Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 1159 Gäste online

Neue Kommentare

C.Müller zu Roots – Katja und Marielle Labèque zum Schleswig-Holstein Musik Festival in der Laeiszhalle: Erhalt des Kultursommers auf der Trabrennbahn Bah...
Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Kultur und Management

Sonja Henie: „I want the Beatles to play at my art center“

Drucken
(107 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 07. Juni 2011 um 11:00 Uhr
Sonja Henie: „I want the Beatles to play at my art center“ 4.5 out of 5 based on 107 votes.
Sonja Henie: „I want the Beatles to play at my art center“

„I want the Beatles to play at my art center“, soll sich Sonja Henie (1912-1969) bei der Eröffnung ihres Museums 1968 gewünscht haben.
Dieser Wunsch ging zwar nicht in Erfüllung, dafür gaben sich Rock- und Jazz-Größen wie Julie Driscoll, Laurie Anderson, Meredith Monk und Jan Garbarek die Ehre. Seit 43 Jahren ist das Henie Onstad Kunstsenter süd-westlich von Oslo nun schon Drehscheibe für experimentelle Kunst aller Sparten. Der Mix aus hochkarätigen Ausstellungen, Musik, Tanz, Film und Lyrik, hat sich bis heute bewährt: Norwegens führendes Museum für zeitgenössische Kunst wächst und wächst und wächst.

Man stelle sich vor: Ein Rockkonzert in der Hamburger Kunsthalle. Hunderte von jungen Leuten tanzend und feiernd zwischen Richter-Bildern und Lehmbruck-Skulpturen. Der reine Albtraum für jeden deutschen Museumsdirektor.
Im Henie Onstad Kunstsenter war das normal – zumindest bis zu den Attentaten auf die Munch-Gemälde in Oslo. „Heute sind wir etwas vorsichtiger und bringen die Kunstwerke vor den Konzerten in Sicherheit“, sagt Lars Finborud, seit 2006 verantwortlich für das Musikprogramm. Das Cross-Over-Konzept wirkt hier nicht aufgesetzt, sondern ganz selbstverständlich. In dem verwinkelten Haus, dessen Dimensionen man von außen gar nicht erfasst, stehen Tanz- und Filmstudios ebenso zur Verfügung, wie Räume für „Artists in Residence“. Bis zu 20 Konzerte im Jahr sind die Regel. In den Sommermonaten pilgern die Norweger scharenweise die zehn Kilometer von Oslo nach Hövikodden, um bekannte Bands zu hören – und bei der bildenden Kunst hängen zu bleiben. Das bungalowartige, weich geschwungene Gebäude der Architekten Jon Eikvar und Sven Erik ist jedenfalls ein idealer Ort, um abzuschalten und sich auf die schönen Dingen des Lebens einzulassen: Auf einer malerischen Landzunge, unmittelbar am Oslofjord gelegen, fügt es sich wie ein lebendiger Organismus in den Hang und bietet einen Traumblick auf unberührte Natur. Bau und Konzeption dieser einmaligen Institution wirken so modern und innovativ, dass man kaum glauben mag, hier das erste Museum für moderne Kunst in Norwegen vor sich zu haben.

Aber tatsächlich: Als der Eiskunstlauf- und Filmstar Sonja Henie (1912-1969) und ihr dritter Ehemann, der Reeder und Kunstmäzen Niels Onstad (1909-1978), 1962 beschlossen ein privates Museum für ihre kapitale Sammlung moderner Kunst zu errichten, gab es weder ein Museum für zeitgenössische Kunst, noch ein Konzertsaal in Norwegen. Das Henie Onstad Kunstsenter schlug da gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Bestand die Kern-Kollektion schwerpunktmäßig aus Klassikern der Moderne (u.a. Max Ernst, Miro, Matisse, Picasso, Léger) und Cobra-Künstlern, kamen später riesige Konvolute von Ansger Jorn, Mark Boyle, Ken Friedman, Zdenka Rusova und Victor Vasarely hinzu. Jüngstes Highlight ist ein Raum mit 18 Dauerleihgaben der Kurt und Ernst Schwitters Stiftung aus Hannover, mit dem „Schwitters in Norwegen“ wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden soll: Zu sehen sind gegenständliche Landschaften und Porträts, die der Merz-Künstler in Lysaker und auf der Insel Hjertöya zwischen 1930-1939 malte. Um dem enormen Wachstum überhaupt Herr zu werden, wurde das Henie Onstad Kunstsenter im Laufe der Zeit zwei Mal erweitert, zuletzt 2003. Heute besitzt es nicht nur eine der größten Cobra-Kollektionen Europas, sondern auch das bedeutendste Fluxus-Archiv Skandinaviens: Happenings, Performances, Tonbandaufnahmen, Briefe, Bücher und Filme von Künstlern wie Beuys, John Cage, Robert Filliou George Maciunas, Daniel Spoerri, Nam June Paik und Dieter Roth werden hier aufbewahrt und aufgearbeitet. Insgesamt rund 1000 Werke – ein Schatz, von dem man zweifellos noch hören wird.


Vom 19. Juni bis 2. Oktober 2011 läuft die Ausstellung: Judy Radul: "World Rehearsal Court"
Die Künstlerin geht der Frage nach, was heute in einer modernen Welt, die von der Technologie beherrscht wird in Gerichtssälen und bei den Regeln zu Gesetzesanwendungen vorgeht. Neben ihrer Installation werden eine Antologie und Seminare angeboten. Kurator: Tone Hansen / Anthologie Herausgeber: Marit Paasche und Tone Hansen.


Fotonachweis: Alle Fotos Henie Onstad Kunstsenter (HOK)
Header: Frontansicht des HOK in Høvikodden.
Galerie:
1. Das HOK, wunderschön auf einem Felsen gelegen, am Oslofjord.
2. Das HOK, 1968
3. Sonja Henie und Niels Onstad, um 1968
4. Werke aus der Sammlung: Matisse "Zitronen"
5. Werke im Außenraum: Per Kirkeby
6. Fluxus-Sammlung: Ben Vautier
7. Performance 1972: Koberg und Kjaer "NOVA" .2.8. - 22.8.1972 Foto: Ukjent
8. Installation von Judy Radul: "World Rehearsal Court"


Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Kultur & Management > Sonja Henie: „I want the Beatles to play at...

Mehr auf KulturPort.De

Ein Blick in die Kindheit der Oper: Monteverdi – „Il Ritorno d’Ulisse in Patria“
 Ein Blick in die Kindheit der Oper: Monteverdi – „Il Ritorno d’Ulisse in Patria“



Nach seinen gefeierten Hamburger Inszenierungen „Salome“, „Pelléas et Mélisande“ und „Pique Dame“ kehrt Opernregisseur Willy Decker im Herbst an di [ ... ]



200 Jahre Kunstverein in Hamburg
 200 Jahre Kunstverein in Hamburg



„Just what is it that makes today’s Kunstverein so different? So appealing?” Nach Charity Auktion (14.9.) und Festakt im Rathaus (22.9.) klingen mit einer  [ ... ]



Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen
 Fassadendemokratie und tiefer Staat. Das marktgetreue Grinsen



Was denn? Das Volk sei unfähig, Politisches zu durchschauen oder gar mitzuregieren? Liest man dies im Buch „Fassadendemokratie“, dann ist man bass erstaunt, [ ... ]



„Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik
 „Tom of Finland” – Revolutionär schwuler Ästhetik



Er inspirierte Künstler wie Andy Warhol, Robert Mapplethorpe und die Village People, seine markanten erotischen Zeichnungen veränderten radikal das Selbstverst [ ... ]



Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem
 Serenata Italiana – Raphaela Gromes und Julian Riem



Gerade war sie noch beim Schleswig-Holstein-Musikfestival zu hören und debütierte – nun kommt zeitnah dazu ihr Debütalbum auf dem Markt. Gemeinsam mit Piani [ ... ]



Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel
 Achim Freyer und sein „Parsifal“ in Hamburg: Viel Bühne, wenig Weihe, eine Menge Spiel



Es ist dunkel in der Hamburger Gralsburg, als Achim Freyer mit seiner „Parsifal“-Interpretation den Start in die neue Saison der Staatsoper zelebriert. Der 8 [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.