Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 411 Gäste online

Neue Kommentare

Lothar zu „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible: Zugegeben ... ich fand das Buch recht grauenvoll,...
Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...
Herby Neubacher zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Tja die Koelner - immer vorneweg. Hier in Vietnam...
Dr. Hans Jürgen von Lengerke, Hannover zu Urvashi Butalia, Emily Nasrallah und Irina Scherbakowa erhalten Goethe-Medaille: Ich würde gern an der Veranstaltung am 28. Augus...
Lena Baal zu Max Merseny: „World Traveller“: Das hört sich so spannend, groovig und "lecker" ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Kultur und Management

„Pharao“ in Rosenheim – Ausstellung über das Leben im Alten Ägypten

Drucken
(81 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 10. Mai 2017 um 10:08 Uhr
„Pharao“ in Rosenheim – Ausstellung über das Leben im Alten Ägypten 3.8 out of 5 based on 81 votes.
Ausstellungsfoto Copyright Lokschuppen Rosenheim, Foto Andreas Jacob

Stadtmarketing mit einer Jahrtausende alten Kultur: Die Stadt Rosenheim im bayerischen Südosten der Republik zeigt seit Jahrzehnten, wie man überregional wirksame Anziehungspunkte schafft, die viele tausend Besucher zu einem Tagesausflug oder Zwischenstopp auf der Reise nach dem Süden animierten. 2017 geht es in einer anspruchvollen Ausstellung mit dem Titel „Pharao“ um das Leben im Alten Ägypten – Pharaonen, Pyramiden, Tempelanlagen und eine Mumie inklusive.

In Rosenheim hat man seit Jahrzehnten eine gute Nase dafür, was Ausstellungsbesucher bewegt. Die Wikinger waren im vergangenen Jahr Thema im Ausstellungszentrum Lokschuppen. Seit 1988 wird jedes Jahr ein großes Thema aus Geschichte, Archäologie und Wissenschaft in den Fokus gestellt und publikumsattraktiv aufbereitet: Regenwald, Inkas, Tiefsee, Gewürze, Kelten, Insekten, Dinosaurier, aber auch Afrikanische Kunst, die Bajuwaren oder Adel in Bayern. Stadtmarketing mit Kultur und Wissenschaft – ein Erfolgskonzept, das der bayerische Staatskanzleiminister Marcel Huber zu Recht lobt: „Rosenheim ist ein einzigartiges Aushängeschild für den Kulturstaat Bayern.“

Nachdem 2016 die Wikinger 207.000 Besucher angelockt hatten, geht jetzt der Blick zum Nil: „Pharao – Leben im Alten Ägypten“ heißt die neue Erlebnisausstellung, die bis in den Dezember im Lokschuppen gezeigt wird. Kurator ist der Architekt, Ingenieur und Archäologe Christian Tietze, mit im Boot sind als Leihgeber bedeutende Ägypten-Sammlungen, wie das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim und das Universitätsmuseum Aberdeen. Aber auch das Ägyptische Museum in Berlin ist mit Leihgaben dabei. Etwa 400 bis zu 4500 Jahre alte Original-Exponate werden, wissenschaftlich penibel aufbereitet, in der Ausstellung gezeigt: Statuen, erhaltene Stoffstücke, Keramik, Gebrauchsgegenstände, erlesener Schmuck, Reliefs, Papyri, Grabbeigaben, bemalte Särge wie der des Herrn Nacht und die 4000 Jahre alte, komplett erhaltene, mit großer Sorgfalt einbalsamierte Mumie der Dame Ta-Cheru aus der altägyptischen Oberschicht.

Die Ausstellung nimmt ihre Besucher mit auf eine intensive Reise an den Nil; beantwortet mit ihren Exponaten, Bildern und Texten Fragen nach den Lebensumständen in dem Land, das wegen der Nilschwemmen so fruchtbar war und das so früh Schrift, Staat, Astronomie, Kalender, eine weit ausdifferenzierte Götterwelt, den Steinbau und – bis heute erhalten – eine Vielzahl von Pyramiden und komplexen Grabanlagen schuf.

Ein modernes Highlight sind die großflächigen und exakten Modelle von Palastanlagen etwa aus Amarna, Pharao Echnatons neuer Hauptstadt seines revolutionären Sonnenkults, von gewaltigen Tempelanlagen (wo Lichtpunkte die kultischen Prozessionen nachvollziehbar machen), von gigantischen Grabbezirken, von Wohnvierteln der Arbeiter und von den Anwesen der Wohlhabenden.
 
Man wird als Besucher mitgenommen an die Ufer des Nils und in Grabkammern, kann sich rasch einen Überblick über interessante Themen verschaffen oder sich lange in die faszinierenden Details der großartigen Exponate vertiefen. Die Texte bereiten die unterschiedlichen Lebenswelten dieser alten Gesellschaft auf. Sie erzählen von der Arbeit, den Feiern, den Göttern, den damaligen Vorstellungen über das Leben nach dem Tod. Und sie stellen einige der großen Pharaonen vor – sie standen an der Spitze der Gesellschaftspyramide, sollten die Kontinuität der Nation sichern und zu diesem Zweck immer besten Kontakt zu den Göttern pflegen, in deren Kreis sie nach ihrem Tod selbst aufsteigen würden.
 
Eine ambitionierte, besucherfreundlich gestaltete Ausstellung mit Angeboten, die die Faszination der uralten Kultur für Erwachsene und Kinder gleichermaßen leicht zugänglich macht. 2,5 Millionen Euro hat die Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim in die Schau investiert, 2,1 Millionen sollen sich durch die Eintrittsgelder der Besucher refinanzieren. Ein hoch gestecktes Ziel, wenn man weiß, dass von etwa 11.000 Sonderausstellungen jährlich in 7000 deutschen Museen nur etwa zehn mehr als 100.000 Besucher haben. Gar nicht unwahrscheinlich aber, dass die Pharaonen und die Kultur ihres Landes am Nil ganz oben mitspielen werden – die Dinosaurier, auch so ein Thema von breitem Interesse bei Jung und Alt, sind die bisherigen Lokschuppen-Spitzenreiter, sie hatten 2009 mehr als 280.000 Besucher.

Pharao – Leben im Alten Ägypten
Ausstellung bis zum 17. Dezember 2017 im Lokschuppen Rosenheim.
Geöffnet täglich 9-18 Uhr, Fr-So und Feiertage 10-18 Uhr.
Alle Infos zur Ausstellung: www.lokschuppen.de/lokschuppen/vorschau-2017/pharao-2017.html
 
Pharao – Leben im Alten Ägypten. Katalogbuch zur Ausstellung. Christian Tietze (Hrsg.). 294 Seiten, Verlag Philipp von Zabern WBG, 32,00 Euro. ISBN 978-3-8053-5074-7.


Abbildungsnachweis:
Header: Ausstellungsfoto © Lokschuppen Rosenheim, Foto: Andreas Jacob.
Galerie:
01: Kopf einer Sphinx der Hatschepsut, Sandstein/Quarzit, Neues Reich © Staatliche Museen zu Berlin – Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, ÄM 2301, Foto: Jürgen Liepe.
02: Ausstellungsfoto © Lokschuppen Rosenheim, Foto: Andreas Jacob.
03: Ausstellungsfoto © Lokschuppen Rosenheim, Foto: Andreas Jacob.
04: Ausstellungsfoto © Lokschuppen Rosenheim, Foto: Andreas Jacob.
05: Ausstellungsfoto © Lokschuppen Rosenheim, Foto: Andreas Jacob.
06: Relief mit Getreide-Ernte, Kalkstein, Altes Reich © King’s Museum, University of Aberdeen, ABDUA:21630, Foto: Andreas Jacob.
07: Modell eines Speichers, Holz, Mittleres Reich © King’s Museum, University of Aberdeen, ABDUA:22166, Foto: Andreas Jacob.
08: Modell eines Bootes mit Segel, Holz, Mittleres Reich © King’s Museum, University of Aberdeen, ABDUA:21817, Foto: Andreas
Jacob.
09: Statuetten des Amenophis III. und der Teje, Ebenholz und Gold, Neues Reich © Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, PM53a/b, Foto: Andreas Jacob.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Kultur & Management > „Pharao“ in Rosenheim – Ausstellung üb...

Mehr auf KulturPort.De

Felice Varini in Osnabrück: Trapeze, Dreiecke, Bögen und ein Zirkeltanz
 Felice Varini in Osnabrück: Trapeze, Dreiecke, Bögen und ein Zirkeltanz



Der Schweizer Künstler Felice Varini wurde 1952 in Locarno geboren, lebt und arbeitet seit 1980 in Paris. Seit Ende der 70er-Jahre arbeitet er an Projekten im  [ ... ]



Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne – Ein Rundgang durch die Ausstellung
 Von Hopper bis Rothko. Amerikas Weg in die Moderne – Ein Rundgang durch die Ausstellung



Amerikaner erobern Potsdam! Nach der spektakulären Impressionismus-Ausstellung nun der Blick über den großen Teich nach Nord-Amerika: Das Museum Barberini am  [ ... ]



„Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible
 „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible



Verweigerung als Selbststimmung: „Axolotl Overkill” ist das hinreißend provokante Porträt einer 16-Jährigen zwischen Realität un [ ... ]



Das Ravenna-Festival. Himmel und Hölle an der Adria
 Das Ravenna-Festival. Himmel und Hölle an der Adria



Das Leben das Universum und der ganze Rest: Nein, ganz so viel wie Douglas Adams berühmter Sience-Fiction-Klassiker „Per Anhalter durch die Galaxis&l [ ... ]



Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne
 Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne



Noch ein Anlauf, Repertoire-Riesen zu bezwingen. Und diesmal, für Arnold Schönbergs „Gurre-Lieder“, stand Kent Nagano wieder genesen selbst am Pult [ ... ]



Pascal Schumacher, Maxime Delpierre: Drops & Points
 Pascal Schumacher, Maxime Delpierre: Drops & Points



Keine Linie in Sicht – weit und breit. Dafür Tropfen, Punkte, Flecken, Tupfen und Blasen.
„Drops & Points“ heißt das neue Album des Luxembu [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.