Events Bildende Kunst
Veranstaltung
- Titel:
- André Attias: „Die tägliche Dynamik“
- Wann:
- 10.03.2012 - 22.04.2012
- Wo:
- Galerie Atelier III - Barmstedt
- Kategorie:
- Bildende Kunst
Beschreibung
Das malerische Repertoire von André Attias ist weit gefächert. Kein Wunder, denn der 1946 in Marokko geborene Maler schaut auf ein vielfältiges, ereignisreiches und von unterschiedlichen Einflüssen geprägtes Leben. In Rabat aufgewachsen, verließ er mit seiner Familie in den frühen 1960er-Jahren seine Heimat. Es ging zunächst nach Frankreich, später zog Attias über Israel nach Deutschland.
André Attias ist der europäischen, insbesondere französischen Kunst verpflichtet, man findet aber ebenso deutliche Anzeichen von Einflüssen aus dem Maghreb und dem Orientalen in der Farbigkeit und Motivwahl.
Europäisch sind die kubistischen, expressiven, auch abstrahierenden Stilmittel, die der Künstler konsequent, aber nicht plakativ anwendet. Vorbilder sind zwar präsent spürbar, aber nicht übermächtig. Orientalisch wirkt in einigen Werken die Palette der Farben sowie seine Themenauswahl, die Rückschlüsse auf seine Herkunft zulässt.
Die Ausstellung in der Galerie Atelier III in Barmstedt widmet sich einem Werkkomplex, der scheinbar ganz profan und banal daher kommt. In den 1980er-Jahren begann Attias über hundert Bilder einer klassischen, italienischen Bialetti-Kaffeemaschine zu malen und zeichnen. Obwohl es sich immer um die identisch gleiche Kaffeemaschine handelt, ist keines der Bilder und Zeichnungen wie das andere.
In der gehängten Reihung der Ausstellung entsteht für den Betrachter ein Sinnbild des täglichen Lebens, das sich jeden Tag neu konstituiert. Auch wenn sich die Maschinen an bestimmten Merkmalen ähneln, entsteht eine immer wieder neu definierte Sichtweise. Der Maler geht sogar soweit, dass er die einzelnen Bilder von Kaffeemaschinen personalisiert, er gibt ihren als Betitelung Namen aus unterschiedlichen Kulturen und Zusammenhängen: „Helene“, „Jael“, „Shlomi“ oder „Johanan“. Übertragen auf das Leben heißt das: Kein Tag ist wie der andere, alles erscheint in einem anderen, individuellen Licht.
Formal werden die Elemente im Bild perspektivisch und formal verschoben und in ihren Sichtachsen immer wieder neu hinterfragt. Das geht soweit, dass regelrecht Metamorphosen entstehen und sich die Kaffeemaschine in andere Gegenstände und Wesen verwandeln kann.
Seine Freude an Technik und Maschinen zeigt sich in verschiedener Weise. In einer Serie beschäftigt sich der Künstler mit Landmaschinen, in einer anderen mit mechanischen „Reibemaschinen“.
Wir alle kennen die Situation in Fußgängerzonen, Passagen, Einkaufszentren oder im Werbefernsehen: Da steht ein Händler, ein Präsenter und verkauft mit vielen Worten, Gesten, Vorführungen und Handgriffen seine Allzweckmaschine. André Attias ziehen diese Vorstellungen an, er stellt sich zu der Gruppe der Zuschauenden und hört gebannt von den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Vielzweckmaschine, die raspelt, schneidet oder den Obstsaft ausdrückt. Er ist fasziniert von den Einzelteilen und der Struktur dieser Apparaturen.
Aus den Bildern der Vorführung kreiert der Maler dann seine eigenen Maschinen, zeigt in der Serie die Dynamik, die Kraft und ein wenig auch eine humorvolle, augenzwinkernde Seite der Materie. Das nicht ganz definierbar Gefährliche des Instrumentariums ist ebenso immer wieder spürbar. Und genau hier liegt einer der wesentlichen Reize dieser Werke: die Gleichzeitigkeit von verschiedenen Gefühlsstimmungen. Der Grobheit, die durch den malerischen Stil und Duktus veranschaulich wird, steht eine gleichzeitig funktionale Präzision und Detailfaszination gegenüber, mit der der Künstler seine Atmosphäre schafft.
Eine Ausstellung in Ko-operation mit Claus Friede*Contemporary Art, Hamburg.
André Attias ist der europäischen, insbesondere französischen Kunst verpflichtet, man findet aber ebenso deutliche Anzeichen von Einflüssen aus dem Maghreb und dem Orientalen in der Farbigkeit und Motivwahl.
Europäisch sind die kubistischen, expressiven, auch abstrahierenden Stilmittel, die der Künstler konsequent, aber nicht plakativ anwendet. Vorbilder sind zwar präsent spürbar, aber nicht übermächtig. Orientalisch wirkt in einigen Werken die Palette der Farben sowie seine Themenauswahl, die Rückschlüsse auf seine Herkunft zulässt.
Die Ausstellung in der Galerie Atelier III in Barmstedt widmet sich einem Werkkomplex, der scheinbar ganz profan und banal daher kommt. In den 1980er-Jahren begann Attias über hundert Bilder einer klassischen, italienischen Bialetti-Kaffeemaschine zu malen und zeichnen. Obwohl es sich immer um die identisch gleiche Kaffeemaschine handelt, ist keines der Bilder und Zeichnungen wie das andere.
In der gehängten Reihung der Ausstellung entsteht für den Betrachter ein Sinnbild des täglichen Lebens, das sich jeden Tag neu konstituiert. Auch wenn sich die Maschinen an bestimmten Merkmalen ähneln, entsteht eine immer wieder neu definierte Sichtweise. Der Maler geht sogar soweit, dass er die einzelnen Bilder von Kaffeemaschinen personalisiert, er gibt ihren als Betitelung Namen aus unterschiedlichen Kulturen und Zusammenhängen: „Helene“, „Jael“, „Shlomi“ oder „Johanan“. Übertragen auf das Leben heißt das: Kein Tag ist wie der andere, alles erscheint in einem anderen, individuellen Licht.
Formal werden die Elemente im Bild perspektivisch und formal verschoben und in ihren Sichtachsen immer wieder neu hinterfragt. Das geht soweit, dass regelrecht Metamorphosen entstehen und sich die Kaffeemaschine in andere Gegenstände und Wesen verwandeln kann.
Seine Freude an Technik und Maschinen zeigt sich in verschiedener Weise. In einer Serie beschäftigt sich der Künstler mit Landmaschinen, in einer anderen mit mechanischen „Reibemaschinen“.
Wir alle kennen die Situation in Fußgängerzonen, Passagen, Einkaufszentren oder im Werbefernsehen: Da steht ein Händler, ein Präsenter und verkauft mit vielen Worten, Gesten, Vorführungen und Handgriffen seine Allzweckmaschine. André Attias ziehen diese Vorstellungen an, er stellt sich zu der Gruppe der Zuschauenden und hört gebannt von den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Vielzweckmaschine, die raspelt, schneidet oder den Obstsaft ausdrückt. Er ist fasziniert von den Einzelteilen und der Struktur dieser Apparaturen.
Aus den Bildern der Vorführung kreiert der Maler dann seine eigenen Maschinen, zeigt in der Serie die Dynamik, die Kraft und ein wenig auch eine humorvolle, augenzwinkernde Seite der Materie. Das nicht ganz definierbar Gefährliche des Instrumentariums ist ebenso immer wieder spürbar. Und genau hier liegt einer der wesentlichen Reize dieser Werke: die Gleichzeitigkeit von verschiedenen Gefühlsstimmungen. Der Grobheit, die durch den malerischen Stil und Duktus veranschaulich wird, steht eine gleichzeitig funktionale Präzision und Detailfaszination gegenüber, mit der der Künstler seine Atmosphäre schafft.
Eine Ausstellung in Ko-operation mit Claus Friede*Contemporary Art, Hamburg.
Veranstaltungsort
- Ort:
- Galerie Atelier III - Website
- Straße:
- Schlossinsel Rantzau
- PLZ:
- 25355
- Stadt:
- Barmstedt
- Bundesland:
- Schleswig-Holstein
- Land:
-
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