Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 937 Gäste online

Neue Kommentare

C.Müller zu Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle: Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bah...
Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Literatur

Jörgen Bracker: "Hinter der Nebelwand"

Drucken
(230 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 09. Dezember 2011 um 01:00 Uhr
Jörgen Bracker: "Hinter der Nebelwand" 4.4 out of 5 based on 230 votes.
Jörgen Bracker:

Der Titel ist gut gewählt - wie hinter einer Nebelwand spielen sich Ereignisse ab, die nur schemenhaft als verbunden erkennbar sind:
Der gewaltsame Tod eines jungen Fischers, eine bestürzend verlaufende Schiffstaufe, die Hexenjagd auf eine junge Frau aus dem Wanderarbeiter-Milieu, alles das ist eingebettet in den historischen Hintergrund der Vorweltkriegszeit. Beruhend auf einer wahren Begebenheit, angesiedelt im Jahre 1911, zeichnet das Buch das schon morbide Moral- und Sozialgefüge in einem eng begrenzten Bereich der süderdithmarscher Küste nach, in das jedoch die Tendenzen der Außenwelt, Kapitalismus, Kommunismus, Militarismus bereits hineinwirken. Das Wattenmeer mit seinen besonderen Reizen, aber auch seinen ständig lauernden, schwer erkennbaren Gefahren ist Kulisse und Paradigma zugleich.

Bei einem wirklich guten Roman muss, so man ihn aufteilt, aus jedem Teilstück ein neuer Roman entstehen können, sagt man. So gesehen, ist „Hinter der Nebelwand“ ein ungewöhnlich guter Roman. Dass die Handlungsstränge und ihre Verknüpfung sich nicht auf den ersten Blick erschließen, dass der Leser durch geschickt nahe gelegte Vermutungen auch nicht selten in die Irre geführt wird, macht durchaus den Reiz dieses Kriminalromans aus. Und es macht nachdenklich: zum guten, weil vollkommen unerwarteten Schluss wird eine ganze Reihe von gewohnten Klischees demontiert.

Der Historiker Jörgen Bracker bedient sich, speziell für dieses Buch, einer eigenwilligen Sprache, die an Romane des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts erinnert. Auch dies verdichtet noch die Atmosphäre von Vernebelung, Verschweigen, Undurchschauberkeit. Und, zu selten in unseren Tagen: dieses Buch ist ungewöhnlich sorgfältig ausgestattet, exzellent gesetzt und - sparsam, aber sensibel – mit zeitgenössischen Bildern versehen.

„Hinter der Nebelwand“ ist, weitab jeder Effekthascherei, ein Buch, das man für stille Stunden gern zur Hand nimmt und so rasch nicht wieder los lässt.


Jörgen Bracker: "Hinter der Nebelwand"
Wachholtz Verlag GmbH
414 Seiten. ISBN 3-529-04525-X

Fotonachweis:
Header: Details vom Buchumschlag
Galerie:
1. Buchumschlag
2. Jörgen Bracker (Foto privat)

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Literatur > Jörgen Bracker: "Hinter der Nebelwand&q...

Mehr auf KulturPort.De

200 Jahre Kunstverein in Hamburg
 200 Jahre Kunstverein in Hamburg



„Just what is it that makes today’s Kunstverein so different? So appealing?” Nach Charity Auktion (14.9.) und Festakt im Rathaus (22.9.) klingen mit einer  [ ... ]



Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen
 Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen



Was denn? Das Volk sei unfähig, Politisches zu durchschauen oder gar mitzuregieren? Liest man dies im Buch „Fassadendemokratie“, dann ist man bass erstaunt, [ ... ]



„Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik
 „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik



Er inspirierte Künstler wie Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und die Village People, seine markanten erotischen Zeichnungen veränderten radikal das Selbstverst [ ... ]



Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem
 Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem



Gerade war sie noch beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören und debütierte – nun kommt zeitnah dazu ihr Debütalbum auf dem Markt. Gemeinsam mit Piani [ ... ]



Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel
 Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel



Es ist dunkel in der Hamburger Gralsburg, als Achim Freyer mit seiner „Parsifal“-Interpretation den Start in die neue Saison der Staatsoper zelebriert. Der 8 [ ... ]



Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage
 Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage



Wie kann ein Künstler heute ungebunden und frei arbeiten? Ungebunden ist durchaus möglich – frei arbeiten stößt aus unterschiedlichen Gründen an Grenzen.  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.