Events Bildende Kunst
Veranstaltung
- Titel:
- "Über die Dinge"
- Wann:
- 06.03.2012 - 08.04.2012
- Wo:
- Kulturstiftung Schloss Agathenburg - Agathenburg
- Kategorie:
- Bildende Kunst
Beschreibung
Mit: Helene Appel, Jennifer Bennett, Romeo Grünfelder, Frank Hesse, Volko Kamensky, Heiko Neumeister, Stefan Panhans, Alexander Rischer
»Die Dinge einfach auszuhalten, sich ihnen zu konfrontieren, sie durch alle Sinne auf uns wirken zu lassen, sie in ihrer primären Anwesenheit zu belassen und sie nicht gleich in Handlungskreise einzubauen oder rasch über sie hinzugehen, kurz: das Verweilen bei den Dingen, das weiter nichts will, als ihrer inne zu werden in einer Form gesteigerter Selbstaufmerksamkeit, ist nicht so leicht.« (Hartmut Böhme, Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne)
Eine Annäherung an Dinge als bloße Dinge ist fast unmöglich. Bei jedem Zugriff transformieren sich geschmeidig die Bezüge des Dings, nicht das Ding selbst. Was soll einem auch eine Sache, zu der man keinerlei Informationen festhalten darf? Man wird ihr schleunigst einen Namen geben, sie wiegen und vermessen, damit man wenigstens etwas behaupten kann. Man muss das machen, verschafft einem die Objekt-Beschreibung doch Teilhabe an der Gesellschaft, also Kommunikationsanlässe.
Die acht Künstler dieser Ausstellung überlassen hier scheinbar den Dingen allein die Bühne. Diese werden vorher zwar arrangiert, retouchiert, ausgeleuchtet oder minutiös übertragen, aber auf den gezeigten Bildern können sich die Dinge entfalten, als wäre da gar niemand der seinen Gestaltungswillen durchgesetzt hätte. Die Mittel vorgeblich neutraler Dokumentation werden betont, nur um das Rätselhafte, Eingebildete mit verdoppelten Kräften hervorbrechen zu lassen.
Die Ausstellung zeigt Fotos von Flechtsandalen die wie Objekte einer anthropologischen Sammlung anmuten. In einer flachen Pfütze liegende, illusionistisch gemalte Kieselsteine. Die Filmaufnahme der spontanen Entstehung eines Objekts in einer Zimmerecke. Gespenstische Gymnastikübungen in einem Sportartikelgeschäft. Bleche und Keramik. Detailversessene Aufnahmen von Gehwegplatten sowie irritierende Geschichten aus dem Land der Brüder Grimm, außerdem Fotografien von ausgebrannten Mähdreschern und den letzten Fetzen von König Erichs Mütze. Man kann sich dabei fragen, welcher Ding-Status eigentlich einer Kulisse zukommt? Wie die Fiktion sich der Dokumentation bemächtigt und ob tatsächlich nur Dinge existieren, die Menschen auch erkennen können.
»Die Dinge einfach auszuhalten, sich ihnen zu konfrontieren, sie durch alle Sinne auf uns wirken zu lassen, sie in ihrer primären Anwesenheit zu belassen und sie nicht gleich in Handlungskreise einzubauen oder rasch über sie hinzugehen, kurz: das Verweilen bei den Dingen, das weiter nichts will, als ihrer inne zu werden in einer Form gesteigerter Selbstaufmerksamkeit, ist nicht so leicht.« (Hartmut Böhme, Fetischismus und Kultur. Eine andere Theorie der Moderne)
Eine Annäherung an Dinge als bloße Dinge ist fast unmöglich. Bei jedem Zugriff transformieren sich geschmeidig die Bezüge des Dings, nicht das Ding selbst. Was soll einem auch eine Sache, zu der man keinerlei Informationen festhalten darf? Man wird ihr schleunigst einen Namen geben, sie wiegen und vermessen, damit man wenigstens etwas behaupten kann. Man muss das machen, verschafft einem die Objekt-Beschreibung doch Teilhabe an der Gesellschaft, also Kommunikationsanlässe.
Die acht Künstler dieser Ausstellung überlassen hier scheinbar den Dingen allein die Bühne. Diese werden vorher zwar arrangiert, retouchiert, ausgeleuchtet oder minutiös übertragen, aber auf den gezeigten Bildern können sich die Dinge entfalten, als wäre da gar niemand der seinen Gestaltungswillen durchgesetzt hätte. Die Mittel vorgeblich neutraler Dokumentation werden betont, nur um das Rätselhafte, Eingebildete mit verdoppelten Kräften hervorbrechen zu lassen.
Die Ausstellung zeigt Fotos von Flechtsandalen die wie Objekte einer anthropologischen Sammlung anmuten. In einer flachen Pfütze liegende, illusionistisch gemalte Kieselsteine. Die Filmaufnahme der spontanen Entstehung eines Objekts in einer Zimmerecke. Gespenstische Gymnastikübungen in einem Sportartikelgeschäft. Bleche und Keramik. Detailversessene Aufnahmen von Gehwegplatten sowie irritierende Geschichten aus dem Land der Brüder Grimm, außerdem Fotografien von ausgebrannten Mähdreschern und den letzten Fetzen von König Erichs Mütze. Man kann sich dabei fragen, welcher Ding-Status eigentlich einer Kulisse zukommt? Wie die Fiktion sich der Dokumentation bemächtigt und ob tatsächlich nur Dinge existieren, die Menschen auch erkennen können.
Veranstaltungsort
- Ort:
- Kulturstiftung Schloss Agathenburg - Website
- Straße:
- Hauptstraße
- PLZ:
- 21684
- Stadt:
- Agathenburg
- Bundesland:
- Schleswig-Holstein
- Land:
-
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