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Reeperbahn Festival Hamburg: Knallbunt und möglichst laut

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Mittwoch, den 10. September 2014 um 09:30 Uhr
Reeperbahn Festival Hamburg: Knallbunt und möglichst laut 4.5 out of 5 based on 132 votes.
Reeperbahn Festival Hamburg

Der Countdown läuft: Am 17. September startet das Hamburger Reeperbahn Festival in seine neunte Runde.
Mit über 600 geplanten Veranstaltungen in Sachen Musik, Kunst, Literatur, Film und Business fällt die Programmauswahl wie gewohnt schwer.

Das quietschgelb-neonpinke Logo des diesjährigen Reeperbahn Festivals strahlt uns nun schon seit Monaten von Plakaten, Flyern und Bierflaschen entgegen. Knallbunt und möglichst laut, das passt ja zum größten deutschen Clubfestival, das auch dieses Jahr wieder mit proppenvollem Vier-Tage-Programm auf die Spielstätten Sankt Paulis zieht. Die Messlatte haben die Macher dabei gleich noch eine Stufe höher gelegt: Über 400 Live-Konzerte sind angesetzt, dazu kommen zusätzlich 70 Programmpunkte aus den Bereichen Kunst, Literatur und Film. Für Branchenvertreter der Musik- und Digitalwirtschaft sind weitere 160 Business-Veranstaltungen vorgesehen.

Ein ziemlich ambitioniertes Programm also, vor allem wenn man bedenkt, dass es seit dem Abriss der Esso-Häuser deutlich enger in der Hamburger Kiez-Szene geworden ist: Etablierte Veranstaltungsorte wie der „Sommersalon“, „Hörsaal“, „Planet Pauli“ oder „Das Herz von St. Pauli“ fallen dem Reeperbahn Festival dieses Jahr weg, der Kult-Club „Molotow“ muss im Exil bespielt werden. Die Organisatoren haben aus der Platznot eine Tugend gemacht und weniger charmante, dafür aber naheliegende Räumlichkeiten wie das „Cowboys & Indianer“ oder das „Gosch“ im alten Café Keese ersatzweise zur Musik-Location umfunktioniert – eine Übergangslösung, denn 2015 will das Reeperbahn Festival auf die westliche Seite des Spielbudenplatzes umziehen: Dort entsteht das neue „Klubhaus St. Pauli“, in dem fünf Clubs und ein Theater untergebracht werden sollen.

Längere Laufwege müssen Besucher des diesjährigen Reeperbahn Festivals also nicht auf sich nehmen: Der Radius der Spielstätten von Musik- und Kunstprogramm erstreckt sich wie üblich von der Sternschanze bis zum Hafen, von der Holstenstraße bis knapp über den Holstenwall. Dennoch verlangt das Überangebot an Veranstaltungen wie immer ein gutes Zeitmanagement, denn dank Einlassstopps haben Konzert-Zuspätkommer meist das Nachsehen. Erfahrene Festivalbesucher entscheiden sich dann entweder spontan vor Ort für die kürzeste Schlange – oder schauen alternativ bei den umliegenden Ausstellungen und Open-Air-Projekten vorbei.

Musikalisch gesehen kann das Reeperbahn Festival wieder mit einigen prominenten Namen punkten: Mit dabei sind nationale Größen wie die Wir sind Helden-Frontfrau Judith Holofernes, die Jungs von Madsen oder der Techno-DJ Boys Noize, aber auch internationale Stars wie das französische Indie-Folk-Duo The Dø, die nigerianische Soul-Sängerin Asa, US-Rapper Watsky oder die Brit-Rocker The Subways haben sich angekündigt. Trotzdem bleibt das Reeperbahn Festival seinem Konzept als Newcomer-Plattform treu, denn es sind vor allem die jungen, noch aufstrebenden Musiker und Bands, die es hier zu entdecken gibt: Die Österreicherin Anna F. zum Beispiel, die schon im Vorprogramm von James Blunt durch Europa tourte, die niederländische Band Taymir, die sich ein bisschen nach den Arctic Monkeys anhört, oder den Remix-Helden Robin Schulze. Und und und… Fest steht auf jeden Fall: Das musikalische Spektrum wird erneut in seiner Breite abgedeckt, von Pop, Rock, Punk und Electro über Indie und Folk bis zu HipHop, Soul und Jazz dürfte wohl für jeden Geschmack etwas dabei sein. Wem der Pocket-Guide-Katalog zu unübersichtlich und das Durchklicken auf der Website zu mühsam ist, dem verspricht Festival-App Hilfe: Erlaubt man dieser den Zugriff auf die eigene Spotify-Musikbibliothek, stellt sie Band-Vorschläge zusammen, die beim Reeperbahn Festival zu sehen sein werden.

Aber nicht nur Musikfans, auch Kunstbegeisterte kommen beim Reeperbahn Festival auf ihre Kosten. Der Bereich „Art“ ist seit letztem Jahr tüchtig gewachsen und hat wieder einiges in Sachen Bildende Kunst, Fotografie, Installationen, Graffiti und Street Art, Comic, Lesungen, Film-Screenings, Medienkunst und Interaktives auf dem Programm stehen – wobei der Musik-Bezug natürlich nicht fehlen darf. Gleich mehrere Ausstellungen drehen sich zum Beispiel um den Tonträger: Künstlerin Katsiaryna Lazaruk macht Kassettenbänder zum Teil ihrer Arbeiten, Label-Chef Gregor Samsa hat mit Künstlern kreative Vinylplatten-Cover entwickelt, und Katrin Vierkant hat mit Nicolas Christitch die unabhängige Plattenläden Hamburgs in Fotografie und Interview dokumentiert. Die Musikperformance rückt dagegen vor allem in fotografischen Arbeiten in den Fokus: Festivalfotograf Peter Koudstaal zeigt die ganz großen Bühnen dieser Welt, während die Bilder von Stefanie Schmid Rincon eher die intimen Konzertatmosphären einfangen. Und der junge Hamburger Künstler Pascal Kerouche nimmt den Star selbst in den Fokus: Er hat bekannte Musiker und Prominente unter dem Motto fotografiert, „Was wäre, wenn ich nicht berühmt geworden wäre?“

Auch eine Prise Lokalpatriotismus darf beim Reeperbahn Festival nicht fehlen, wie bei der Jubiläumsausstellung „100 Jahre Ernst Bader“, die das Sankt Pauli Museum dem bekannten Hamburger Schlagerkomponisten widmet. Aber auch in die lokale Kunstszene lässt sich gut reinschnuppern: Neben den Studenten der der HfbK und HAW sind dieses Jahr auch die Hamburger Künstlerkollektivs „Der 6te Lachs“ und die „Schlumper“ mit je eigenen Ausstellungen vertreten. Wer den Kunstschaffenden mal beim Arbeiten zugucken will, hat Glück: Viele Orte auf Sankt Pauli werden im Rahmen des Reeperbahn Festivals live bespielt, bemalt und beklebt, zum Beispiel mit Licht (Daniel Kalinke – Bœe), Gaffa-Tape (Adameva), Comics (Eine Wand – Zwei Zeichner) oder Graffitis (City Canvas).

Für Ortunkundige bieten sich außerdem die verschiedenen Erkundungstouren rund um den Kiez an. Neben Dauerbrennern wie dem Street Art Walk oder der Beatles-Tour ist dieses Mal die Kunstführung der Millerntor Gallery mit dabei, also durch die Gänge des St. Pauli Stadions, die von Künstlern gestaltet wurden. Wer schon mal da ist, kann sich auch gleich noch die nebenliegende Projekt „Oben ist noch Luft“ anschauen: Ganz hanseatisch ist hier ein Dorf auf elf Containern entstanden, die als Ausstellungsfläche für die Arbeit des lokalen Künstler- und Kreativvereins Hamburg Hoch 11 dienen.


Reeperbahn Festival, vom 17. Bis 20. September an verschiedenen Veranstaltungsorten in Hamburg. Nähere Informationen zu allen Events: www.reeperbahnfestival.com
Festival-Tickets kosten zwischen 24 bis 89 Euro.


Abbildungsnachweis:
Header: Foto: Stefan Malzkorn

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