Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 909 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Großes Miau in der Staatsoper Hamburg: „Katze Ivanka“ nervt die Primadonna

Drucken
(86 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 21. Oktober 2016 um 12:30 Uhr
Großes Miau in der Staatsoper Hamburg: „Katze Ivanka“ nervt die Primadonna 4.3 out of 5 based on 86 votes.
Staatsoper Hamburg Katze Ivanka

Die „Katze Ivanka“ auf der kleinen Bühne der Hamburgischen Staatsoper ist ein kleines, funkelndes Juwel der Kinder- und Familienoper. Eine mit Spaß und großartiger Musik erzählte Geschichte über die Katze, die der Primadonna Konkurrenz macht. Vera Nemirova (Libretto und Regie) und Massimiliano Matesic (Musik) ist damit ein großer Wurf gelungen.

Diese „Katze Ivanka“ sollte der Staatsoper noch lange erhalten bleiben. Das Haus an der Dammtorstraße kann sich freuen, diese hinreißende kleine Familienoper von Vera Nemirova (Libretto und gleichzeitig Regisseurin) und Massimiliano Matesic (Musik) als Welturaufführung in der „opera stabile“ auf die Bühnenbretter gebracht zu haben.

Das Stück um die opernverliebte Katze Ivanka, die so gern singt und am liebsten der Primadonna Konkurrenz machen möchte, ist ein kleines Juwel im Spielplan. Mit einer stringenten Geschichte, in der Ivanka als singende Katze den „Normalbetrieb“ eines Opernhauses gewaltig aufmischt. Aber Ivanka treibt es in ihrer Liebe zur Oper zu toll, und so soll sie zum Leidwesen ihres Menschenfreundes, des Requisiteurs Falana, aufs Land deportiert werden. Ab in die Eisenbahn – und tschüs! Doch Katzen, die wirklich singen wollen, sind so leicht nicht kalt zu stellen. Und ein Opernhaus ohne Katze – das ist plötzlich ganz schön langweilig. Dieses Licht geht am Ende allen auf, sogar der zickigen Primadonna. Was dann immerhin zur Möglichkeit eines Happy Ends führt.

Rund um die Katzengeschichte gruppiert Vera Nemirova viele hübsche Detail-Einblicke in den Opernbetrieb, kleine und große Zuschauer lernen eine Menge: wie ein Regisseur seine Gedanken erst beim Proben entwickelt und den Tenor aus „La Bohème“ alle zwei Töne unterbricht, um den Zauber der Musik am besten zur Geltung zu bringen. Wie man als Primadonna den Operndirektor um den Finger wickelt, wenn man eine kleine freche Katze loswerden will. Wie Bühnenbilder gewechselt werden. Wie Theaterschwerter zerbrechen und wieder heile werden. Und dass Mäuse und Ratten nicht nur gern gesehene Liebesgaben sind, sondern beim Katzentreff auch wie Teebeutel in die Tasse gehängt werden.

Das großartige und spielfreudige Ensemble sorgt dafür, dass es keine Sekunde langweilig wird (außer, wenn Ivanka ihre Langeweile vorspielt): Narea Son aus dem Internationalen Opernstudio ist eine wunderbare Opernkatze, die sehr überzeugend schnurren, miauen und schmusen kann und ihren höchst anspruchsvollen Sopran-Part so nuancenreich, lebendig und textverständlich singt, dass sie sich damit ohne weiteres für größere Aufgaben empfiehlt. Ihr Widerpart ist Gabriele Rossmanith als genervte Primadonna, die sich an den Grenzüberschreitungen des kessen Kätzchens wie des Operndirektors (Marcel Rosca) abarbeitet – was stimmlich nicht weniger fordert und perfekt gemeistert wird. Der Spaß, den das macht, ist ihr wie allen anderen anzusehen. Den weichherzigen, katzenverliebten Requisiteur Falana singt Julian Arsenault mit einer warmen und kräftigen Tiefe, und als Tenor brilliert Sergei Ababkin, ebenfalls aus dem Opernstudio, mit einer gekonnt komisch überspannten, schmelzigen Gänsehaut-Höhe.

Bringt die Kinder in dieses Stück!
Elf Musiker sitzen, etwas weit am Rand des Geschehens, im kleinen Orchester und erwecken unter der umsichtigen und engagierten Leitung von Johannes Harneit die Musik von Massimiliano Matesic zum Leben, die den Figuren des Stücks sehr differenziert ihre musikalischen Charaktere verpasst. Dezent eingewebt in die Partitur sind Motive und Klangfarben unterschiedlicher Opern wie „La Bohème“, „Siegfried“, „Lakmé“ oder „Eugen Onegin“, die auch in Probensituationen in der Handlung auftauchen. Zwei ältere Damen neben mir konnten sich nicht darauf einigen, ob es nicht manchmal „zu modern“ klinge oder ob das doch gerade erst den Pfeffer zur Handlung gebe. Man tendierte nach dem Ende zum Pfeffer. Es ist Musik aus der Tiefe spätromantischer Wurzeln, die Matesic klug verarbeitet und in die Gegenwart holt. Musik, die durchaus geeignet ist, wie auch die Handlung, zu bewegen und anzurühren. Und der Abschied Ivankas von Falana greift wirklich ans Herz – kleine Oper ganz groß, mehr geht nicht.

Wenn Ivanka nach einer wirklich komischen Bahnfahrt verschwunden ist und dann sichtlich mitgenommen wieder auftaucht und ihren Platz zurückerobert als das kreative Prinzip, das in der Oper alles kräftig durcheinander schüttelt, damit es sich stets neu finden kann, dann versteht man das Motto im Programmheft. Es stammt von Albert Schweitzer und lautet: „Zweierlei eignet sich als Zuflucht vor den Widrigkeiten des Lebens: Musik und Katzen.“
Schade nur, dass in meiner Abendvorstellung fast keine Kinder im Publikum saßen – denn „Katze Ivanka“ ist ein intelligentes neues Stück, das alles mitbringt, gerade sie zu bezaubern und zu faszinieren und junge Fans fürs Musiktheater zu finden. Man kann nur hoffen, das die Oper mit den herrlichen „Miaus“ noch sehr viel öfter auf den Spielplan kommt, damit sich das auch herumsprechen kann.

Katze Ivanka
opera stabile, Kleine Theaterstraße.
Weitere Termine: 5., 6. und 13.11., jeweils 15:30 Uhr. Am 7., 9. 10., 11. und 15.11., jeweils 11:00 Uhr; sowie 11. und 15.11., jeweils 19 Uhr.
Karten 28.- € im Internet und unter (040) 3568 68.

Weitere Informationen


Abbildungsnachweis: Alle Fotos Jörn Kipping
Header: Narea Son
Galerie:
01.
Narea Son, Julian Arsenault
02. und 03. Gabriele Rossmanith, Marcel Rosca
04. Sascha Emanuel Kramer, Sergey Ababkin, Gabriele Rossmanith, Narea Son
05. Sascha Emanuel Kramer, Sergey Ababkin, Julian Arsenault. Narea Son, Michael Taylor

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

avatar Massimiliano Matesic
+2
 
 
Sehr geehrter Herr Kritiker (leider ist ihr Name in dem Artikel nicht erwähnt),

haben Sie ein herzlichen Dank für die sehr positive Kritik! Leider muss ich einen schwerwiegenden Fehler im Text (ich hoffe, dass es sich um eine reine Typographische Verwechslung zweier Worte handelt) tadeln:
Katze Ivanka ist Vera Nemirovas Debüt als AUTORIN, sicher nicht als REGISSEURIN!!!
Sie hat 20 Hahren Karierre auf den allerbestenbühne Europas hinter sich!

Mit freundlichen Grüssen

Massimiliano Matesic
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
avatar Hans-Juergen Fink
+2
 
 
Sehr geehrter Herr Matesic, da haben Sie natürlich Recht - ein dummer Dreher, der schnell korrigiert wird. Und das bei einem so großartigen Stück! Viel Erfolg noch für die "Katze Ivanka"!
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Kommentar abschicken
Abbrechen
Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > Großes Miau in der Staatsoper Hamburg: „Ka...

Mehr auf KulturPort.De

Franz Andreas Meyer – Hamburgs vergessener Stadtplaner
 Franz Andreas Meyer – Hamburgs vergessener Stadtplaner



Kennen Sie die Heiligengeistbrücke über das Alsterfleet? Die Feenteichbrücke an der Außenalster? Die Brooksbrücke, die vom Katharinenviertel zur Speichersta [ ... ]



Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.