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Musik

Boogie Woogie Sessions

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Geschrieben von Claus Friede  -  Freitag, den 31. Juli 2015 um 09:36 Uhr
Boogie Woogie Sessions 4.9 out of 5 based on 131 votes.
Weber - Zwingenberger Foto A. Dobias

In den vielen Jahren seit dem 8.8.88 ist das Datum ein Kulttermin geworden. Bei den jährlichen Treffen in der „Fabrik“ in Hamburg sind 88 Pianisten und Musiker bei dieser großen Boogie-Woogie-Session aufgetreten.
Bei der diesjährigen Ausgabe kommen drei ganz neue Gäste dazu: „aus Belgien, Österreich und Deutschland, und es gibt ein Wiedersehen mit dem englischen Pianisten Big John Carter“, heißt es in der Ankündigung zur „The Hamburg Boogie Woogie Connection 2015".

Die Hamburger Blues- und Boogie Woogie-Urgesteine Axel Zwingenberger und Vince Weber laden seit 27 Jahren gemeinsam ein: „Boogie Phil" Filiep Ketels tritt in seiner belgischen Heimat sowohl als Solist, als auch in der Bandformation „Boogie Phil & The Wise Guys" auf. Er spielt seit frühester Jugend Ragtime am Klavier, wenig später kamen Blues, Boogie und Jazz hinzu. Besonders die Jump Bands der 1950er-Jahre faszinieren den belgischen Meister, was man insbesondere währernd seiner Solopianopartien genießen kann. In der „Fabrik“ wird 2015 sein erster Hamburg-Auftritt stattfinden. Ein Wiedersehen gibt es mit Big John Carter, dem englischen Charakterkopf aus London. Sein erdiges Bluespianospiel erinnert an die frühen Tage, als sich der Rock'n'Roll aus dem Boogie Woogie entwickelte.

Michael Hortig aus den steirischen Graz ist bereits seit den 1970er-Jahren in der Szene unterwegs und zwar nicht nur als Pianist: Er recherchiert unermüdlich und bringt Artikel über vergessene Musiker, Konzerte und das Genre per se in Blues- und Boogie-Blogs heraus. Am Piano widmet er sich der Musik früher Barrelhouse-Pianisten, viele heute nahezu in Vergessenheit geraten. Seine Eigenkompositionen sind mindestens ebenso hörenswert.

Luca Sestak ist mit seinen 20 Jahren der Youngster der geladenen Musiker. Der aus Celle stammende Pianist spielte bereits auf Festivals in halb Europa und in die USA. Dabei hat er ein erstaunliches Repertoire: neben Boogie auch Blues, Jazz und Klassik.
Dagegen sind die Stammgäste der „The Hamburg Boogie Woogie Connection“ allesamt international bekannt: Gottfried Böttger, Jo Bohnsack, Vince Weber und Axel Zwingenberger.

Letztgenannter hat in diesem Jahr in Form eines Nostalgiealbums eine hörenswerte Hommage erhalten. „Boogie Woogie Session ‚76 – Live in Vienna“ ist eine Kombination von zwei CDs und einer DVD mit knapp 50 Titeln von Konzerten aus den Jahren 1976 und 1977 – es handelt sich um die „Complete Recordings“. Gemeinsam mit Bruder Torsten Zwingenberger (Schlagzeug,) Vince Weber (Piano), dem 1980 jung verstorbenen Hans-Georg Möller (Piano) und dem Österreicher Martin Pyrker (Piano) mischte die Connection Clubs wie das Atrium auf, spielten im Konzerthaus Wien, im ORF-Studio und im „Studio Bronner“. Gerhard Bronner war österreichischer Komponist, Autor, Musiker und Kabarettist. Anfangs verdiente er sich Geld als Barpianist, bevor er namhafter Produzent von Musiksendungen wurde. Sein Studio diente also für Auftritte und Aufnahmen gleichermaßen.

Nach einer Einführung in die Geschichte des Blues, erzählt von Hans-Georg Möller, wird mit gewohnt rasender Boogie Woogie-Geschwindigkeit gespielt, was das Zeug hält, und wer da nicht vom Stuhl gerissen wird, muss am Boden festgenagelt sein.
Seit 115 Jahren gibt es diese pianistische Bluesgattung, seit 1928 hat sie ihren Namen, erhalten von Clarence „Pine Top“ Smith, ein unübersetzbarer Ausruf des Pianisten zur Aufforderung, die Zuhörer mögen tanzen, tanzen, tanzen.

Ein weiteres Album zeigt, dass der Boggie Woogie-Staffelstab weitergegeben wird: „The Joy Of Boogie Woogie“ ist die pure Freude am schnellen Blues und verbindet den japanischen Ausnahme-Boogie-Woogie-Pianisten Keito Saito, Jahrgang 1978, mit seinem großen Vorbild und Mentor Axel Zwingenberger, Jahrgang 1955.
Die beiden verstehen sich musikalisch traumwandlerisch perfekt, ergänzen ihrer beider Klavierspiel zu filigranen, anrührenden Erzählungen und ausgelassen wilden Duett-Einlagen. Das eine und andere Mal sind die Musiker jeweils auch als Solokünstler auf der CD zu genießen. Live aufgenommen wurde das Album im Rahmen der gemeinsamen Japan-Tournee im Jahr 2010.


Ein Leckerbissen aus der "Encyclopedia of Jazz on Records": Pine Top Smith, December 1928: PineTop's Boogie Woogie

„8 Pianisten an 2 x 88 Tasten"
mit: Axel Zwingenberger, Vince Weber, Gottfried Böttger, Jo Bohnsack, Big John Carter, Filiep Ketels, Michael Hortig, Luca Sestak.
Am Samstag, 08.08.2015, Einlass: 20:00 Uhr, Beginn: 21:00 Uhr,
Fabrik, Barnerstraße 36, 22765 Hamburg
Vorverkauf: 25,00 € ; Abendkasse: 28,00 €

„Boogie Woogie Session ‚76 – Live in Vienna“
Axel und Torsten Zwingenberger, Vince Weber, Hans-Georg Möller, Martin Pyrker
2 CDs, DVD
Label: Vagabond
EAN: 4011870150388

Keito Saito & Axel Zwingenberger: The Joy Of Boogie Woogie
Live CD
Label: Vagabond
EAN: 4011870814372

Hörprobe


Abbildungsnachweis:
Header. Vince Weber und Axel Zwingenberger „Die Boogiemeister“. Foto: Alex Dobias
Galerie:
01. Ankündigung Boogie Woogie Session in der Fabrik
02. und 03. CD-Cover

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