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Veranstaltung
- Titel:
- Alfredo Jaar
- Wann:
- 28.04.2012 - 23.06.2012
- Wo:
- Galerie Thomas Schulte - Berlin
- Kategorie:
- Bildende Kunst
Beschreibung
Im Rahmen des diesjährigen Gallery Weekend Berlin zeigt die Galerie Thomas Schulte in ihrem Corner Space eine neue Neonarbeit des chilenischen Künstlers Alfredo Jaar.
Alfredo Jaar verknüpft in seinen Arbeiten weitreichend die verschiedenen Ebenen von Ethik und Ästhetik. Vielfach arbeitet er mit dokumentarisch anmutenden Bildern, die in Leuchtkästen montiert präsentiert werden und sich mit der Diskrepanz zwischen Erster und Dritter Welt und ihrer Darstellung in den Medien auseinandersetzen. Darüber hinaus spielen Architektur und räumliche Inszenierungen für den Künstler eine bedeutende Rolle. In seinen Installationen erkundet Jaar stets die verschiedenartigen Kombinationen von Bild und Text und lotet so gesellschaftliche Phänomene aus. Davon künden auch seine Neonschriftzüge. In ihrer Eindringlichkeit ziehen die grell leuchtenden Schriftzeichen die Aufmerksamkeit des Betrachters augenblicklich an sich und laden ihn ein, über ihre vielschichtige Bedeutung zu reflektieren.
Der Schriftzug seiner neusten Arbeit Kultur = Kapital basiert auf Joseph Beuys Ausspruch kunst = kapital. Beuys setzte sich in seinem künstlerischen Schaffen stets mit der Frage auseinander, wie Kunst Gesellschaft und Politik mitgestaltet und vertrat die Meinung, dass die Kreativität eines jeden Menschen das Kapital und damit auch das Potenzial einer Gesellschaft darstellt. Seine komplexen Theorien reduzierte Beuys schließlich auf eine formelhafte Gleichung, die er in Form von Multiples zum Träger seiner Ideen machte.
Mit seiner Neonarbeit weitet Jaar das Beuyssche Zitat auf den Kulturbegriff aus. Beide Begriffe sind durch das Gleichheitszeichen untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig. Innerhalb eines Gesellschaftsmodells unterhält das Kapital die Kultur, umgekehrt sollte die Kultur einen
untrennbaren Teil unseres gesellschaftlichen Kapitals bilden. Besonders in Zeiten finanzieller Krisen, die immer größere Einsparungen an den Kulturetats zur Folge haben, möchte Jaar darauf hinweisen, dass die Kultur das wahre Kapital einer Gesellschaft darstellt.
Neben der Anspielung auf Joseph Beuys bezieht sich Jaar auch auf seine eigene Installation, „The Marx Lounge“, die er erstmals 2010 im Rahmen der Liverpool Biennale realisierte und anschließend 2011 im Stedelijk Museum Amsterdam und im Centro Andaluz de Arte Contemporáneo in Sevilla zeigte.
In einem Leseraum versammelte Jaar ausschließlich Schriften von Karl Marx und anderen Autoren, die das kapitalistische System noch heute in Frage stellen.
Die Präsentation von Alfredo Jaars Installation Kultur = Kapital an prominenter Stelle im hohen Eckraum der Galerie soll als ein erster Hinweis auf die deutschlandweit erste Retrospektive des Künstlers dienen, die ihm in Berlin vom 15. Juni bis zum 17. September 2012 institutionsübergreifend von der
Alten Nationalgalerie, der Berlinischen Galerie und der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst ausgerichtet wird.
Abb.: Alfredo Jaar, Kultur = Kapital, 2012, Neonröhren, 800 x 100 cm.
Alfredo Jaar verknüpft in seinen Arbeiten weitreichend die verschiedenen Ebenen von Ethik und Ästhetik. Vielfach arbeitet er mit dokumentarisch anmutenden Bildern, die in Leuchtkästen montiert präsentiert werden und sich mit der Diskrepanz zwischen Erster und Dritter Welt und ihrer Darstellung in den Medien auseinandersetzen. Darüber hinaus spielen Architektur und räumliche Inszenierungen für den Künstler eine bedeutende Rolle. In seinen Installationen erkundet Jaar stets die verschiedenartigen Kombinationen von Bild und Text und lotet so gesellschaftliche Phänomene aus. Davon künden auch seine Neonschriftzüge. In ihrer Eindringlichkeit ziehen die grell leuchtenden Schriftzeichen die Aufmerksamkeit des Betrachters augenblicklich an sich und laden ihn ein, über ihre vielschichtige Bedeutung zu reflektieren.
Der Schriftzug seiner neusten Arbeit Kultur = Kapital basiert auf Joseph Beuys Ausspruch kunst = kapital. Beuys setzte sich in seinem künstlerischen Schaffen stets mit der Frage auseinander, wie Kunst Gesellschaft und Politik mitgestaltet und vertrat die Meinung, dass die Kreativität eines jeden Menschen das Kapital und damit auch das Potenzial einer Gesellschaft darstellt. Seine komplexen Theorien reduzierte Beuys schließlich auf eine formelhafte Gleichung, die er in Form von Multiples zum Träger seiner Ideen machte.
Mit seiner Neonarbeit weitet Jaar das Beuyssche Zitat auf den Kulturbegriff aus. Beide Begriffe sind durch das Gleichheitszeichen untrennbar miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig. Innerhalb eines Gesellschaftsmodells unterhält das Kapital die Kultur, umgekehrt sollte die Kultur einen
untrennbaren Teil unseres gesellschaftlichen Kapitals bilden. Besonders in Zeiten finanzieller Krisen, die immer größere Einsparungen an den Kulturetats zur Folge haben, möchte Jaar darauf hinweisen, dass die Kultur das wahre Kapital einer Gesellschaft darstellt.
Neben der Anspielung auf Joseph Beuys bezieht sich Jaar auch auf seine eigene Installation, „The Marx Lounge“, die er erstmals 2010 im Rahmen der Liverpool Biennale realisierte und anschließend 2011 im Stedelijk Museum Amsterdam und im Centro Andaluz de Arte Contemporáneo in Sevilla zeigte.
In einem Leseraum versammelte Jaar ausschließlich Schriften von Karl Marx und anderen Autoren, die das kapitalistische System noch heute in Frage stellen.
Die Präsentation von Alfredo Jaars Installation Kultur = Kapital an prominenter Stelle im hohen Eckraum der Galerie soll als ein erster Hinweis auf die deutschlandweit erste Retrospektive des Künstlers dienen, die ihm in Berlin vom 15. Juni bis zum 17. September 2012 institutionsübergreifend von der
Alten Nationalgalerie, der Berlinischen Galerie und der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst ausgerichtet wird.
Abb.: Alfredo Jaar, Kultur = Kapital, 2012, Neonröhren, 800 x 100 cm.
Veranstaltungsort
- Ort:
- Galerie Thomas Schulte - Website
- Straße:
- Charlottenstraße 24
- PLZ:
- 10117
- Stadt:
- Berlin
- Bundesland:
- Berlin
- Land:
-
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