Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1077 Gäste online

Neue Kommentare

Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...
Giulio zu „Die Spur”. William Blake und die Rache der Eigenbrötler : Prost Neujahr! Und danke für die vielen schönen...
Hubert Hoffmann zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Ein Prestige -Objekt für die oberen Zehntausend....
Feindt zu Hamburg: Ein Museum im Hafen: Ein schönes neues Museum und wo bleibt die Berü...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Dave Stewart in Hamburg – (eu)rythmisch begleitet von jungen Talenten

Drucken
(129 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 17. Oktober 2013 um 09:29 Uhr
Dave Stewart in Hamburg – (eu)rythmisch begleitet von jungen Talenten 4.2 out of 5 based on 129 votes.
Dave Stewart in Hamburg – (eu)rythmisch begleitet von jungen Talenten

Als Mitglied der Eurythmics schrieb Dave Stewart Popmusikgeschichte. Nun trat er im Hamburger Mojo Club auf.
Im Programmheft war der Abend des 4. Oktober als Zusammenspiel von Dave Stewart und Saint Lu ausgewiesen. Die junge Österreicherin startete mit ihren Bandkollegen scheinbar als gewöhnliche Vorband. Mit enormer Stimmgewalt und ausdrucksstarken Bewegungen baute die Sängerin, die bereits 2009 beim Reeperbahn Festival auftrat und in diesem Jahr bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest einen vierten Platz belegte, schnell Kontakt zum hanseatischen Publikum auf. Einige Stücke spielte sie gar vor der Bühne im Zuschauerraum und ließ mit ihrer rauen, lauten Stimme den Soul Train durch den Jazz-Keller an der Reeperbahn rauschen.

Nach diesem kleinen impulsiven Gig atmete das Publikum kurz durch. Doch welche Überraschung, als nach der Pause plötzlich dieselben Musiker mit Dave Stewart die Bühne betraten und den Song “So Long Ago” anstimmten, die erdige Rocknummer vom 2011er Album „The Blackbird Diaries”.
In „Drugs Taught Me a Lesson” gab Stewart dann Lebenserfahrung preis und leitete damit zu seinem kürzlich erschienenen Album „Lucky Numbers” über. Begleiteten in Hamburg attraktive Backgroundsängerinnen seine Songs, so sind es auf dem aktuellen Album namenhafte Musiker wie die australische Singer-Songwriterin Vanessa Amorosi.

Viele Stücke, wie das im Country-Stil verfasste „How to Ruin a Romance“, beweisen die Vielseitigkeit Stewarts. Dennoch ist sein Schaffen erstaunlich wenig bekannt.
Sicher, die Eurythmics kennt man, auch seine Zusammenarbeit mit der niederländischen Saxophonistin Candy Dulfer oder das Bandprojekt Dave Stewart & The Spiritual Cowboys sind geläufig. Doch nur wenige wissen, dass Stewart als Autor, Produzent und Musiker für Größen wie Tom Petty, Bob Geldof, Bryan Ferry, Ringo Starr, Joss Stone, No Doubt oder Bon Jovi gearbeitet hat. Zudem ist er als Musical-Autor tätig, schreibt Soundtracks, Drehbücher und Serienskripte.

Aber zurück zum Konzert: Die Hamburger Set-List beinhaltete auch einen seiner größten Solo-Erfolge: Das 90er-Jahre-Stück „Heart of Stone”. Im darauffolgenden Lied sprang Stewart zurück in die 1980er Jahre. Der marschierende Eurythmics-Hit “I Need a Man” schrie geradezu nach einer Lennox-gleichen Stimme – und damit konnte eine der Backgroundsängerin auftrumpfen. Überhaupt begeisterten die Begleitstimmen mit beeindruckenden Soloqualitäten in diesem Konzert, egal ob bei Frühwerken aus dem vergangenen Jahrtausend oder der ersten Auskopplung „Every Single Night” aus Stewarts neuem Album.
Saint Lu gesellte sich im Laufe des Abends ebenfalls unter die Sängerinnen, zunächst mit klarer Begleitstimme, später, im Duett mit Stewart, verlieh sie dem Klassiker „Here Comes the Rain Again” ein ganz neues, impulsives Gewand und dem Publikum eine Gänsehaut.

Die wohl beeindruckendste Stimme des Abends jedoch gehörte einem 13-jährigen Mädchen: Kaya, Dave Stewarts Tochter, bewies beim Stück „Missionary Man” gegen jede noch so geläuterte Soulsängerin antreten zu können. Während der Show hatte sie sich professionell in die Sänger-Riege eingefügt, um gegen Ende des Abends bei diesem Eurythmics-Stück stimmlich bis an ihre Grenzen zu gehen.

Dave Stewart gab in Hamburg einen bemerkenswerten Einblick in seine musikalische Spannbreite. Obwohl er auch heute noch Stücke aus der Zeit mit Annie Lennox spielt, wurde deutlich, dass es zu kurz gegriffen ist, ihn auf sein auf sein akustisches Schaffen bei den Eurythmics zu reduzieren, Gemeinsam mit seinen Mitstreitern bot der 61-jährige Brite einen Abend von unglaublicher Virtuosität und einer Spielfreude, die textsichere Fans der ersten Stunde ebenso mitrissen, wie junge Club-Gänger. Dennoch stellte er sich nicht in den Vordergrund, sondern reihte sich ein in das kreative Zusammenspiel großartiger Musiker und Stimmen, die sich enthusiastisch ihrer Kunst hingeben, um sich selbst und dem Zuhörer ein großartiges Konzert zu bieten.

Fotonachweis:
Header: (c) a.s.s. concerts & promotion gmbh
Galerie: Alle Fotos Oliver Ballendat

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > Dave Stewart in Hamburg – (eu)rythmisch beg...

Mehr auf KulturPort.De

James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone
 James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone



Speckstreifen fliegen durch das Weltall, rote Lippenstifte und Atompilze verkünden das nahende Inferno, Butterstücke zerfließen in einer Pfanne, Spaghetti mit [ ... ]



„Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache
 „Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache



Joe Wrights eleganter Politthriller „Die dunkelste Stunde” ist das Gegenstück zu Christoper Nolans überwältigendem Suspense-Epos „Dunkirk”. Zwei Filme [ ... ]



Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde
 Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde



Im Opernhaus in Hamburg schallen Kinderstimmen durch die Gänge: Es ist wieder opera piccola-Zeit!
Bevor die Kinderoper im Februar auf die Bühne geht, ist im H [ ... ]



Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami
 Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami



Ernst Wolff: „Finanz Tsunami. Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“
Es ist wie es einmal war und heute noch ist: Ein Ausspruch von Henry Ford, des  [ ... ]



Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach
 Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach


  War es Absicht, dass rund um das Fest der Liebe die Kölner Oper ausgerechnet Giuseppe Verdis Bühnenstück „Rigoletto“ – das 1851 den Wel [ ... ]



„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns
 „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns



Genialer Genre-Mix aus Neo-Western und Kleinstadt-Satire.
Manchmal ist es leichter einen Molotow-Cocktail zu werfen als zu weinen. Mildred Hayes (Frances McDorm [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.