Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 954 Gäste online

Neue Kommentare

C.Müller zu Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle: Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bah...
Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Kultur und Management

„1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein“

Drucken
(155 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 21. Mai 2014 um 09:52 Uhr
„1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein“ 4.9 out of 5 based on 155 votes.
1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein

150 Jahre ist es her, da führte Dänemark bis dato seinen letzten Krieg.
Der Deutsch-Dänische Krieg, war die militärische Auseinandersetzung um Schleswig-Holstein und vor allem um das Herzogtum Schleswig zwischen dem Kaisertum Österreich und Königreich Preußen einerseits und dem Königreich Dänemark andererseits.

Der Redakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (shz), Frank Jung, hat das Kriegsgeschehen aufgearbeitet und über mehrere Monate hinweg als tagebuchartige Skizzen veröffentlicht. Um einiges erweitert sind diese Texte nun als Taschenbuch im Verlag Ellert & Richter in Hamburg erschienen,

Zum besseren Verständnis sei hier der Ablauf des Krieges kurz beschrieben: 1883 hat die Nationalversammlung in Kopenhagen das Herzogtum Schleswig rechtswidrig in den dänischen Kernstaat eingegliedert. Rechtswidrig deswegen, weil laut des Londoner Protokolls von 1852 Schleswig verfassungsmäßig nicht enger an Dänemark gebunden werden sollte, während Holstein und Lauenburg staatsrechtlich zu Deutschland gehörten. Deutschnational gesinnte Kreise arbeiten schon seit längerem gegen die dänische Krone und so werden immer wieder im 19. Jahrhundert um die Landstriche nördlich und südlich der natürlichen Grenze Eider geführt.

Bismarck ist es, der Preußen, Österreich, Hannover und Sachsen überzeugt, die Fürstentümer Schleswig und Holstein sowie Lauenburg zu besetzen, sich aber streng an das Londoner Protokoll hält, was der Einmischung anderer europäischer Mächte entgegen wirkt.
Das von Preußen und Österreich am 14. Januar 1864 an Dänemark gestellte 48-Stunden-Ultimatium die Eingliederung des Herzogtums Schleswig umgehend zurückzunehmen und sich militärisch aus der Region zurückzuziehen, verhallt.

Am 1. Februar überschreiten Truppenverbände Preußens und Österreichs die Grenze – übrigens ohne Rückendeckung des Bundestags der Deutschen Länder – und beginnen die Gefechte. Hohe Verluste gibt es auf allen Seiten. Die dänische Armee kann sich nach wochenlangen Kämpfen in Richtung der Insel Alsen bei den Schanzen von Dübbel neu formieren. Dort werden die Dänen im April 1864 schließlich entscheidend geschlagen. Der modernen preußischen Waffentechnik – die neusten, weit schießenden Kanonen und schnell ladbaren Gewehre kommen zum Einsatz – hat das dänische Heer nichts Adäquates entgegenzusetzen. Auch nach Kriegsende geht das Gezänk um Schleswig und Holstein weiter bis schließlich Preußen – später dann auch gegen Österreich – als Sieger aus den Streitigkeiten und Kämpfen hervorgeht.

Jung schreibt seine Zusammenfassung der Geschehnisse weder romanhaft, noch wie ein kanonischer Historiker, seine Texte sind fokussiert, kundig und verständlich. Er beschreibt, wie es zum Krieg kommt und zeichnet chronologisch die Abläufe zwischen November 1863 und April 1864 auf. Dieser ethnische Konflikt ergibt sich letztlich aus sehr unterschiedlichen grundsätzlichen Positionen auf beiden Seiten der Grenze: Ein zukünftiges Leben im Ständestaat oder in einem liberalen, verfassungsmäßigen Gemeinwesen. "Nach mehr als 400 Jahren war die Zugehörigkeit der Herzogtümer zur dänischen Monarchie zu Ende", heißt es in der Buchbeschreibung. "Zusätzliche Kapitel schildern den weiteren Gang der Ereignisse bis zum Friedensschluss im Herbst 1864, die Bedeutung des Krieges für die deutsche Reichsgründung und seine bis heute ausstrahlenden Folgen." Zudem beleuchtet Jung auch Randbereiche, beispielsweise wie die damalige Presse berichtete, wie angestellte Zeichner das Kriegsgeschehen festhielten und wie die Propaganda funktionierte.
Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag stellt einen Download-Link einer lesenswerten Zeitungsbeilage vom 15. April 2014 zu dem Thema bereit. In diesem 100-seitigen Magazin, mit dem Titel „1864“ sind weitere Autoren mit dem historischen Thema beschäftigt, geben aber auch aus heutiger Sicht Auskunft, über die weitere Entwicklung und das deutsch-dänische Verhältnis bis heute.


Frank Jung: „1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein“
Paperback (Ellert & Richter Verlag)
256 S., Maße: 19,0 x 11,0 cm, Neuzeit bis 1918
ISBN: 978-3-8319-0566-9, Preis 9,95 €
(Weitere Rechte: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag)


Abbildungsnachweis:
Header: Jørgen Valentin Sonne (1801-1890): "Die Erstürmung der Düppeler Schanzen" (Kampene ved Dybbøl), 1871 (Detail)
Galerie:
01. Buchcover „1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein“
02. Karte der Grenzänderungen durch den Deutsch-Dänischen Krieg - ohne Einbeziehung der Königlichen Enklaven. Quelle und Urhebervermerk: "NordNordWest/Wikipedia“.
03. und 04. Die Erstürmung der Düppeler Schanzen am 18. April 1864. Zeichner unbekannt.
05. Düppeler Schanzen, zwei Tage nach dem Sturm der preußischen Truppen am 18. April 1864. Lünette B, jetzt Strandbatterie, besetzt mit 5 gezogenen 24-Pfündern. Foto: Friedrich Brandt (1823-1891), Flensburg. Quelle: Bundesarchiv, Koblenz.
06. Düppelner Mühle nach dem Sturm der preußischen Truppen am 18. April 1864. Foto, Friedrich Brandt, Flensburg.
07. Hauptgebäude des Historiecenter Dybbøl Banke mit Mühle (rechts). Foto: Arne List. Quelle: Wickipedia CC BY-SA 2.0.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Kultur & Management > „1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein...

Mehr auf KulturPort.De

200 Jahre Kunstverein in Hamburg
 200 Jahre Kunstverein in Hamburg



„Just what is it that makes today’s Kunstverein so different? So appealing?” Nach Charity Auktion (14.9.) und Festakt im Rathaus (22.9.) klingen mit einer  [ ... ]



Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen
 Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen



Was denn? Das Volk sei unfähig, Politisches zu durchschauen oder gar mitzuregieren? Liest man dies im Buch „Fassadendemokratie“, dann ist man bass erstaunt, [ ... ]



„Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik
 „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik



Er inspirierte Künstler wie Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und die Village People, seine markanten erotischen Zeichnungen veränderten radikal das Selbstverst [ ... ]



Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem
 Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem



Gerade war sie noch beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören und debütierte – nun kommt zeitnah dazu ihr Debütalbum auf dem Markt. Gemeinsam mit Piani [ ... ]



Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel
 Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel



Es ist dunkel in der Hamburger Gralsburg, als Achim Freyer mit seiner „Parsifal“-Interpretation den Start in die neue Saison der Staatsoper zelebriert. Der 8 [ ... ]



Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage
 Jens Düppe: Dancing Beauty. Eine Hommage an John Cage



Wie kann ein Künstler heute ungebunden und frei arbeiten? Ungebunden ist durchaus möglich – frei arbeiten stößt aus unterschiedlichen Gründen an Grenzen.  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.