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Kultur und Management

Hamburger Kunsthalle plant Skulpturenparcours für 2014

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Dienstag, den 02. April 2013 um 10:26 Uhr
Hamburger Kunsthalle plant Skulpturenparcours für 2014 4.4 out of 5 based on 169 votes.
Hamburger Kunsthalle plant Skulpturenparcours für 2014

Bislang präsentiert er sich nicht besonders einladend, der Platz vor dem Seitenportal der Hamburger Kunsthalle: Pflastersteine wohin das Auge blickt.
An dem etwas tristen Eindruck können auch die beiden prachtvollen Platanen nichts ändern.
Bernhard Luginbühls (1929-2011) Stahlplastik „Der kleine Zyklop“ von 1967 wirkt eher ab- als aufgestellt und wer derzeit einen Sitzplatz sucht, muss mit einem kalten Steinmäuerchen vorlieb nehmen.

Es ist nicht zu übersehen: Das einst so repräsentativ erdachte „Fenster“ zum gegenüberliegenden Hauptbahnhof hat jahrzehntelang die Schotten dicht gemacht und die Insellage zwischen den Verkehrsachsen (Gleisanlage, Brücke und Glockengießerwall) nur noch betont.
Das soll sich bald sichtbar ändern. Nach Einrichtung des zentralen Cafés in der Rotunde des Kuppelbaus (die damit erstmals von außen direkt zugänglich wurde), will Kunsthallendirektor Hubertus Gassner nun ein umfassendes Facelifting des Außenbereiches in Angriff nehmen. Der Antrag liegt bei der Stadt, nach der Entscheidung soll die Planungsphase abgeschlossen werden und im Frühjahr 2014 könne der Skulpturen-Boulevard fertiggestellt sein. Die Pflastersteine verschwinden, der Vorplatz soll grüner und freundlicher werden, die Gastronomie geht in den neuen Garten, der sich dann als Teil des neuen „Skulpturenboulevard“ am Haupteingang und dem Hubertus-Wald-Forum vorbei bis hin zur Galerie der Gegenwart ziehen soll.

Das Hamburger Landschaftsarchitekten-Büro Lichtenstein wurde bereits mit der Umgestaltung des Vorplatzes beauftragt und orientiert sich dabei am ursprünglichen Kunsthallengarten, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Bahnhofsvorplatz noch eine Einheit bildete. Die Neugestaltung sieht nun eine einladende Stufenanlage vor, die halbhohe Mauer, die sich um eine Platane windet, wird abgerissen und zwischen Stufen und Rasenfläche ist kleines Wasserbecken geplant, an dem Aristide Maillos (1861-1941) berühmte Allegorie „La Rivière – Der Fluss“ (1939/44) einen neuen Standort finden soll. Bislang schwebt das imposante Bronzeweib auf einem Sockel über der Einfahrt zum Wallringtunnel, gegenüber der Kunsthalle und schaut himmelwärts. Die Hamburger Situation symbolisiert leider lediglich den permanenten Verkehrsfluss. „Im Fluss“ ist übrigens einer von vier Originalabgüssen (die weiteren sind in Paris, New York und Pasadena zu finden).

Welche Skulpturen den Parcours künftig noch bestücken werden, steht bislang nicht final fest. Viel Auswahl hat die Kunsthalle an Außen-Skulpturen nicht zu bieten. Der lebensgroße „Löwe“ (1904) von August Gaul (1869-1921) soll dabei sein, auch der bislang vernachlässigte „Reiter“ (1908) von Hermann Hahn (1868-1945) – er steht bereits auf dem Platz. Wahrscheinlich wird noch die eine oder andere Arbeit aus dem öffentlichen Raum auf die Hamburger Museumsinsel wechseln. In jedem Fall soll Klaus Kumrows „Sänfte“ (1986/91) wieder aufgestellt werden. Die mächtige, über zwei Meter hohe und vier Meter lange Skulptur, die der früh verstorbene Hamburger Künstler als damals jüngster documenta-Teilnehmer 1988 in Kassel zeigte, war zuletzt zwischen 1991 und 2000 auf dem Deichtorhallenplatz zu sehen. Danach fristete die „Sänfte“ ein Dasein im Lager der Kulturbehörde und wird nun gerade wieder in Stand gesetzt. Ein zentraler Ehrenplatz auf dem Skulpturenboulevard stünde ihr in jedem Fall zu.


Fotonachweis:
Header: Blick auf das Seitenportal der Hamburger Kunsthalle. Links die Skulptur „Der kleine Zyklop“ von Bernhard Lüginbühl. Foto: Claus Friede
Galerie:
01. Der Vorplatz des Seitenportals mit Lüginbühl, Walther und Hahn-Plastiken. Foto: Claus Friede
02. und 03. Gang entlang der Hamburger Kunsthalle und dem Hubertus-Wald-Forum zur Galerie der Gegenwart. Fotos: Claus Friede
04. Aristide Maillol „Im Fluss“. Foto: Claus Friede
05. Klaus Kumrow „Sänfte“. Standort Deichtorhalle. Foto: Kulturbehörde 

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