Pferdezucht besser miteinander vereinbart werden können.

Quelle: Nds. Ministerium für Wissenschaft und Kultur

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