Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 774 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre VolksspielbĂĽhne HĂĽsung : Hallo liebe HĂĽsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Theater - Tanz

Misery: Ohnsorg-Premiere mit einem kleinen, zaghaften Aber

Drucken
(83 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 22. April 2009 um 14:40 Uhr
Misery: Ohnsorg-Premiere mit einem kleinen, zaghaften Aber 4.1 out of 5 based on 83 votes.

Misery: Ohnsorg-Premiere mit einem kleinen, zaghaften Aber

 

Ein einziges kleines, zaghaftes Aber drängt sich mir auf an diesem Premierenabend:

Es will nicht ganz einleuchten, weshalb Paul Schellhorn, der berühmte Schriftsteller, so ganz selbstverständlich in Niederdeutsch plaudert, er, der hochdeutsch schreibt und vorliest und Reden hält. Sollte er seine Kindheit auf dem Land verbracht haben? Oder spricht er Platt, weil wir nun mal bei Ohnsorgs sind? Am ehesten könnte man sich vorstellen, dass er der einfachen, plumpen Anni nach dem Mund redet – zunächst aus Höflichkeit, später aus Angst – so etwa wie Senator Buddenbrook sich, dem Volk gegenüber, zu dergleichen herabließ.

 

Abgesehen davon ist die Vorstellung perfekt, von den zwei grandiosen Darstellern bis zu Kostümen und Dekoration.
 

Der Roman des amerikanischen Autors Stephen King wurde vom Engländer Simon Moore zu einem Theaterstück gemacht, von Jürgen Witt ins Plattdeutsche übersetzt und von Herma Koehn selbst bearbeitet. Stephen King macht gern Schriftsteller zu Helden oder Opfern seiner Erzählungen. Dies ist die Geschichte des Autors Paul, der eine Romanheldin erfunden hat, Misery. Deren überwältigender Erfolg fordert immer weitere Fortsetzungen einer Abenteuer-Herz-Schmerz-Serie, obwohl man Paul anmerkt, dass er selbst seine Heldin nicht gerade bedingungslos liebt.
 

Und es ist die Geschichte seiner Leserin, seines, wie sie selbst meint, größten Fans, Anni. Wie sie hier und da andeutet und wie man ihr ansieht, hat es das Leben nicht gerade gut mit ihr gemeint. Trost, Balsam und emotionaler Angelhaken waren ihr in den letzten Jahren die romantischen Abenteuer der schönen, stolzen und so weiter Misery, einer Frau, die Anni nie war und nie sein kann, in die sie sich hineinträumt aus ihrem kläglichen Dasein. Und nun fällt ihr ausgerechnet der Erfinder dieser Frau in die Hände!
 

Denn Paul verunglückt in der Einsamkeit und im Schnee mit seinem Wagen. Im Bett, am Tropf, kommt er wieder zu sich. Anni hat ihn aus seinem Auto geklaubt, in ihr bemerkenswert hässliches Heim geschleppt, seine gebrochenen Beine geschient und ihn erst mal intravenös ernährt –sie war früher Krankenschwester und besitzt noch einige entsprechende Utensilien.
 

Ein Blick in die Papiere des Bewusstlosen, ein Blick in sein bärtiges Gesicht und der Vergleich auf dem Buchrücken verraten ihr, mit wem sie es zu tun hat. Anni schildert ihre Verehrung für Misery und deren Schöpfer, den sie geradezu liebt, wie sie ihm mehrfach versichert.
 

Paul reagiert darauf zunächst leidlich geschmeichelt und etwas genervt. Er möchte möglichst schnell aus dieser unerfreulichen, unbequemen Umgebung wieder heraus, er möchte gern seine Agentin unterrichten, was mit ihm passiert ist und wo man ihn finden kann. Das liegt jedoch nicht in Annis Interesse. Sie behauptet, im Moment wären die Telefone nicht intakt, Paul soll sich gedulden.
 

Übrigens hat sie nicht nur ihn gerettet, sondern auch sein Romanmanuskript – er hat doch nichts dagegen, dass sie es liest?

Paul gestattet ihr das, er ist ganz neugierig, wie ihr schlichtes Gemüt auf sein neues Werk reagiert, seiner Meinung nach das Beste, das er je geschrieben hat. Denn endlich handelt es sich nicht mehr um die platte Misery-Saga, sondern um etwas kulturell viel Niveauvolleres. 
 



 

Home > Blog > Theater & Tanz > Misery: Ohnsorg-Premiere mit einem kleinen, z...

Mehr auf KulturPort.De

Franz Andreas Meyer – Hamburgs vergessener Stadtplaner
 Franz Andreas Meyer – Hamburgs vergessener Stadtplaner



Kennen Sie die HeiligengeistbrĂĽcke ĂĽber das Alsterfleet? Die FeenteichbrĂĽcke an der AuĂźenalster? Die BrooksbrĂĽcke, die vom Katharinenviertel zur Speichersta [ ... ]



Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen GlĂĽcksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit groĂźen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit GrĂĽndung im Jahr 2007 zu Ă–sterreichs renommiertesten Vokalensembles fĂĽr Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“ â [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.