Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 914 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Festivals, Medien & TV

„Zerstörte Vielfalt“. Filmreihe zur Transformation des Weimarer Kinos in den NS-Film

Drucken
(186 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 05. September 2013 um 09:22 Uhr
„Zerstörte Vielfalt“. Filmreihe zur Transformation des Weimarer Kinos in den NS-Film 4.7 out of 5 based on 186 votes.
Zerstörte Vielfalt 1933. Filmreihe zur Transformation des Weimarer Kinos in den NS-Film

Umbruchsjahr 1933: Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung wird auch die Filmproduktion Deutschlands grundlegend neu gestaltet.
Die Filmreihe „Zerstörte Vielfalt“, die gerade im Hamburger Kino Metropolis angelaufen ist, widmet sich jenem Transformationsprozess vom Weimarer Kino zum NS-Film.

Der UFA-Film „Morgenrot“ ist zu zweifelhafter Prominenz gelangt. Bekanntermaßen war es der erste Film, den sich Adolf Hitler nach seiner Vereidigung zum Reichskanzler mit ausgewählten Vertretern seiner neu installierten Regierung am 2. Februar 1933 in Berlin ansah. Der stark von nationalistischem Gedankengut geprägte, anti-englische U-Boot-Film ist aber nicht nur historisches Zeugnis – er markiert zugleich eine Umbruchsituation des deutschen Filmschaffens, die noch im selben Jahr eingeläutet werden sollte: Das Ende des Weimarer Kinos, und der Einzug des nationalsozialistischen Films.

Nicht ohne Grund bildet der Film „Morgenrot“ so auch den Auftakt zur Filmreihe „Zerstörte Vielfalt“, die zurzeit im Kommunalen Kino Metropolis (Hamburg) läuft. Anlässlich des gleichnamigen Berliner Themenjahres, bei dem verschiedene Veranstaltungen die Machtergreifung der Nationalsozialisten vor achtzig Jahren thematisieren, widmet sich diese Reihe dezidiert den Transformationsprozessen, denen die deutsche Filmlandschaft im Jahre 1933 unterliegt.

Transformation daher, weil es eben keinen vollendeten Bruch, keinen eindeutigen Einschnitt in der deutschen Filmproduktion gegeben hat. Zwar lassen sich anhand der Kinopremieren des Jahres 1933 sehr eindrücklich die grundlegende Neuorganisation des deutschen Filmwesens durch die Nationalsozialisten nachvollziehen, nicht zuletzt durch die Anweisungen von Reichsminister Joseph Goebbels, der sehr genaue Vorstellungen davon hatte, wie der deutsche Film fortan auszusehen hatte. Jedoch kommt es in Deutschland zu einem fast einzigartigen Fall: Kein Zusammenbruch der bisherigen Filmproduktion, sondern vielmehr ein ‚Hinüberwachsen‘ von einer Filmkultur in eine andere, wobei doch beide in grundlegendem Gegensatz zueinander stehen.

Richtiger wäre es daher, von einer „Umbausituation“ der deutschen Filmkulturindustrie zu sprechen: Die Errichtung einer Reichsfilmkammer, der Gründung der Filmkreditbank, die Neuformulierung des Lichtspielgesetzes, die Ernennung eines Reichsfilmdramaturgen, und nicht zuletzt der systematische Ausschluss jüdischer Filmschaffender – alles Strategien zur Sicherung und Kontrolle des deutschen Filmwesens. Qualitativ werden Erzählformen und Darstellungsweisen des Weimarer Kinos abgelehnt, auch wenn sie dennoch übergangsweise Einzug in nationalsozialistische Filme finden.

Um diese langsam voranschreitende Übergangsphase zu illustrieren, zeigt die Filmreihe „Zerstörte Vielfalt“ ausgewählte Produktionen des Jahres 1933: Mit dabei sind noch „Restposten“-Filme der Weimarer Kinos, darunter Max Ophüls̕ „Liebelei“ oder „Das Testament des Dr. Marbuse“, aufkommende Propaganda-Produktionen wie „Hitlerjunge Quex“, und filmische Nachklänge wie „Viktor und Viktoria“ oder auch „Einmal große Dame sein“.

Entstanden ist die Filmreihe „Zerstörte Vielfalt“ als Kooperationsprojekt der Deutschen Kinemathek Berlin mit CineGraph, dem Hamburgischen Centrum für Filmforschung, der Kulturbehörde Hamburg sowie dem Hamburger Kommunalen Kino Metropolis.

Die Filmreihe läuft bis zum 31. Oktober im Hamburger Metropolis. Danach wird sie noch an weiteren Stationen zu sehen sein: Ab 22. September im Murnau-Filmtheater Wiesbaden und ab 3. Oktober im Bundesplatz-Kino, Berlin.


Das aktuelle Filmprogramm ist auf den Seiten des CineGraph sowie des Metropolis-Kinos einzusehen.

Fotonachweise: Alle Quelle: Deutsche Kinemathek
Header: Der Tunnel, Kurt Bernhardt, Frankreich / Deutschland 1933
Galerie:
01. Plakat: Zerstörte Vielfalt 1933
02. Morgenrot, Gustav Ucicky, Deutschland 1932/33
03. Liebelei, Max Ophüls, Deutschland 1932/33
04. Das Testament des Dr. Mabuse, Fritz Lang, Deutschland 1932/33
05. Hitlerjunge Quex, Hans Steinhoff, Deutschland 1933
06. Viktor und Viktoria, Reinhold Schünzel, Deutschland 1933
07. Einmal eine große Dame sein, Gerhard Lamprecht, Deutschland 1933/34
08. Walzerkrieg, Ludwig Berger, Deutschland 1933
09. Flüchtlinge, Gustav Ucicky, Deutschland 1933
10. Anna und Elisabeth, Frank Wysbar, Deutschland 1932/33
11. SOS Eisberg, Arnold Fanck, Deutschland 1932/33

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Festivals, Medien & TV > „Zerstörte Vielfalt“. Filmreihe zur Tran...

Mehr auf KulturPort.De

Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.