Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 743 Gäste online

Neue Kommentare

C.Müller zu Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle: Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bah...
Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

„Music Is A Great Investment“ - Tourneeabschluss in Hamburg

Drucken
(170 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 23. Juli 2012 um 10:40 Uhr
„Music Is A Great Investment“ - Tourneeabschluss in Hamburg 4.0 out of 5 based on 170 votes.
„Music Is A Great Investment“ - Tourneeabschluss in Hamburg MIAGI

Tanzen! Wer diese jungen Südafrikaner und ihre Musik hört, will nur noch tanzen.
Das tun die Konzertbesucher beim Tourneeauftakt von MIAGI in Ludwigsburg bei Stuttgart auch, zwischen den Stuhlreihen, im Foyer, und nach dem zweiten Konzert auch noch draußen bei der Zugabe im Freien vor dem Konzertsaal. Da spielen die jungen Musiker südafrikanische Rhythmen und Melodien, unwiderstehlich. So wie bei dieser spontanen Session, die völlig undenkbar wäre nach einem deutschen Klassik-Konzert. Südafrika klingt einfach immer ein bisschen anders. Musik, die – man muss nur in die Augen der Zuhörer schauen – glücklich macht.

Das ging schon am Vortag gleich bei den ersten Takten des großen Jazz-Abends los, an dem unter der Leitung des begnadeten Saxophonisten und Komponisten Tshepo Tsotetsi, gerade mal 22, Jazzwerke ausschließlich südafrikanischer Komponisten gespielt werden. Von der Bläserformation, am Klavier, mal mit, mal ohne Streicherverstärkung. Musik von internationalen Größen wie Abdullah Ibrahim, aber auch von drei Mitgliedern des Orchesters selbst – von der Flötistin Monique van Willingh, vom Trompeter Bhekinkosi Hlatshwayo, der dafür ans Klavier wechselt und ein hinreißendes Gesangstrio aus seinen Mitspielern rekrutiert. Wobei Tubaspielerin Zhile Ndika als exzellente Vokalistin begeistert gefeiert wird. Und der fantastische junge Jazz-Pianist Musa Mdluli sich virtuos in Klangwelten tummelt, die sonst einem Keith Jarrett vorbehalten sind.

Die MIAGI-Musiker lassen sich in keine Schubladen stecken. Das zeigt sich auch am ausverkauften zweiten Abend: Da sind die Jazzer ohne Probleme Teil des großen Sinfonieorchesters, das auf hohem Niveau musiziert. Die afrikanische Lebensfreude behauptet dabei ihr Recht gleich zum Auftakt, in „Out of South Africa“, einer Komposition des österreichischen Dirigenten Christian Muthspiel. Da wird zwischendrin improvisiert, Rufe hören sich an wie die Geräuschkulisse eines Marktplatzes, die Cellisten tanzen – Südafrika hat viele Facetten.

Leonard Bernsteins sinfonische Suite „On the Waterfront“ mit ihren großartigen expressiven Klangbildern schließt sich da ohne Bruch an. Nach der Pause bildet Debussys „L’après-midi d’un faune“ den meditativen Anlauf zu Gershwins „An American in Paris“. Die quirlige Tondichtung wird so knackig und schwungvoll gespielt, dass sie hier eigentlich „Ein Amerikaner in Johannesburg“ heißen müsste.

Gewaltiger Applaus für die jungen Musiker, die aus allen Ecken ihres Heimatlandes stammen. Manche kommen von angesehenen Musikschulen, andere stammen aus Township-Musikprojekten, die von MIAGI und seinen Gründern, dem südafrikanischen Tenor Robert Brooks und der finnischen Pianistin Ingrid Hedlund seit Jahren mit großem Einsatz unterstützt werden. Ausgewählt wurden die Orchestermitglieder nach einem Vorspiel, in zwei Studienblöcken haben sie dann die Programme für ihre Europa-Tournee eingeübt.
Wer die MIAGIs hört und sieht, bekommt man eine Ahnung davon, wie eine friedliche Zukunft in Südafrika gelingen könnte: durch die gemeinsame Arbeit an einer großartigen Sache, die auch noch Spaß macht. Im MIAGI-Orchester wird in vielen südafrikanischen Sprachen parliert, Englisch und Afrikaans sind die gemeinsamen Nenner. Und man versteht sofort, warum sie als Name „MIAGI“ gewählt haben. Die Abkürzung steht für den Satz „Music Is A Great Investment“, den der russische Geiger Maxim Vengerov bei seiner Arbeit mit dem Orchester geprägt hat.

In Berlin waren die MIAGI-Konzerte nach drei Tagen ausverkauft. 1.700 Zuhörer freuen sich jetzt auf die südafrikanische Eröffnung des „Young Euro Classics“ Festivals im Konzerthaus am Gendarmenmarkt am 27. Juli.

Nach Hamburg kommen die Musiker zum Tourneeschluss am 29. und 30. Juli – mit zwei Abenden, an denen ihre südafrikanische Lebensfreude und musikalische Perfektion die Zuhörer in der Fabrik glücklich machen soll. Mit ganz besonderen Impulsen, lebendig, kraftvoll, mitreißend. Musik für eine bessere Welt.


Jazz: New Skool Orchestra @ MIAGI. So, 29. Juli, 20:00, Fabrik, Barner Str. 36 in Hamburg-Ottensen
Klassik: MIAGI Youth Orchestra, Mo, 30. Juli, 20:00, Fabrik. Eintritt: jeweils 12.- Euro, Kombiticket für beide Konzerte 19.- Euro
Fotos: MIAGI

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > „Music Is A Great Investment“ - Tourneeab...

Mehr auf KulturPort.De

200 Jahre Kunstverein in Hamburg
 200 Jahre Kunstverein in Hamburg



„Just what is it that makes today’s Kunstverein so different? So appealing?” Nach Charity Auktion (14.9.) und Festakt im Rathaus (22.9.) klingen mit einer  [ ... ]



Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen
 Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen



Was denn? Das Volk sei unfähig, Politisches zu durchschauen oder gar mitzuregieren? Liest man dies im Buch „Fassadendemokratie“, dann ist man bass erstaunt, [ ... ]



„Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik
 „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik



Er inspirierte Künstler wie Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und die Village People, seine markanten erotischen Zeichnungen veränderten radikal das Selbstverst [ ... ]



Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem
 Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem



Gerade war sie noch beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören und debütierte – nun kommt zeitnah dazu ihr Debütalbum auf dem Markt. Gemeinsam mit Piani [ ... ]



Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel
 Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel



Es ist dunkel in der Hamburger Gralsburg, als Achim Freyer mit seiner „Parsifal“-Interpretation den Start in die neue Saison der Staatsoper zelebriert. Der 8 [ ... ]



Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage
 Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage



Wie kann ein Künstler heute ungebunden und frei arbeiten? Ungebunden ist durchaus möglich – frei arbeiten stößt aus unterschiedlichen Gründen an Grenzen.  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.