Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 838 Gäste online

Neue Kommentare

tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...
Lothar zu „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible: Zugegeben ... ich fand das Buch recht grauenvoll,...
Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Kultur und Management

Kubas Afrikanische Geister

Drucken
(85 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 07. Februar 2017 um 10:58 Uhr
Kubas Afrikanische Geister 3.5 out of 5 based on 85 votes.
Kubas Afrikanische Geister

Wer an Kuba denkt, denkt an Fidel Castro und Che Guevara, an Kaffee, Rum und Zuckerrohr, an Hemingway und dicke Zigarren. Vielleicht auch noch an Mambo, Rumba und sexy Mädchen.
Sicher nicht an Santeria und Palo Monte. Dabei ist die Insel durchdrungen von diesen beiden afro-kubanischen Religionen – in Castros marxistisch geprägtem Sozialismus waren sie nur jahrzehntelang unterdrückt. Mit „Kubas afrikanische Geister“ präsentiert das Hamburger Völkerkundemuseum derzeit eine hochspannende und sorgsam eingerichtete Ausstellung, die nicht nur hervorragend Einblick in die afro-kubanische Denk- und Lebensweise bietet, sondern mit einer unerhört faszinierenden Sammlung magischer Kultobjekte besticht. Geheimnisvollen Kraftfiguren, wie man sie in dieser Dichte noch nie außerhalb Kubas zu Gesicht bekam.


Während der Kolonialzeit war es in Kuba nicht anders als in anderen nord- mittel und südamerikanischen Ländern: Im 16. und 17. Jahrhundert kamen Millionen von schwarzafrikanischen Sklaven zur Bewirtschaftung der Kolonien in die Neue Welt. Sie brachten ihren Glauben mit, sie durften ihn nur nicht leben, jeder Sklave wurde getauft. Doch wie man weiß, macht Not erfinderisch und so verpassten die Afrikaner ihren Göttern und Geistwesen (Orichas) kurzerhand eine Doppelidentität als katholische Heilige. „Kultur der Unterdrückten“ nannte Hubert Fichte einmal den Synkretismus aus schwarzafrikanischer und römisch-katholischer Religion, der in Lateinamerika und der Karibik im Laufe der Jahrhunderte regionale Varianten ausbildete. In Kuba entstanden die beiden Religionen Santeria (auch Regla de Ocha genannt) und Palo Monte, die ihre Wurzeln in Nigeria und dem heutigen Kongo haben: Die eine eher hell, bunt und fröhlich, die andere eher düster und furchterregend. Während die Altäre der Santeria mit ihren Porzellanterrinen voller Votivgaben, Porzellanfigürchen, Heiligenbildchen, Kruzifixen und bunten Perlenketten an die süßlichen Kitsch-Kunst-Installationen von Jeff Koons erinnern, wirken die Nganga, die aus blutverkrusteten Tierschädeln, Knochen, Federn, Waffen, Eisen und Plastikpuppen zusammengestellten Kultgefäße und Kraftfiguren der Palo ausgesprochen unheilvoll. Kein Wunder, dass diese Religion oft mit schwarzer Magie und Schadenszauberei in Verbindung gebracht wurde. Dabei sind die Objekte offiziell zum Heilen gemacht und in jedem Fall harmlos und passiv, solange sie nicht mit Hühnerblut beopfert und „zum Leben erweckt“ werden.
Die Leihgaben stammen übrigens aus dem Essener „Soul of Africa Museum“, dessen Leiter die Stücke von einem italienischen Ethnologen geerbt hat, der sie vor der Revolution 1959 aus Kuba mitbrachte. Wie diese Stücke damals den Weg durch den Zoll nach Europa fanden, ist wohl nur durch eines zu erklären: Magie.

Kubas Afrikanische Geister
Zu sehen bis 5. März 2017 im Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg.
Geöffnet: Di bis So 10 – 18 Uhr, Do bis 21 Uhr,
Eintritt 8,50 € , erm. 4 €.
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Soul of Africa Museum, realisiert mit finanzieller Unterstützung der Freunde des Museums für Völkerkunde Hamburg e. V.
Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Alle Fotos: Markus Matzel / Soul of Africa Museum
Header: Ochosi
Galerie:
01. Die Geister des Olokun
02. Palo Mayombe, Nganga des Gewittergottes
03. Jungfrau von Loreto / Virgen de Loreto.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Kultur & Management > Kubas Afrikanische Geister

Mehr auf KulturPort.De

„Paradies”. Oder die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten des Terrors
 „Paradies”. Oder die Unmöglichkeit der Liebe in Zeiten des Terrors



Als obszön hätte es Andrei Konchalovsky empfunden, seinen Film „Paradies” in Farbe zu drehen. Der 79-jährige russische Regisseur entdeckt für uns radikal [ ... ]



Ernst Toch: Solo Piano Pieces
 Ernst Toch: Solo Piano Pieces



Ernst Toch (1887-1964) gehört zu der Vielzahl von jüdischen Komponisten, deren Werke in Vergessenheit zu geraten drohen. Sie nun in das Aufführungsrepertoire  [ ... ]



Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass
 Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass



Von der Lebenslust polnischer Spielleute über italienische und französische Anklänge bis zur neuen Musik des empfindsamen Zeitalters reicht der Bogen, den Tel [ ... ]



„The Party”. Apokalypse statt Canapés
 „The Party”. Apokalypse statt Canapés



Sally Potter besitzt ein untrügliches Gespür für die Absurdität menschlichen Leidens. Sie präsentiert „The Party” als hintergründige Farce über den Ve [ ... ]



„Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens
 „Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens



John Neumeiers jüngstes Ballett bei den 43. Ballett-Tagen in Hamburg umjubelt.

Es ist mitunter durchaus von Vorteil, eine Uraufführung zu verpassen. Mit etw [ ... ]



Morten Kargaard Septet: Zealand
 Morten Kargaard Septet: Zealand



Gut Ding will Weile haben, sagt ein deutsches Sprichwort. Von der Idee Morten Kargaards im Jahr 2012 bis zur Fertigstellung des Albums hat es fünf Jahre gedauer [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.