Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 839 Gäste online

Neue Kommentare

C.Müller zu Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle: Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bah...
Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

Tanzplattform Deutschland: „Der zeitgenössische Tanz gehört zu den innovativsten aller Kunstsparten“

Drucken
(171 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Samstag, den 01. März 2014 um 11:15 Uhr
Tanzplattform Deutschland: „Der zeitgenössische Tanz gehört zu den innovativsten aller Kunstsparten“ 4.6 out of 5 based on 171 votes.
The Forsythe Company: Sider Foto: Dominik Mentzos

Sie versteht sich als das biennale Schaufenster des zeitgenössischen Tanzes, und dieses Jahr kommt die Tanzplattform Deutschland endlich wieder nach Hamburg.
Gezeigt wird die Jury-Auswahl der zwölf interessantesten Produktionen der letzten zwei Jahre. Am 27. Februar wurde das viertägige Tanzfestival auf Kampnagel feierlich eröffnet – mit hochkarätigen Gästen und viel internationalem Publikum.

Stickige Luft und dichtes Gedränge: Punkt 20 Uhr ist das Kampnagel-Foyer gerammelt voll. Zur Eröffnung der Tanzplattform Deutschland sind sie aus aller Welt gekommen: Choreographen, Dramaturgen, Tänzer, Branchenkenner und ganz normale Tanzliebhaber. Wortfetzen verschiedenster Sprachen sind durch den Gesprächslärm und das Gläserklirren zu vernehmen, dazwischen wuseln hektisch einige Kampnagel-Mitarbeiter hin und her, während sich schwerbepackte Kamerateams um den besten Platz neben der Tribüne rangeln. Ein Andrang, der die Organisatoren freuen, aber kaum überraschen dürfte, denn in Sachen zeitgenössischer Tanz gehört die Tanzplattform Deutschland inzwischen längst zu den wichtigsten Veranstaltungen der Bundesrepublik. Das Insiderfestival hat sich zum Publikumsmagneten gewandelt; hier werden einige der vielversprechendsten Nachwuchskünstler und Produktionen des Landes präsentiert und Einblick in die Vielseitigkeit der Tanzlandschaft Deutschlands gegeben.

Extra aus Berlin angereist ist Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, die die Tanzplattform Deutschland zusammen mit Hamburgs Kultursenatorin Barbara Kisseler und Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard feierlich eröffnet. „Der zeitgenössische Tanz gehört zu den innovativsten aller Kunstsparten“, so betont es Ministerin Grütters in ihrer Ansprache und weist dabei nachdrücklich auf die gegenwärtigen Bemühungen der Bundeskulturstiftung zur Tanzförderung hin. Nicht zuletzt sei der Tanz jetzt erstmals in den Koalitionsvertrag der Bundesregierung aufgenommen worden. Den zeitgenössischen Tanz stärker fördern, diesem Credo schloss sich auch Kultursenatorin Kisseler an, die sich besonders darüber freut, dass Hamburg mit der Ausrichtung der Tanzplattform Deutschland ein deutliches Zeichen setzt: „Hier lässt sich ein Paukenschlag der nationalen und internationalen Tanzszene erleben.“ Gefördert wird das Festival mit einem Budget von rund einer halben Millionen Euro aus den Töpfen von Bund, Kulturbehörde und Kampnagel.

Knallig wurde es dann beim anschließenden Stück „Sider“ von Starchoreograph William Forsythe. Der steckt sein teilweise vermummtes Ensemble in hautenge, knallbunte Ganzkörperkostüme und lässt sie über die Bühne tänzeln, hüpfen, kriechen, stolpern, rhythmisch marschieren und wieder minutenweise einfrieren. Alle Bewegungen stehen in Interaktion mit überdimensionalen Pappkartontafeln, die mal als Wand, als Boden, als Rampe, als Decke oder als Barrikade eingesetzt werden, auf ihnen wird getrommelt, herumgesprungen, mit ihnen wird geschubst und gedrängelt, aber auch darunter Schutz gesucht. Dazu stoßen die Figuren zeitweise unverständliche Wortfetzen, unverständlich monologisierende Tiraden aus, während mal atmosphärisches Klanggewaber, mal scharf-metallische Töne im Hintergrund erklingen. Über den Tänzern ist eine Leuchtschrifttafel angebracht, auf der kryptische Satzspielereien wie „She is to them as they are to us“, „He is to that as this is to him“ oder „They are to us as we are to them” projiziert werden. Aufschluss über das dann doch recht verwirrende und letztlich recht entwicklungsarme Spektakel mag höchstens eine der Kartonaufschriften geben, die „in disarray“, also „in Unordnung“ lautet. Das Stück von Forsythe stellt nämlich den Versuch dar, komplexe Sprachmuster einer Tragödie aus dem 16. Jahrhundert auf die Darsteller zu übertragen, was bei vereinzelt erkennbaren Shakespear’schen Wendungen wie „To Be Or Not To Be“ durchscheint. Trotz der zeitweisen Unzugänglichkeit des Stückes belohnte das Publikum die Vorstellung mit langanhaltendem Applaus.


Noch bis zum 2. März läuft die Tanzplattform Deutschland auf Kampnagel in Hamburg zu erleben.
Kampnagel Internationale Kulturfabrik, Jarrestraße 20 in 22303 Hamburg.
Mit dabei sind unter anderem noch Produktionen von Künstlern wie Meg Stuart, Tino Sehgal, Sebastian Matthias und Laurent Chétouane.
Nähere Informationen


Abbildungsnachsweis:
Header: The Forsythe Company "Sider". Foto: Dominik Mentzos

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Theater & Tanz > Tanzplattform Deutschland: „Der zeitgenöss...

Mehr auf KulturPort.De

200 Jahre Kunstverein in Hamburg
 200 Jahre Kunstverein in Hamburg



„Just what is it that makes today’s Kunstverein so different? So appealing?” Nach Charity Auktion (14.9.) und Festakt im Rathaus (22.9.) klingen mit einer  [ ... ]



Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen
 Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen



Was denn? Das Volk sei unfähig, Politisches zu durchschauen oder gar mitzuregieren? Liest man dies im Buch „Fassadendemokratie“, dann ist man bass erstaunt, [ ... ]



„Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik
 „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik



Er inspirierte Künstler wie Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und die Village People, seine markanten erotischen Zeichnungen veränderten radikal das Selbstverst [ ... ]



Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem
 Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem



Gerade war sie noch beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören und debütierte – nun kommt zeitnah dazu ihr Debütalbum auf dem Markt. Gemeinsam mit Piani [ ... ]



Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel
 Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel



Es ist dunkel in der Hamburger Gralsburg, als Achim Freyer mit seiner „Parsifal“-Interpretation den Start in die neue Saison der Staatsoper zelebriert. Der 8 [ ... ]



Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage
 Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage



Wie kann ein Künstler heute ungebunden und frei arbeiten? Ungebunden ist durchaus möglich – frei arbeiten stößt aus unterschiedlichen Gründen an Grenzen.  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.