Zum Anfang

Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 789 Gäste online

Neue Kommentare

Olivgrüner, harter Mann zu „Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge: Lubitsch? Na klar, das Szenario kam mir doch glei...
Friedrich von der Lange zu „Snowden” – Patriot oder Verräter? : Von keinem anderen, als von Ollie Stone hätte ic...
Hein Daddel zu „Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue: Ein starker Film über eine starke Frau. Sehr gut...
Gerhard P. zu OKRA – Piano & Field Recordings: Wunderbar und spitzfindig geschrieben. Macht Spa...
Hans G. Gohlisch zu Chefredakteur von ZEIT ONLINE spricht über "Community Engagement und New Storytelling: Eigentlich habe ich einen Bericht über David Hoc...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Kultur und Management

„1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein“

Drucken
(153 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Claus Friede  -  Mittwoch, den 21. Mai 2014 um 09:52 Uhr
„1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein“ 4.9 out of 5 based on 153 votes.
1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein

150 Jahre ist es her, da führte Dänemark bis dato seinen letzten Krieg.
Der Deutsch-Dänische Krieg, war die militärische Auseinandersetzung um Schleswig-Holstein und vor allem um das Herzogtum Schleswig zwischen dem Kaisertum Österreich und Königreich Preußen einerseits und dem Königreich Dänemark andererseits.

Der Redakteur des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (shz), Frank Jung, hat das Kriegsgeschehen aufgearbeitet und über mehrere Monate hinweg als tagebuchartige Skizzen veröffentlicht. Um einiges erweitert sind diese Texte nun als Taschenbuch im Verlag Ellert & Richter in Hamburg erschienen,

Zum besseren Verständnis sei hier der Ablauf des Krieges kurz beschrieben: 1883 hat die Nationalversammlung in Kopenhagen das Herzogtum Schleswig rechtswidrig in den dänischen Kernstaat eingegliedert. Rechtswidrig deswegen, weil laut des Londoner Protokolls von 1852 Schleswig verfassungsmäßig nicht enger an Dänemark gebunden werden sollte, während Holstein und Lauenburg staatsrechtlich zu Deutschland gehörten. Deutschnational gesinnte Kreise arbeiten schon seit längerem gegen die dänische Krone und so werden immer wieder im 19. Jahrhundert um die Landstriche nördlich und südlich der natürlichen Grenze Eider geführt.

Bismarck ist es, der Preußen, Österreich, Hannover und Sachsen überzeugt, die Fürstentümer Schleswig und Holstein sowie Lauenburg zu besetzen, sich aber streng an das Londoner Protokoll hält, was der Einmischung anderer europäischer Mächte entgegen wirkt.
Das von Preußen und Österreich am 14. Januar 1864 an Dänemark gestellte 48-Stunden-Ultimatium die Eingliederung des Herzogtums Schleswig umgehend zurückzunehmen und sich militärisch aus der Region zurückzuziehen, verhallt.

Am 1. Februar überschreiten Truppenverbände Preußens und Österreichs die Grenze – übrigens ohne Rückendeckung des Bundestags der Deutschen Länder – und beginnen die Gefechte. Hohe Verluste gibt es auf allen Seiten. Die dänische Armee kann sich nach wochenlangen Kämpfen in Richtung der Insel Alsen bei den Schanzen von Dübbel neu formieren. Dort werden die Dänen im April 1864 schließlich entscheidend geschlagen. Der modernen preußischen Waffentechnik – die neusten, weit schießenden Kanonen und schnell ladbaren Gewehre kommen zum Einsatz – hat das dänische Heer nichts Adäquates entgegenzusetzen. Auch nach Kriegsende geht das Gezänk um Schleswig und Holstein weiter bis schließlich Preußen – später dann auch gegen Österreich – als Sieger aus den Streitigkeiten und Kämpfen hervorgeht.

Jung schreibt seine Zusammenfassung der Geschehnisse weder romanhaft, noch wie ein kanonischer Historiker, seine Texte sind fokussiert, kundig und verständlich. Er beschreibt, wie es zum Krieg kommt und zeichnet chronologisch die Abläufe zwischen November 1863 und April 1864 auf. Dieser ethnische Konflikt ergibt sich letztlich aus sehr unterschiedlichen grundsätzlichen Positionen auf beiden Seiten der Grenze: Ein zukünftiges Leben im Ständestaat oder in einem liberalen, verfassungsmäßigen Gemeinwesen. "Nach mehr als 400 Jahren war die Zugehörigkeit der Herzogtümer zur dänischen Monarchie zu Ende", heißt es in der Buchbeschreibung. "Zusätzliche Kapitel schildern den weiteren Gang der Ereignisse bis zum Friedensschluss im Herbst 1864, die Bedeutung des Krieges für die deutsche Reichsgründung und seine bis heute ausstrahlenden Folgen." Zudem beleuchtet Jung auch Randbereiche, beispielsweise wie die damalige Presse berichtete, wie angestellte Zeichner das Kriegsgeschehen festhielten und wie die Propaganda funktionierte.
Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag stellt einen Download-Link einer lesenswerten Zeitungsbeilage vom 15. April 2014 zu dem Thema bereit. In diesem 100-seitigen Magazin, mit dem Titel „1864“ sind weitere Autoren mit dem historischen Thema beschäftigt, geben aber auch aus heutiger Sicht Auskunft, über die weitere Entwicklung und das deutsch-dänische Verhältnis bis heute.


Frank Jung: „1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein“
Paperback (Ellert & Richter Verlag)
256 S., Maße: 19,0 x 11,0 cm, Neuzeit bis 1918
ISBN: 978-3-8319-0566-9, Preis 9,95 €
(Weitere Rechte: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag)


Abbildungsnachweis:
Header: Jørgen Valentin Sonne (1801-1890): "Die Erstürmung der Düppeler Schanzen" (Kampene ved Dybbøl), 1871 (Detail)
Galerie:
01. Buchcover „1864 – Der Krieg um Schleswig-Holstein“
02. Karte der Grenzänderungen durch den Deutsch-Dänischen Krieg - ohne Einbeziehung der Königlichen Enklaven. Quelle und Urhebervermerk: "NordNordWest/Wikipedia“.
03. und 04. Die Erstürmung der Düppeler Schanzen am 18. April 1864. Zeichner unbekannt.
05. Düppeler Schanzen, zwei Tage nach dem Sturm der preußischen Truppen am 18. April 1864. Lünette B, jetzt Strandbatterie, besetzt mit 5 gezogenen 24-Pfündern. Foto: Friedrich Brandt (1823-1891), Flensburg. Quelle: Bundesarchiv, Koblenz.
06. Düppelner Mühle nach dem Sturm der preußischen Truppen am 18. April 1864. Foto, Friedrich Brandt, Flensburg.
07. Hauptgebäude des Historiecenter Dybbøl Banke mit Mühle (rechts). Foto: Arne List. Quelle: Wickipedia CC BY-SA 2.0.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Mehr auf KulturPort.De

Macy Gray: Stripped
 Macy Gray: Stripped



Endlich! Ein Fan von R&B-Sternchen Macy Gray und ihrer wunderbar rauchigen Stimme bin ich seit dem ersten Album. Leider präsentierte die Ex-Backup-S&au [ ... ]



„Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge
 „Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge



In seinem elegischen Nachkriegs-Epos inszeniert Regisseur François Ozon die schmerzhafte Verstrickung von Trauer, Träumen, Schuld und Liebe als deuts [ ... ]



Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer
 Knauer, Safaian, Schumacher: Zeitloses Treiben in Bachs Notenmeer



In der CD-Reihe „Neue Meister“ präsentieren Arash Safaian, Sebastian Knauer und Pascal Schumacher die Musik nach Motiven von Bach so, wie der Meiste [ ... ]



Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst
 Reeperbahn Festival 2016: Auf der Suche nach der Kunst



Die Autorin dieses Beitrags ist begeisterte Reeperbahn Festival-Besucherin, schaut sich aber neben dem umfassenden Konzertangebot besonders gerne im „Arts& [ ... ]



Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper
 Die Zauberflöte in Hamburg: Herzattacke in der Staatsoper



Radikal entschlackt, mit großen Lichtvorhängen ins Computerzeitalter gebeamt, lässt Regisseurin Jette Steckel die Neuinszenierung von Mozarts Opernhit „ [ ... ]



„Snowden” – Patriot oder Verräter?
 „Snowden” – Patriot oder Verräter?



Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ung [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.