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Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung

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Dienstag, den 11. Oktober 2016 um 11:34 Uhr
Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung 3.3 out of 5 based on 57 votes.
Glück – Le Bonheur. Eine wirklich glückliche Inszenierung

Eigentlich hab ich überhaupt keine Zeit, eine Rezension zu schreiben.
Hab mir das Stück kürzlich angeschaut, weil es mich interessierte und weil man ja gerade im größten Stress mal ein wenig Entspannung braucht.
Das war jedoch ein derart schöner Abend – ich kann nicht umhin, ein paar Worte dazu zu schreiben…


Es heißt ‚Glück – Le Bonheur‘, ist von Eric Assous und wird seit Mitte letzten Monats in der Komödie im Winterhuder Fährhaus gespielt. Ein 2-Personen-Stück, ein einfaches Stück. Kein Drama, kein wilder Ulk, stattdessen gescheites und höchst amüsantes Geplauder.

Louise, Autorin von Kinderbüchern und Alexandre, Restaurantbesitzer, (beide durchaus nicht mehr in ihrer Jugendblüte), haben sich eben kennengelernt und ziemlich spontan die Nacht miteinander verbracht.
Nun wollen sie vor dem Hintergrund des leicht zerwühlten Bettes frühstücken.
Das heißt, Louise will frühstücken und hat Toast gemacht. Alexandre möchte nur schnell einen Kaffee trinken und vor allem: weg!
Natürlich, er wird anrufen, vermutlich Mittwoch oder eher Donnerstag – nein, Freitag passt besser…
Dabei weiß er nicht einmal ihre Telefonnummer.
Alexandre will nichts vertiefen.
Aber dieses Verhalten kennt Louise aus anderen Erfahrungen und sie ist nicht bereit, so einen oberflächlichen Krempel weiter mitzumachen. Also schließt sie ihre Wohnungstür ab, als der Mann nicht hinschaut, und versteckt den Schlüssel.
So fängt es an, und es sieht so aus, als hätte sich Louises Trick gelohnt, denn es geht weiter.

Wir beobachten die beiden und die Entwicklung ihrer Beziehung durch die nächsten Monate.
Mit der Eleganz eines japanischen Tuschezeichners lässt Eric Assous uns, indem er reduziert andeutet, sehr viel über die Frau und den Mann erfahren.
Das liegt natürlich auch an der liebevollen Regie (Michael Wedekind) und vor allem an den hervorragenden Darstellern.
Barbara Wussow ist Louise, lockenköpfig, dickköpfig, zeitlos weiblich. Sie ist derart zum Verlieben, dass wir uns über Alexandres‘ Festhalten an ihr nicht weiter wundern. (Und sie wird, nebenbei, unterstützt durch ungewöhnlich reizende Kostüme und Hüte, für die Christl Stützinger und Ulrike Schuler verantwortlich sind.)

Peter Bongartz spielt den erfolgreichen Restaurantbesitzer, in jeder Lebenslage sein Handy am Ohr, um Bestellungen zu bestätigen mit dem dazugehörendem einladendem Lächeln in der Stimme.
Im Programmheft wird vermerkt, beide Protagonisten hätten ‚die Fünfzig bereits überschritten‘.
Das trifft auf Bongartz im höchsten Maße zu, er steckt bereits mitten in den Siebzigern. Doch das schadet gar nichts. Vermutlich würde sich manch Mittdreißiger über eine derart perfekte Figur freuen wie Bongartz sie besitzt.
Er tänzelt so geschmeidig und energiegeladen herum wie ein junger, wie ein altersloser Mann.
(Nach der Pause tanzt er tatsächlich ein wenig durch die Kulisse und bekommt, sehr zu Recht, Szenenapplaus.)

Man merkt den beiden Darstellern an, wieviel Spaß ihnen das leichte, niveauvolle Stück macht.

Wer irgend kann, sollte es unbedingt noch genießen: bis November 2016 steht es auf dem Spielplan.


Glück – Le Bonheur
von Eric Assous
Deutsch von Kim Langner
Regie: Michael Wedekind
mit Barbara Wussow und Peter Bongartz
1 Stunde und 45 Minuten (inkl. einer Pause)
Laufzeit: bis 06. November
YouTube-Video:
Trailer: Glück - Le Bonheur von Eric Assous


Abbildungsnachweis:
Header und Galerie:
Barbara Wussow und Peter Bongartz. Foto und Copyright: Loredana LaRocca

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