Zum Anfang

Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 733 Gäste online

Neue Kommentare

El Duderino zu „Elle” – Von Rache, Unterwerfung und der Komik des Schreckens : Isabelle Huppert ist die wohl beste Schauspieleri...
Anna Grillet zu „The Salesman” – Oder die Grenzen des Glücks : Ein Trailer verrät meiner Ansicht nach über ei...
Iha zu „The Salesman” – Oder die Grenzen des Glücks : Eure Besprechung ist sehr gut und zutreffend. Abe...
Isabel Mahns-Techau zu Die 17. Museumsnacht in Basel – Ein Erlebnisbericht: Lieber Claus, um diese Nacht in Basel bist Du wir...
Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: routinierter Start im TV, Gänsehaut exklusive. Die Eröffnung im Fernsehen: Ich denke - und das wird sicher wieder nicht vero...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2016

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Kultur und Management

Kubas Afrikanische Geister

Drucken
(69 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Dienstag, den 07. Februar 2017 um 09:58 Uhr
Kubas Afrikanische Geister 3.5 out of 5 based on 69 votes.
Kubas Afrikanische Geister

Wer an Kuba denkt, denkt an Fidel Castro und Che Guevara, an Kaffee, Rum und Zuckerrohr, an Hemingway und dicke Zigarren. Vielleicht auch noch an Mambo, Rumba und sexy Mädchen.
Sicher nicht an Santeria und Palo Monte. Dabei ist die Insel durchdrungen von diesen beiden afro-kubanischen Religionen – in Castros marxistisch geprägtem Sozialismus waren sie nur jahrzehntelang unterdrückt. Mit „Kubas afrikanische Geister“ präsentiert das Hamburger Völkerkundemuseum derzeit eine hochspannende und sorgsam eingerichtete Ausstellung, die nicht nur hervorragend Einblick in die afro-kubanische Denk- und Lebensweise bietet, sondern mit einer unerhört faszinierenden Sammlung magischer Kultobjekte besticht. Geheimnisvollen Kraftfiguren, wie man sie in dieser Dichte noch nie außerhalb Kubas zu Gesicht bekam.


Während der Kolonialzeit war es in Kuba nicht anders als in anderen nord- mittel und südamerikanischen Ländern: Im 16. und 17. Jahrhundert kamen Millionen von schwarzafrikanischen Sklaven zur Bewirtschaftung der Kolonien in die Neue Welt. Sie brachten ihren Glauben mit, sie durften ihn nur nicht leben, jeder Sklave wurde getauft. Doch wie man weiß, macht Not erfinderisch und so verpassten die Afrikaner ihren Göttern und Geistwesen (Orichas) kurzerhand eine Doppelidentität als katholische Heilige. „Kultur der Unterdrückten“ nannte Hubert Fichte einmal den Synkretismus aus schwarzafrikanischer und römisch-katholischer Religion, der in Lateinamerika und der Karibik im Laufe der Jahrhunderte regionale Varianten ausbildete. In Kuba entstanden die beiden Religionen Santeria (auch Regla de Ocha genannt) und Palo Monte, die ihre Wurzeln in Nigeria und dem heutigen Kongo haben: Die eine eher hell, bunt und fröhlich, die andere eher düster und furchterregend. Während die Altäre der Santeria mit ihren Porzellanterrinen voller Votivgaben, Porzellanfigürchen, Heiligenbildchen, Kruzifixen und bunten Perlenketten an die süßlichen Kitsch-Kunst-Installationen von Jeff Koons erinnern, wirken die Nganga, die aus blutverkrusteten Tierschädeln, Knochen, Federn, Waffen, Eisen und Plastikpuppen zusammengestellten Kultgefäße und Kraftfiguren der Palo ausgesprochen unheilvoll. Kein Wunder, dass diese Religion oft mit schwarzer Magie und Schadenszauberei in Verbindung gebracht wurde. Dabei sind die Objekte offiziell zum Heilen gemacht und in jedem Fall harmlos und passiv, solange sie nicht mit Hühnerblut beopfert und „zum Leben erweckt“ werden.
Die Leihgaben stammen übrigens aus dem Essener „Soul of Africa Museum“, dessen Leiter die Stücke von einem italienischen Ethnologen geerbt hat, der sie vor der Revolution 1959 aus Kuba mitbrachte. Wie diese Stücke damals den Weg durch den Zoll nach Europa fanden, ist wohl nur durch eines zu erklären: Magie.

Kubas Afrikanische Geister
Zu sehen bis 5. März 2017 im Museum für Völkerkunde, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg.
Geöffnet: Di bis So 10 – 18 Uhr, Do bis 21 Uhr,
Eintritt 8,50 € , erm. 4 €.
Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Soul of Africa Museum, realisiert mit finanzieller Unterstützung der Freunde des Museums für Völkerkunde Hamburg e. V.
Weitere Informationen


Abbildungsnachweis:
Alle Fotos: Markus Matzel / Soul of Africa Museum
Header: Ochosi
Galerie:
01. Die Geister des Olokun
02. Palo Mayombe, Nganga des Gewittergottes
03. Jungfrau von Loreto / Virgen de Loreto.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Kultur & Management > Kubas Afrikanische Geister

Mehr auf KulturPort.De

„Neruda” – Oder die unerträgliche Lächerlichkeit des Seins
 „Neruda” – Oder die unerträgliche Lächerlichkeit des Seins



„Neruda”, Pablo Larraíns neuer Film, ist ein aberwitziges Wunderwerk der Kreativität: Fiktion durchkreuzt Fiktion, überrumpelt dabei [ ... ]



Shakespeare und Verdi an der Staatsoper Hamburg – Schattenseiten der Seele
 Shakespeare und Verdi an der Staatsoper Hamburg – Schattenseiten der Seele



William Shakespeare ist seit 400 Jahren tot. Seine Werke leben bis heute und werden rund um den Globus gespielt. An der Staatsoper Hamburg feierte Verdis Shakesp [ ... ]



Mischa Kopmann: „Aquariumtrinker“
 Mischa Kopmann: „Aquariumtrinker“



Der Titel „Aquariumtrinker“, Mischa Kopmanns Erstlingsroman, ist ein Zitat aus dem Song „I am trying to break your heart“ der US-amerikan [ ... ]



Kopf-Hörer 12: 100 Jahre „1917“, 80 Jahre Philip Glass, 30 Jahre munteres Mittelalter
 Kopf-Hörer 12: 100 Jahre „1917“, 80 Jahre Philip Glass, 30 Jahre munteres Mittelalter



Musik rund ums Jahr 1917 – ein tönender Rückblick auf Krieg und Revolution. Philip Glass’ hypnotisierende Klavier-Etüden mit Vikingur  [ ... ]



Distances: Venice
 Distances: Venice



2014 gegründet, 2017 das Debüt-Album. Das europäische Jazzquartett „Distances“ mit Mitgliedern aus Lettland, Deutschland, Italien und Bulgarien, d [ ... ]



„Fences” – Die tragische Überheblichkeit eines Verlierers
 „Fences” – Die tragische Überheblichkeit eines Verlierers



Denzel Washington inszeniert das wortgewaltige Familiendrama „Fences” als Psychogramm schwarzer Identität Ende der Fünfziger Jahre in den U [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.