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Musik

Stell Dir vor, Du hörst Jazz und merkst es nicht

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Donnerstag, den 17. März 2011 um 14:20 Uhr
Stell Dir vor, Du hörst Jazz und merkst es nicht 4.6 out of 5 based on 127 votes.
Stell Dir vor, Du hörst Jazz und merkst es nicht, GrooveFM

Webradiosender gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Versucht man jedoch, zwischen all den Sandkörnern, ein Stück Bernstein zu finden, so kann es mehr als anstrengend werden.
Sucht man Nischensender mit dem Begriff ‚Groove’, landet man schnell bei austauschbaren Formaten, die sich um alles zwischen Deep House, Downtempo oder sogenannter Lounge Music kümmern.

Eher zufällig landet der interessierte Fan bei einer musikalischen Mixtur aus Jazz, Funk, Electronic und Downtempobeats. Der Landeplatz nennt sich GrooveFM und sendet nicht einmal aus einer großen Metropole, sondern aus einem Ort namens Heigenbrücken. Schon einmal gehört? Ich nicht.
Peter Hoeld und Henning Schwörer sind für das Programm verantwortlich, dass zwischen 6 Uhr morgens und 3 Uhr nachts im Stream ist und sich auch als App kostenlos im Netz laden lässt.
Besteht ein Teil des Tagesprogramms aus CD-Tipps, werden die Hauptsendeinhalte von aparten Begriffen wie 'Flooristik', 'Nu Grooves' und ‚most wanted’ geziert.
Und das hört sich richtig gut an.

Der Trend, sich mit Jazzgrooves auseinanderzusetzen und diese in Beziehung zu anderen Ambient-Genres zu positionieren ist augen- und ohrenscheinlich. Jazzfestivals wie das „jazznojazz Festvial in Zürich, dem zu verwechseln ähnlich klingenden JazzNotJazz Festival in Frankfurt/M. sowie das ELBJAZZ Festival in Hamburg, stehen für die Entwicklung, dem Publikum auch einen Jazz zu präsentieren, den die Zuhören kaum als solchen wahrnehmen und somit ein breiter gestreutes Interesse hervorrufen sollen. Festivalbesucher fragen sich dann manchmal ganz erstaunt: Das ist Jazz? Und die Antwort muss dann lauten: Ja, auch das ist Jazz!

GrooveFM hat nun ganz in diesem Wissen eine hörenswerte Compilation in limitierter CD-Form herausgebracht. Auf „GrooveFM Vol.1“ sind zwölf Stücke zu hören, von zwölf verschiedenen, vielfältigen Musikern und Gruppen. Namen, die man aus dem Jazzbereich seit längerem kennt: das Thomas Siffling Trio, Jeff Cascaro und Wolfgang Haffner sind dabei sowie [Re:Jazz], Spherical und Bahama Soul Club. Aber auch Newcomer und Noch-Geheimtipps gilt es hier zu entdecken: Der in Wien lebende Musiker Steve Nick, der zwischen Nu Jazz und Soul oszilliert, das Britenduo JetTricks, die Elektroakustiker mit Lounge- und Nu Jazz-Klängen aus dem Süden Londons und dem aus dem Saarland stammenden Quartett Nicole Jo mit Needs 2B Funky. Deren Repertoire umfasst „folkloristische Ausflüge in zerklüftete Balkan-Melismatik, Gospel Balladen, Groove, Swing und energetische Ausbrüche in explosive Free-Jazz-Sphären. Die Musik schwebt, beschwört den alten Geist des Blues und nutzt die moderne Klangsprache des zeitgemäßen Neo-Bop“, wie sie sich selbst beschreiben.
Alles klar? Nein? Dann reinhören – und GrooveFM ist nicht nur gut für einen Relax-Nachmittag!

Label: Wohnton Musik | LC: 11017 | Distribution: Our Distribution
Trackinglist:

01. Bahama Soul Club Feat. Pat Appleton "Late Night Bossa"
02. [re:jazz] "All Over (Live At Motion Blue Yokohama)"
03. Thomas Siffling "Cruisen"
04. Steve Nick "Holding Me Close"
05. Nicole Jo Needs 2B Funky "Oslo"
06. Tosten Goods "Lover Dance"
07. Jeff Cascaro "The Sun Is Shining For Our Love"
08. Wolfgang Haffner "The Day Before Yesterday"
09. Spherical "I Wonder"
10. JetTricks "Love Hangover"
11. Trinah "I Wish"
12. Boot Cut Rockers "Blue Beach"

Hörproben zur „GrooveFM Vol.1
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