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Musik

Klezmer Tales - Yxalag: "Fargint Zikh"

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Donnerstag, den 27. Juni 2013 um 08:29 Uhr
Klezmer Tales - Yxalag: "Fargint Zikh" 4.7 out of 5 based on 226 votes.
Klezmer Talers - Fargint Zikh - Yxalag

Regeln sind da um gebrochen zu werden, nicht aus Prinzip, sondern weil es Horizonte erweitert.
Das gilt zwar nicht für Glaubensfragen und schon gar nicht für orthodox-jüdische, aber für musikalische allemal.
"A Yiddishe Mamme" hieß das Debütalbum einer Gruppe von sieben Lübecker Musikstudenten, die sich 2008 den merkwürdigen Auftrittsnamen "Yxalag" gegeben haben. Behutsam und ungestüm zugleich tauchten die drei Musikerinnen und vier Musiker in die Welt der Klezmorim - und brechen Regeln.

Schon seit vielen Jahren steht die klassische Klezmer-Musik auf den Konzertprogrammen so selbstverständlich wie einst. Im Osten Europas über Jahrhunderte entwickelt und in den USA überlebt, ist Klezmer mit den unterschiedlichsten musikalischen Strömungen zu dem geworden, was es heute ist: eine Weltmusik.
Diese erdumspannende Inspiration nahm nun Yxalag mit dem zweiten Album wörtlich. "Fargint Zikh", so der Titel, ist eine tanzende, unkonventionelle Tour durch die Welt der Musik. Klezmer auf Reisen und aufgestapelt zu einzelnen, miteinander verbundenen Schichten, quer durch Europa, mit Einflüssen aus Spanien, Polen, Rumänien, der Doina bis zum Schwarzen Meer, dann nach Nordamerika - Besuch in New York bei Naftule Brandwein (1889-1963) und weiter nach Südamerika - der Tango lässt grüßen - bietet das Album eine Verspieltheit, die selbst vor Filmmusik-Andeutungen wie 'Kill Bill' oder eines 'Western' nicht halt macht. Und mit dem Partysound einer Hammond-Orgel geht es zeitweilig sogar "back to the Seventies". Urwald, Savanne und Orient, alles hörbar - das Kaleidoskop dreht sich in kleinen aber heftigen Schritten an die unerwartetsten Orte des Globus' und zeichnet neue "klezmereske" Bilder.
Keine Angst vor Genregrenzen, lautet die Devise. An wenigen Stellen vielleicht ein bißchen zu viel des Guten, ein wenig zu verspielt, fast schon überdreht, fängt sich das Septett aber immer wieder im Netz des klagenden und schluchzenden Klezmers. Die Instrumente stimmen den Hörer sentimental und melancholisch, mit der gehörigen Portion an Weltschmerz, um im nächsten Moment so ausgelassen und leidenschaftlich zum Tanz aufzufordern, dass einem schwindelig werden kann.

Zum Abschluss des Albums noch einer der Klassiker, fast schon eine Hymne der 1930er-Jahre: "Bei mir bistu schejn" (בי מיר ביסטו שיין) - nein, nicht die Andrew Sisters-Version, sondern mit dem Originaltext von Jakob Jacobs (1890-1977) und der Melodie von Sholom Secunda (1884-1974). Yxalag holt also das Stück zurück vom Yinglish zum Jiddisch, zurück nach Europa mit Balkanklang, Geigen und Stimmen.

Die Stunde Hörzeit vergeht wie im Flug, unverwechselbar und grenzenlos: "Fargint Zikh!" - "Genieße die vergönnte Zeit!"
Agew, zu koifen bei "ejdl" (אגב - זו קויפן בי אידל)


Yxalag: "Fargint Zikh"
gpARTS (LC 23067)
Vertrieb: Edel (Kat.-Nr. 004)
VÖ: 28. Juni 2013
Weitere Informationen unter: www.yxalag.de
Besetzung:
Violine und Viola: Nele Schaumburg / Juliane Färber / Kayako Bruckmann
Klarinette: Jakob Lakner
Kontrabass: Ulrich Zeller
Gitarre: Nicolas Kücken
Akkordeon, Piano, Orgel: Wolfhard Lippke
Percussion: Yogi Jockusch (Gast)

Fotonachweis: Detail von CD Cover

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