Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 895 Gäste online

Neue Kommentare

Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...
Giulio zu „Die Spur”. William Blake und die Rache der Eigenbrötler : Prost Neujahr! Und danke für die vielen schönen...
Hubert Hoffmann zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Ein Prestige -Objekt für die oberen Zehntausend....
Feindt zu Hamburg: Ein Museum im Hafen: Ein schönes neues Museum und wo bleibt die Berü...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Festivals, Medien & TV

Um alles in der Welt – Lessingtage 2016

Drucken
(63 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Samstag, den 23. Januar 2016 um 10:47 Uhr
Um alles in der Welt – Lessingtage 2016 4.2 out of 5 based on 63 votes.
Um alles in der Welt – Lessingtage 2016

„Um alles in der Welt“ ging es schon immer bei den Lessingtagen im Hamburger Thalia Theater. Seit Intendant Joachim Lux das Festival 2010 aus der Taufe hob, werden hier Fragen zur kulturellen Identität verhandelt, zu Weltreligionen und Weltbürgertum – Fragestellungen, die schon Gotthold Ephraim Lessing in seinem 1779 veröffentlichten Ideendrama „Nathan der Weise“ umtrieb. Die berühmte Ringparabel gilt als ein Schlüsseltext der Aufklärung.

Nun, 237 Jahre später ist der Kerngedanke der Ringparabel, Humanismus und Toleranz, mehr denn je gefordert und mehr denn je strapaziert. Nicht irgendwo in der Dritten Welt, sondern bei uns zu Haus. Die Flüchtlingsströme nach Europa beherrschen die Medien wie kein anderes Thema. Bereits heute hat sich unsere Gesellschaft verändert und was uns an Veränderungen bevorsteht, können wir nur erahnen. Doch die riesigen Migrationswellen bergen auch Chancen. Wer denkt heute noch an die große Hungersnot in Irland Mitte des 19. Jahrhunderts, der eine Million Menschen zum Opfer fielen und die zwei Millionen Menschen zur Auswanderung in die USA, nach Kanada und Australien zwangen? Keine Frage: So unerträglich und schrecklich Krieg und Katastrophen auch sind – sie befördern weitgreifende Veränderung und die Möglichkeiten eines „Neuen Wir“, wie es sich die Lessingtage 2016 auf die Fahnen geschrieben haben.
Dieses „Neue Wir“ – sprich: die gemeinsame Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben – hat sich in den vergangenen Jahren schon überall in Deutschland und Europa gezeigt. Ein zartes Pflänzchen, das wachsen soll und wachsen muss – und mit dem Festival im Thalia Theater ein ideales „Gewächshaus“ gefunden hat.

Statt prominenter Persönlichkeiten wie Auma Obama oder Navid Kermani eröffnet in diesem Jahr ein „Bürgergipfel“ von und für (Neu-)Hamburger das Festival am Sonntag, den 24.1. um 11 Uhr. Exakt 501 Asylsuchende, 499 Hamburger und 100 Experten werden auf diesem Gipfel über gesellschaftlichen Wandel und Zukunftsvisionen der Stadtgesellschaft diskutieren. Am Abend zuvor (23.1. um 19:30 Uhr, Thalia Theater) haben bereits „Früchte des Zorns" von John Steinbeck in der Regie von Luk Perceval Premiere. In seinem Jahrhundertroman von 1939 erzählt Steinbeck das Schicksal der Großfamilie Joad, die, wie viele tausende Andere, die Pachtzinsen im Mittleren Westen nicht mehr bezahlen können und dem Ruf „Go West!“ folgen, in der Hoffnung, auf den kalifornischen Obstplantagen eine neue Existenzgrundlage zu finden. Luk Perceval erzählt mit diesem Stück eine Urgeschichte der Migration, der langen, beschwerlichen Reise in eine vermeintlich bessere Zukunft.

Bis zum 7. Februar stehen dann internationale Gastspiele im Thalia Theater, im Thalia Gaußstraße und im Pink Palace auf der Reeperbahn auf dem Programm. Und alle Stücke hören sich so spannend an, dass es schwerfällt, nur einige herauszugreifen. Als Highlight angekündigt ist beispielsweise das Gastspiel „300el x 50el x 30el“ aus Antwerpen (30.1. um 20 Uhr, 31.1. um 17 Uhr, Thalia Theater). Hinter dem kryptischen Titel verbirgt sich ein Gesamtkunstwerk aus Theater, Performance, Film und Tanz. Das Stück erzählt von den skurrilen Begebenheiten in einer abgeschotteten Landkommune. Das sechsköpfige Kollektiv erzählt vergleichsweise klassisch von Alltagsritualen. Das Innere der sechs Dorfhütten wird mit Kameras auf die Bühne projiziert.

Neugierig macht ebenfalls das Gastspiel aus Beirut: In der „Antigone of Shatila“ geht es um 17 syrische Frauen, die im Libanon Schutz suchten. (1. und 2.2, jeweils um 20 Uhr, Thalia Gaußstraße).

Die in Berlin lebende argentinische Choreografin Constanza Macras kommt mit der Tanzperformance „ON FIRE" am 26.1. um 20 Uhr, Thalia Theater. Gemeinsam mit Performern, Tänzern und Musikern aus Johannesburg und Berlin stellt sie die Frage, inwiefern man neue Traditionen erfinden kann und müsste, um auf fortdauernde Machtkämpfe, geprägt von Postkolonialismus und Post-Apartheid, zu reagieren.
Nicolas Stemann präsentiert am 3. und 4.2, jeweils um 19.30 Uhr, Thalia Theater seine an den Münchner Kammerspielen entstandene Adaption von Shakespeares „Kaufmann von Venedig". Man darf gespannt sein auf eine außergewöhnliche Live-Performance.

„Um alles in der Welt – Lessingtage 2016"
23.1. bis 7.2., Thalia Theater, Alstertor und andere Orte,
Karten zu 10,- bis 52,- Euro unter T. (040) 3281 4444.
Alle Infos und das Programm zum Download unter www.thalia-theater.de


Abbildungsnachweis:
Header: 300el × 50el × 30el, von & mit FC Bergman; Gastspiel Toneelhuis, Antwerpen. © Sofie Silbermann

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Festivals, Medien & TV > Um alles in der Welt – Lessingtage 2016

Mehr auf KulturPort.De

James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone
 James Rosenquist. Eintauchen ins Bild – vom Plakatmaler zur Pop-Art-Ikone



Speckstreifen fliegen durch das Weltall, rote Lippenstifte und Atompilze verkünden das nahende Inferno, Butterstücke zerfließen in einer Pfanne, Spaghetti mit [ ... ]



„Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache
 „Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache



Joe Wrights eleganter Politthriller „Die dunkelste Stunde” ist das Gegenstück zu Christoper Nolans überwältigendem Suspense-Epos „Dunkirk”. Zwei Filme [ ... ]



Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde
 Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde



Im Opernhaus in Hamburg schallen Kinderstimmen durch die Gänge: Es ist wieder opera piccola-Zeit!
Bevor die Kinderoper im Februar auf die Bühne geht, ist im H [ ... ]



Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami
 Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami



Ernst Wolff: „Finanz Tsunami. Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“
Es ist wie es einmal war und heute noch ist: Ein Ausspruch von Henry Ford, des  [ ... ]



Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach
 Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach


  War es Absicht, dass rund um das Fest der Liebe die Kölner Oper ausgerechnet Giuseppe Verdis Bühnenstück „Rigoletto“ – das 1851 den Wel [ ... ]



„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns
 „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns



Genialer Genre-Mix aus Neo-Western und Kleinstadt-Satire.
Manchmal ist es leichter einen Molotow-Cocktail zu werfen als zu weinen. Mildred Hayes (Frances McDorm [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.