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Internationales Symposium zu Ehren des Schriftstellers Giuseppe Bonaviri

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Samstag, den 11. Juli 2015 um 09:02 Uhr
Heute jährt sich der 91. Geburtstag des sizilianischen Romanciers und Dichters Giuseppe Bonaviri (1924-2009), seit 1984 über 20 Jahre hinweg wiederholter Anwärter für den Literaturnobelpreis und einer der bedeutendsten Vertreter der italienischen Literatur in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Im Vorfeld hierzu fand in Zusammenarbeit mit der Universität Genf und zwei auf Schweizer Auslandsdeutsche zurückgehenden Stiftungen mit Sitz in Genf - der Fondation Erica Sauter und der Fondation Hardt - ein Internationales Symposium zum Thema “Aspekte der Klassischen Antike im Werk von Giuseppe Bonaviri” sechs Jahre nach dem Ableben des Schriftstellers statt. Die Kongressarbeit ergab insgesamt, dass das Interesse an Bonaviri, von dem fünf Werke in deutscher Übersetzung vorliegen, seit 2009 langsam aber stetig zunimmt und die Bonaviri-Studien, auch auf Grund der Tätigkeiten eines von Bonaviris Tochter Giuseppina Bonaviri in der Nähe von Rom 2011 ins Leben gerufenen Studienzentrums, international an Verbreitung gewinnen.

Während Bonaviri in seinem Heimatland ganz nach der lateinischen Devise “Nemo profeta in patria” eher wenig Beachtung findet, treiben Literatur- und Kulturwissenschaftler im europäischen und außereuropäischen Ausland, allen voran Frankreich und Spanien, gefolgt von Deutschland, Belgien und den USA, weiterhin beharrlich Studien und Übersetzungen des Werks von Bonaviri voran. In Genf konferierten Bonaviri-Experten über die unterschiedlichen Aspekte klassischer Parameter in den transkulturellen Texten des Exilsizilianers, der fast sein gesamtes Berufsleben und sein Alter in Frosinone bei Rom, fernab seiner Heimatinsel Sizilien, verlebt hat.

Vor den Toren der Schweizer UNO-Stadt, auf dem ehemaligen Landsitz des Baron Kurd von Hardt (1889-1958), der, als Spross einer Kasseler Textildynastie ohne Nachfahren geblieben, die Genfer Stiftung 1949 ins Leben rief, untersuchten die von New York bis Tunis eingeflogenen Forscher, inwieweit Bonaviris literarische Produktion Themen, Motive und Erzähltechniken eines Homer, Ovid, Lukrez oder Empedokles aufnimmt, aktualisiert, weiter- oder umschreibt. Derzeitiges Zwischenergebnis: Bonaviris postmoderne Phantastik und die synkretistische Hybridität seiner narrativen Textur können selbst längst als Klassiker gelesen werden, wenn man unter einem “Klassiker” ein Buch oder Autor versteht, den man immer wieder liest und dabei - immer wieder - Neues erfährt und entdeckt!

Weitere Informationen:
Fondation Hardt
Programm des Symposiums
Baron Kurd von Hardt

Quelle: Fondation Erica Sauter, Genf

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