Zum Anfang

Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 672 Gäste online

Neue Kommentare

Herby Neubacher zu Mahlers Achte: Erlösung nicht wirklich garantiert: Faellt einem ein - nicht schoen aber laut. Es leb...
Marion Sörensen zu Unsere 17. Lange Nacht der Museen in Hamburg: Ich kann der Vorrednerin nur intensiv beipflichte...
Dirk Lübben zu Gezeitenkonzerte – Musik-Festival in Ostfriesland: Sturm und Klang: Ein schöner Artikel, der Lust macht, dieses Fest...
Some dude from north of the river zu „Gimme Danger” – Liebeserklärung an Iggy Pop & The Stooges: Das klingt wunderbar. Den Film werde ich mir ganz...
Lena Baal zu Unsere 17. Lange Nacht der Museen in Hamburg: Super unterhaltsamer, informativer Artikel, in de...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Musik

Finbar Furey: Acoustic Lonesome Boatman Tour 2015

Drucken
(148 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 11:08 Uhr
Finbar Furey: Acoustic Lonesome Boatman Tour 2015 4.6 out of 5 based on 148 votes.
Finbar Furey: Acoustic Lonesome Boatsman Tour 2015

Wenn man das Herz des irischen Folks sucht, landet man seit Jahrzehnten ohne allzu viele Umwege beim Familienclan der Fureys.
Die Dubliners – das waren die Rauf- und Saufbolde. Die Feingeister, die das Gälische mit Polyphonie und Elektronik aufpeppten – das sind die Musiker von Clannad. Die Fureys waren immer eine Klasse für sich, schon als Vater Ted, der Fiddler, noch mit ihnen auftrat, als die vier Brüder mit Davey Arthur die Folkfestivals aufmischten. Konzentrierter dann bei Eddie und Finbar Furey. Die Essenz all dessen – das ist Finbar Furey, der – inzwischen 68 – im vergangenen Jahr in Irland den Nr.1-Hit „The Last Great Love Song“ landen konnte und nun mit dem gleichnamigen Album auf Tour ist.

In Deutschland ist es etwas stiller um ihn geworden, seit in Irland das Europa-Fieber gegen die von deutschen Folk-Romantikern so geschätzte Einfachheit des Lebens zu Felde zog. Zuhause auf der Insel aber ist Finbar Furey längst eine Art Vaterfigur der irischen Folklore geworden, in einer Liga mit ihm spielt derzeit höchstens noch Christy Moore.
Finbar Furey ist ein Mann mit vielen Talenten. Ein sensationeller Tinwhistle-Virtuose und Banjo-Spieler. Ein Poet von hohen Graden und einfachen Worten. Vor allem aber der absolute Großmeister des irischen Dudelsacks. Kein Wettbewerb, den er in dieser Disziplin nicht abgeräumt hätte. Mit dem hochkomplizierten Instrument, das Basspfeifen besitzt (Drones), Akkordpfeifen zur Begleitung von Melodien (Regulators) und eine Melodiepfeife, den Chanter. Aufgeblasen nicht mit dem Mund, sondern mit einem Blasebalg unter dem Arm, so dass man sich selbst beim Singen begleiten kann. Vielleicht fallen diese Uillean Pipes deshalb nicht unter das Kriegswaffenkontrollgesetz wie ihre schottischen Dudelsäcke, sondern produzieren einen unverwechselbar feinen, fast kammermusikalischen Klang.

Finbar Furey kann auf seinen Pipes alles ausdrücken – von der honigbraunen Melancholie irischer Moor-Landschaften, von der Bitternis der Armut auf der Grünen Insel und der Sehnsucht der irischen Auswanderer bis zur überbordenden Freude, wenn gefeiert und getanzt werden soll. Man taucht mit ihm ein in ein einmaliges musikalisches Universum und mag kaum glauben, dass das alles mit diesem einzigen, einzigartigen Instrument produziert wird.

Und dann ist da noch der Sänger. Finbar Furey beherrscht alle Emotionen, derer die menschliche Stimme fähig ist: vom leisesten ersterbenden Hauch bis zum schmeichelnd weichen Klang für romantische Balladen. Forciert klingt seine Stimme manchmal leicht scharf, und am schönsten ist sie mit dem dezent rau geschmirgelten Timbre, das sein Markenzeichen ist. Mit dem Alter ist sie besser geworden wie ein alter Whiskey, den man nochmal in Sherry- oder Portfässern lagern.

Last-Great-Love-SongDer Mann hat alles schon gehabt, was ein Folkmusiker erreichen kann, in seinen diversen Formationen und als Solist. Lovesongs wie „When You Were Sweet Sixteen“, das erschütternde Antikriegslied „Green Fields of France“, „Red Rose Café“ und sein furioses Flötenspiel in „The Lonesome Boatman“ sind Hits, die nicht nur in Irland jeder im Ohr hat. Nach letzterem heißt die aktuelle Tour; Acoustic Lonesome Boatsman Tour.

Seit 2000 tritt Finbar Furey immer wieder auch als Filmschauspieler in Erscheinung. 2013 wurde er in die Jury der irischen Castingshow „The Hit“ berufen, was ihm einen ungeheuren Popularitätsschub bescherte. Er nahm dafür einen Song des Iren Gerry Fleming auf – und landete damit auf Platz 1 der irischen Charts. „The Last Great Lovesong“ ist natürlich auf seiner neuen CD dabei, so wie Songs von Donovan („Colours“), Beatle George Harrison („Something in the way she moves“), Bob Dylan („Blowin’ in the wind“) und Ewan McColl („Schol Days Ober“). Als Gäste sind Mary Black und Shayne Ward in Songs dabei, einen eigenen Titel („Sitting in the Railway Square“) hat Finbars ältester Sohn Martin Furey mit seiner Band beigesteuert – die nächste Generation. Nicht fehlen darf bei Finbars Fußballbegeisterung eine stille Hymne auf sein Idol George Best. Und die Uillean Pipes sind das tragende Instrument in dem bewegenden Tune „Joy of my heart“.

Das Hamburger Konzert der Tour findet Freitagabend im Knust statt, ein weiteres folgt noch am Samstag im Düsseldorfer Savoy Theater. Die CD, herausgebracht von Konzertveranstalter Karsten Jahnke, verspricht einen großen Abend mit einem der besten Musiker Irlands.

Finbar Furey: Acoustic Lonesome Boatman Tour 2015
Hamburg: Knust (Neuer Kamp 30), Fr, 30.1., 21:00 Uhr und Düsseldorf, Savoy Theater (Graf-Adolf-Straße 47), Sa, 20:00 Uhr.

CD: Finbar Furey: The Last Great Lovesong. PRCD 3405052.
Video „The Last Great Lovesong“


Abbildungsnachweis:
Finbar Furey, 2014
CD-Cover

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Musik > Finbar Furey: Acoustic Lonesome Boatman Tour ...

Mehr auf KulturPort.De

Mahlers Achte: Erlösung nicht wirklich garantiert
 Mahlers Achte: Erlösung nicht wirklich garantiert



Härtetest für den Großen Saal der Elbphilharmonie: Mahlers gewaltige Achte Symphonie. Die Staatsoper Hamburg bringt das Werk um Erlösung durch Glauben und Li [ ... ]



Carion Quintet: „Northwind"
 Carion Quintet: „Northwind



Eine der schönsten Tatsachen ist, dass man auch im 21. Jahrhundert Kunst, Musik und Literatur entdecken kann, von denen man zuvor noch gar nichts gesehen, gehö [ ... ]



„Gimme Danger” – Liebeserklärung an Iggy Pop & The Stooges
 „Gimme Danger” – Liebeserklärung an Iggy Pop & The Stooges



Regisseur Jim Jarmusch will sein Porträt des ‚Godfathers of Punk’ als collageartigen Essay und nicht als Dokumentation verstanden wissen. So coo [ ... ]



Gezeitenkonzerte – Musik-Festival in Ostfriesland: Sturm und Klang
 Gezeitenkonzerte – Musik-Festival in Ostfriesland: Sturm und Klang



Klassikstars in verwunschenen Kirchen hinterm Deich – das Festival Gezeitenkonzerte bespielt im Sommer Ostfriesland und entwickelt einen ganz besonderen Ch [ ... ]



Elbphilharmonie: Blind Date mit dem Jazz-Duo Vincent Peirani und Emile Parisien
 Elbphilharmonie: Blind Date mit dem Jazz-Duo Vincent Peirani und Emile Parisien



„Blind Date“ im Kleinen Saal ist das zweifellos spannendste Musikformat in der Elbphilharmonie. Selbst die Türsteher verraten nicht, wer fünf Minut [ ... ]



Unsere 17. Lange Nacht der Museen in Hamburg
 Unsere 17. Lange Nacht der Museen in Hamburg



Dagmar Seifert (DS) und Claus Friede (CF) sind wie bereits in den vergangenen gefühlten 20 Jahren für KulturPort.De in die Lange Nacht der Museen in Hamburg au [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.