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Musik

Das Pär Lammers Trio legt bereits sein drittes Album auf: „komm doch vorbei“ – mehr als eine Einladung

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(102 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Hanne Golkakie  -  Samstag, den 07. November 2009 um 15:40 Uhr
Das Pär Lammers Trio legt bereits sein drittes Album auf: „komm doch vorbei“ – mehr als eine Einladung 4.5 out of 5 based on 102 votes.
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Pär Lammers (27) ist nicht gerade das, was man heutzutage einen typischen deutschen Jazzer nennt.
Er studierte zwar auch das Genre Jazz, sein öffentlich wahrgenommenes Repertoire ist aber wesentlich vielseitiger, als es auf den Blick erscheinen mag. Schon früh gründete er unter seinem Namen das Pär Lammers Trio, er spielt bei der Formation Jack Beauregard und The Little und ist bei weiteren Musikprojekten beteiligt.

Nach eigenen Aussagen haben ihn seine Eltern als Kind ans Klavier gesetzt und somit „selbst Schuld“, dass er nichts anderes werden wollte als Musiker. Seine erste musikalische Liebe galt eher dem Rock und sein liebstes Instrument war die Gitarre und nicht wie heute das Klavier.
Nach der Schule bewirbt er sich in seiner Heimatstadt Hamburg am knapp 30 Plätze zählenden Jazzstudiengang und wird abgelehnt. Im Nachhinein sieht er die Ablehnung als Glück an, denn konsequenterweise verlässt er 2003 Hamburg und zieht zum Musikstudium nach Amsterdam, wo es nach seiner Aussage „mehr Jazzmusiker als Coffeeshops“ gibt. Schnell fühlt er sich heimisch in der niederländischen Hauptstadt, erhält seine ersten Auftritte, lernt neue Stile, Leute und ihre Ideen kennen. Das Studium sieht er kritisch – zu viele Lehrer, die festlegen, was Jazz und Improvisation sein soll und was nicht. Er eckt an und er fühlt sich in der kritischen Rolle als „enfant terrible“ wohl.

2005 gründet sich das Pär Lammers Trio mit der heute noch aktuellen Besetzung mit Marcel Krömker (Bass) und Bennie Wellenbeck (Schlagzeug). Lyrisch-träumerische Stücke entstehen zunächst, später kommen härtere Klangbilder hinzu. Wenn die drei Musiker „es krachen lassen“ kann man kaum glauben, dass es sich um eine Jazzband handelt. Das Publikum dankt es ihnen. So wird dann das Berliner Label „Traumton“ auf sie aufmerksam und zeigen den buchstäblichen Mut zum Risiko. Gegen jedwedes Klischee und wider den Marketingstrategien, nehmen die Labelmacher ein Trio unter Vertrag, das noch aus Musikstudenten besteht.

Im Frühjahr 2007 erscheint das Debütalbum mit einem Titel, der konsequent nicht nur auf Jazz schließen lässt: „all die bunten Schafe“. Die CD wird ein Erfolg, auch weil das Lammers Trio unermüdlich auftritt. Stücke aus „all die bunten Schafe“ werden von Radiostationen ge-spielt und haben ein Repertoire an unverbrauchten Melodien, sind unkonventionell und machen einfach nur Spaß.
Pär Lammers entpuppt sich als bühnentauglicher Entertainer, wirkt mit seiner Frische und manchmal auch Schnoddrigkeit auf das Publikum. Er redet viel vor den Stücken – über seinen Heuschnupfen oder dass er übermüdet ist, was er gerade im Zug erlebt hat oder sonstige scheinbare Beiläufigkeiten. Und er tut dies mit einer Portion Selbstironie. Das dies aber Ausdruck eines stimmigen Gesamteindrucks ist, ist die Qualität über das Musikalische hinaus. Ungewöhnlich.
2008 erscheint bereits die zweite CD – wieder mit einem ungewöhnlichen, aber prekären Titel: „hinten rechts – der Regen“. Erklärungsversuche gar nicht erst angebracht. Und erneut ist viel Neues zu hören, weitere Klangbilder kommen hinzu, die aus einem nie erschöpft wirkenden Fundus des jugendhaften Spielens zu stammen scheinen. Und die Einfachheit überzeugt.

Nun ist soeben das dritte Album erschienen: „komm doch vorbei“. Nun fängt die Kontinuität an zu wirken, man spürt, die Musiker sind auf einander eingespielt, kennen ihre Obsessionen, lieben den lyrischen Sound, der gleich im ersten Albumstück zur Geltung kommt. Eines jedoch weicht dann doch von den Live-Auftritten ab. Das Trio hat es bislang noch nicht vermocht, die Tiefe und Intensität dieser CD auf die Bühne zu übertragen. Der Reifegrad des Albums und insbesondere des Titels „Hingerissen“, mit seinen klassischen, ein wenig an Keith Jarrett erinnernde Passagen und Variationen, muss sich dann auch im Konzert wider-spiegeln.

Die Konzerttournee durch Deutschland zur neuen CD ist für das Frühjahr 2010 geplant. In Hamburg kann man schon in diesem Jahr, am 18./19. Dezember die Uraufführung und Premiere erleben: im „Jazzclub im Stellwerk“.

Pär Lammers Trio: komm doch vorbei
VÖ: 27.11.2009
EAN/UPC: 705304453124
Traumton CD: 4531
Foto: Arne Reimer

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avatar Heiko Langanke
+1
 
 
Live im Jazzclub im Stellwerk am 17. und 18. Dezember 2010 zu erleben.
www.stellwerk-hamburg.de
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