Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1349 Gäste online

Neue Kommentare

Willem van Rensenbrink zu „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns: Danke für den Tipp. Ein klarer Oscar-Kandidat!...
h. pöhls zu James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone: war genauso beeindruckt. Gut beschrieben....
Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...
Giulio zu „Die Spur”. William Blake und die Rache der Eigenbrötler : Prost Neujahr! Und danke für die vielen schönen...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Amadou & Miriam: Folila

Drucken
(164 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 06. März 2012 um 08:35 Uhr
Amadou & Miriam: Folila 4.7 out of 5 based on 164 votes.
Amadou & Miriam: Folila

Seit über 30 Jahren sind sie ein Paar – als musikalisches Duo wie im Leben.
Amadou Bagayoko und Miriam Doumbia stammen aus Bamako, der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Mali. In den 1970er- und 80er-Jahren tourten sie durch ihr Heimatland, durch Burkina Faso und die Elfenbeinküste und werden dort als musikalische Stars gefeiert. Heute sind sie längst auch auf den internationalen Bühnen zuhause, treten in Europa und Nordamerika auf – zwischen Paris, London und New York City. Eher seltener in Deutschland.
"Folila", das neue Album des Duos, wird am 2. April veröffentlicht und am 13. des Monats um 19 Uhr stellen Amadou & Miriam es live in Londons Shepherd’s Bush Empire vor.

In Deutschland wurden die beiden Künstler auch deshalb bekannt, weil sie zusammen mit Herbert Grönemeyer den offiziellen Song zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 aufnahmen: „Zeit, dass sich was dreht (Celebrate the Day)“. Danach musizierten die beiden blinden Musiker mit den angesagtesten Solisten und Bands: mit Coldplay, David Gilmour und Johnny Marr, sie tourten mit U2 und traten bei der Vergabe des Friedensnobelpreises für Barak Obama auf.

„Cross-Cultural“, „Weltmusik“ und „Afro-Blues“ sind jene Begriffe, sie in eine Kategorie fassen zu wollen. Alle Beschreibungen stimmen, sind aber letztlich viel zu ungenau. Amadou & Miriam verbinden unterschiedliche Stile, Traditionen, Kulturen und Instrumente. Grundlage bildet zwar der reiche musikalische Fundus aus Mali, es gibt aber kaum ein Album, auf dem keine europäischen Trompeten und E-Gitarren, arabische Flöten, indische Tablas und afrikanische Perkussionsinstrumente zu hören sind. Deren Klänge sind auch auf dem neuen Album: „Folila“ zu hören. Folila heißt in Bambara, der Landesprache Malis, schlicht 'Musik'. Die dreizehn Stücke sind zusammengefasst ein unverwechselbar buntes, regelrecht mitreißendes Werk, eine Art Jamsession mit befreundeten Musikern aus New York, London, Paris und Bamako. So ist es kein Wunder, dass es mehrsprachige Stücke gibt und der Hörer in eine lebensfrohe, rhythmisch-afrikanische Grundstimmung eintaucht. Neben der westafrikanischen Melodik sind Instrumente und Rhythmen zu hören, die an Karibik und Kreolisches erinnern.

Mit der US-amerikanischen Sängerin und Komponistin Santi White aka ‚Santigold', die karibische und westafrikanische Musik studierte, beginnt das Album feuerwerkartig temperamentvoll. Auch andere Musikerlegenden sind zu hören, Ebony Thomas aka ‚Ebony Bones' beispielsweise. Die britische Sängerin und Songwriterin bringt mit "C’est Pas Facile Pour les Aigles" den karibisch-französisch-britischen Spirit zum Siedepunkt. Der New Yorker Rapper Theophilus London ist ebenso dabei wie der Keyboarder Joseph „Amp“ Fiddler aus Detroit und die Kunst-Performance-Musiker von Scissor Sisters mit Frontmann Jake Shears. Sie alle geben dem Album über den afrikanischen Sound hinweg ihre eigene Handschrift.
Der Franzose Bertrand Cantat, von der Rockgruppe Noir désir ist gleich dreimal vertreten. Er, der jahrelang wegen des tragischen Todes der Schauspielerin Marie Trintignant die medialen Schlagzeilen dominierte und nach seiner Haftzeit eine derartig raue Stimme bekommen hat, dass man ihn kaum wiedererkennt.
Der nigerianische Gitarrist Abdallah Oumbadougou, der die Traditionen der Touareg-Minderheit in seinem Land verteidigt, ist mit einem Stück vertreten, das harte E-Gitarrenklänge rockt und gleichzeitig von gebetsmühlenartigen melodischen Wiederholungen lebt.
Auffallend bei einigen Stücken ist die Kombination aus Musik und Geräuschen: So hört man Regentropfen, Rauschen und Knacken, als ob es die lupenreine Digitaltechnik nicht gäbe und Kinderlachen – so wie am Ende von "Cherie" – dem letzten Werk auf der CD. Es klingt als ob die 'Hymne an die Familien dieser Welt' bei weit geöffneten Studiotüren mit Kindern aus der Nachbarschaft aufgenommen wurde. Der Amadou-und-Miriam-Fan wird mit hellem Kinderlachen entlassen.


Amadou & Mariam: Folila
01 Dougou Badia (feat. Santigold) 03:53
02 Wily Kataso (feat. TV On The Radio) 04:23
03 Oh Amadou (feat. Bertrand Cantat) 03:28
04 Metemya (feat. Jake Shears of Scissor Sisters) 03:54
05 Africa Mon Afrique (feat. Bertrand Cantat) 03:40
06 C’est Pas Facile Pour les Aigles (feat. Ebony Bones) 02:39
07 War (feat. Amp Fidler) 03:19
08 Sans Toi 03:15
09 Mogo (feat. Bertrand Cantat) 03:34
10 Another Way (feat. Bertrand Cantat) 02:56
11 Bagnale (feat. Abdallah Oumbadougou) 03:29
12 Nebe Miri (feat. Theophilus London) 03:06
13 Cherie 04:39

Release: 2. April 2012
In unseren Breiten zu hören:
Am 27. März in "De Oosterpoort" in Groningen/Niederlande, am 3. Mai im "Centralstation" in Darmstadt und am 7. Juli zum "Summerjam 2012" in Köln.alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > Amadou & Miriam: Folila

Mehr auf KulturPort.De

Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd
 Karl Schmidt-Rottluff: expressiv, magisch, fremd



Gut Ding will Weile haben, heißt es. Manchmal erstaunlich lange Weile: Zum ersten Mal untersucht eine Ausstellung den Einfluss außereuropäischer Kunst auf das [ ... ]



„Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott
 „Alles Geld der Welt”. Die Kapitalismuskritik des Ridley Scott



Elegantes Kidnapping-Drama als Psychogramm menschlicher Gier.
Rom, Juli 1973. „Bambino” nennen ihn die Prostituierten vom Piazza Farnese ironisch-mitleidig, [ ... ]



Machen sie mich schön, Madame d’Ora
 Machen sie mich schön, Madame d’Ora



Sie setzte mit großer Leidenschaft die schönen Dinge des Lebens in Szene: Die Mode. Die Kunst. Die feine Gesellschaft im Wien der K.u.k.-Monarchie und später  [ ... ]



Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung
 Uri Korea – Ruhe in Beschleunigung



In den vergangenen Monaten machte Korea oft Schlagzeilen, aber immer war es Nordkorea, verbunden mit den Drohgebärden seines atomraketenverliebten Staatschefs K [ ... ]



„The Disaster Artist”. James Franco und der Kult um das Scheitern
 „The Disaster Artist”. James Franco und der Kult um das Scheitern



Vor vierzehn Jahren erlangte Tommy Wiseaus Leinwand-Epos „The Room” in Hollywood zweifelhafte Berühmtheit als „schlechtester Film aller Zeiten”. Lächer [ ... ]



Hamburger Kunsthalle – erneutes Finanzdefizit
 Hamburger Kunsthalle – erneutes Finanzdefizit



Zwei Mal hat die Freie und Hansestadt die Hamburger Kunsthalle mit großer Anstrengung entschuldet, jetzt muss sie wohl wieder in das Staatssäckel greifen: Das  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.