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„Romy lebt“!

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Geschrieben von: Claus Friede   
Sonntag, den 23. Januar 2011 um 03:00 Uhr
„Romy lebt“! Bildband über Romy Schneider

altEs gibt eine ganze Reihe von Bildbänden über Romy Schneider – gute und weniger gute. Dass nun seit wenigen Tagen in der Auslieferung ein weiterer, ganz besonderer dazugekommen ist, freut nicht nur die Fans, sondern auch die Fachleute.
„Romy lebt“! ist eine einzigartige Publikation, nicht allein deshalb, weil diese im Eigenverlag des Romy Schneider Archivs in Hamburg erschien, sondern auch, weil viele Personen ihren Anteil an dem Buch haben: Sie lebt beispielsweise von den wunderbar intensiven Fotografien von Helga Kneidl, die Romy Schneider Anfang der 1970er-Jahre in Paris besuchte und fotografierte – en passant, während persönlicher Gespräche, privat mit ihrem Sohn – oder bei der Arbeit. Ein Großteil der Aufnahmen im Buch sind niemals zuvor veröffentlicht worden.

Fotograf, Herausgeber und Leiter des Romy Schneider Archivs, Dieter Schleifenbaum, war ebenfalls in den 70ern fotografisch in Paris unterwegs und von ihm stammen die Aufnahmen des urbanen Lebens: Ein Flic regelt noch auf einem Podest stehend den Straßenverkehr, Szenen vom Montmartre und Bilder von Straßenmalern, einer Maronenverkäuferin und gut besuchten Cafés.
Und schließlich sind den Fotografien Texte zugeordnet – Zitate aus Romys Tagebüchern, aus Briefen, Notizen und Telegrammen aus den Jahren 1961 bis 1982. So wie Romy Schneider selbst in einem einzigen Brief mehrsprachig geschrieben hat, so ist die Publikation konsequenter Weise auch dreisprachig in deutsch, englisch und französisch erschienen.
Ihre Handschrift ist gut leserlich, rund und flüssig. Die Inhalte jedoch oftmals alles andere. Manche Zeilen und Briefinhalte wirken zerrissen, einsam, wütend, verletzt und bedrückt, sehnsüchtig nach etwas, das abwesend ist und dann wieder sind sie voller Lebensfreude, selbstbewusst und geradezu sprühend.
„I forget my ‚almost’ constant sadness“ ist dort zu lesen oder „In Wirklichkeit war ich meiner Zeit voraus. In einer Epoche, in der noch nirgends von der Befreiung der Frau die Rede war, nahm ich meine eigene Befreiung vor.“
Jede Gefühlsregung hat und bekommt bei Romy Schneider eine Wichtigkeit, und so unterstreicht sie in den Briefen und Notizen durchgängig und häufig einzelne Begriffe und setzt Ausrufungszeichen, um diese hervorzuheben.

Sie schreibt verärgert darüber, dass Schauspielkollege Bruno Ganz ihre Pariser Telefonnummer weitergibt und dass er sich doch „einen besseren Regisseur suchen solle als diesen Wenders“ und „wie soll das kranke deutsche Kino überhaupt gesund werden? C’est inimaginable!“. Sie schreibt nach einer Schwangerschaftsuntersuchung aus der Schweiz und scheint im ersten Teil des Briefes ganz beglückt, bevor sie auf den nächsten Seiten in ein Klagelied verfällt und die Welt einfach ungerecht findet.
Aus Gründen des privatrechtlichen Personenschutzes wurden einige Namen aus den bislang unveröffentlichten Briefen unkenntlich gemacht, was zwar nicht weiter störend ist, aber die Neugierde nun gerade nicht befriedigt.



 

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