Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 2340 Gäste online

Neue Kommentare

tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...
Lothar zu „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible: Zugegeben ... ich fand das Buch recht grauenvoll,...
Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Kultur und Management

Imagine John Lennon – Musiker, Poet, Zeichner, Aktivist

Drucken
(129 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 07. Oktober 2015 um 10:06 Uhr
Imagine John Lennon – Musiker, Poet, Zeichner, Aktivist 4.5 out of 5 based on 129 votes.
Imagine John Lennon – Musiker, Poet, Zeichner, Aktivist

Er ist eine Legende der Popmusik, ein Idol der 68-Generation und der Hippiebewegung: „Give Peace a Chance" und „Imagine" machen ihn zur Ikone der Friedensbewegung. Seit seiner Ermordung im Dezember 1980, ranken sich Legenden und Mythen um seine Person. Gemeint ist John Lennon, der Vorstadtjunge aus Liverpool, einst Mitglied der legendären Beatles. Die Ausstellung „Imagine John Lennon" im Ernst Barlach Museum im schleswig-holsteinischen Wedel präsentiert jetzt die unbekannten Facetten des Musikers: den Zeichner und Maler, den Poeten und politischen Aktivisten.

Am 9. Oktober dieses Jahres würde er fünfundsiebzig Jahre alt. Aus diesem Anlass widmet sich die aktuelle Schau im Ernst Barlach Museum Wedel dem Leben John Lennons: Da ist der Superstar aus der Beatle-Ära, deren Musik den Nerv der Jugend trifft und eine Beatlemania auslöst, da sind seine Songtexte, Plattencover und goldenen Schallplatten. Da ist der Privatmensch, sein Familienleben mit Yoko Ono, Textpassagen aus eigenen Erinnerungen, seine politischen Aktivitäten. Rund 180 Fotografien geben Einblick in sein Leben. Hinzu kommen Bücher, Objekte, Videos. Seinen Lithographien und Zeichnungen mit japanischer Sumi-Tinte, Bleistift und Kugelschreiber ist ein eigener Raum gewidmet. Die Bildmotive sind in schnellen, lockeren Strichen skizziert. In ironisch-skurriler Bildsprache karikiert er sein Umfeld: seine Familie, die Fans, das halbseidene Milieu „Suitors", einen Priester, einem nackten Pärchen hinterher schauend, oder betrunkene Männer und Frauen wild durcheinander tanzend. Sich selbst und Yoko malt er als Adam und Eva unterm Apfelbaum „Apple-Tree", für seinen Sohn die Familienkatze am Fenster oder "tierische Freunde", Katze, Pferd und Hund.

Seine frühesten künstlerischen Arbeiten entstehen in den 60er-Jahren. Zu dieser Zeit studiert Lennon am Liverpool College of Art, bricht sein Studium zu Gunsten der Musik ab und gründet eine Band, die Beatles. Nach Auftritten in Hamburg 1960 bis 1962, darunter im legendären Star Club, veröffentlichen die Beatles – George Harrison, Paul McCartney, Ringo Starr und John Lennon – in London überaus erfolgreich ihre ersten Schallplatten „Love Me Do", „Please Please Me" und „She Loves You". Ihre Weltkarriere beginnt, die Pilzfrisur wird ihr Markenzeichen. Neben der Musik übernimmt Lennon in dem Antikriegsfilm „Wie ich den Krieg gewann" von Richard Lester 1967 eine kleinere Rolle. Fazit: der Pilzkopf wird gekürzt und der kurzsichtige Lennon trägt fortan in der Öffentlichkeit eine Nickelbrille mit runden Gläsern.

Bereits während seiner Jugendzeit verfasst der Liverpooler Kurzgeschichten und Gedichte, die er mit eigenen Bildern auflockert. 1964 und 1965 erscheinen die von ihm illustrierten Nonsens-Bücher „In His Own Write" (In seiner eigenen Schreibe) und „A Spaniard in the Works" (Ein Spanier macht noch keinen Sommer). Diese Nonsens-Dichtungen – eine englische Literaturkultur – sind voller Kalauer und Blödeleien, Schachtelwörtern und Worterfindungen, welche allerdings auf dem europäischen Kontinent auf literarisches Unverständnis stoßen.
Eine entscheidende Wendung in Lennons privatem und künstlerischem Leben ist die Begegnung mit der japanischen Konzept-Künstlerin Yoko Ono, die er nach seiner Scheidung 1969 heiratet. Ein exaltiertes Paar, das bereits in den Flitterwochen mit einem sechs Tage dauernden „Bed-In“ im Amsterdamer Hilton-Hotel für Furore sorgt. Ein von der internationalen Presse aufmerksam verfolgtes Happening als Protest gegen den Vietnamkrieg der USA. Wegen der großen medialen Aufmerksamkeit veranstalten die frisch vermählten Polit-Aktivisten zwei Monate später in Montreal ein weiteres Bed-In. Hier wird Lennons Friedenshymne „Give Peace a Chance" gemeinsam mit allen Anwesenden eingespielt. Später äußert sich Lennon: „Als wir heirateten, wussten wir, dass unsere Flitterwochen sowieso öffentlich sein würden, also beschlossen wir, sie zu nutzen. Unser Leben ist unsere Kunst. Das war das Bed-In. Wir saßen im Bett und redeten mit den Reportern. Es war urkomisch. Im Endeffekt machten wir einen Werbespot für den Frieden."

Im Studio von Tittenhust Park, seinem Landhaus westlich von London, entsteht im Mai 1971 „Imagine", das zweite Soloalbum von John Lennon nach der Trennung von den Beatles. Das gleichnamige Titelstück beschreibt Lennons Vision einer besseren und gerechteren Welt: „Imagine there's no heaven. It's easy if you try. No hell below us. Above us only sky. Imagine all the people living for today" und der Refrain „You may say I'm a dreamer. But I'm not the only one. I hope some day you'll join us. And the world will be as one." Der Song soll allerdings erst nach Lennons Tod die Spitze der Singlecharts erreichen und zum politischen und musikalischen Vermächtnis des Künstlers werden.

Im August des selben Jahres verlegt das Paar seinen Wohnsitz nach New York. Vier Jahre später kommt ihr Sohn Sean zur Welt. Lennon zieht sich immer mehr ins Privatleben zurück, seine Frau managt die geschäftlichen Seiten. Er wird Hausmann, kümmert sich um Sean und versucht ihm ein fürsorglicher Vater zu sein. An der Seite seiner Frau nimmt Lennon an Demonstrationen und Protestbewegungen gegen den Vietnam-Krieg teil. Observiert vom amerikanischen FBI, der auf Anordnung des damaligen Direktors Edgar J. Hoover eine Akte unter der Nummer 100-469910 angelegt. Die Lithografie „War is over" markiert das Ende des Krieges.

Am 8. Dezember 1980 wird John Lennon gegen 23 Uhr von dem geistig verwirrten Mark David Chapman vor dem Dakota Building in New York erschossen. Nur wenige Stunden vor dem Attentat fotografiert Annie Leibowitz das letzte Bild von John Lennon und Yoko Ono. Ein sehr intimes, überaus emotionales Portrait: John – nackt – schmiegt sich embryonal zusammengerollt an die mit Jeans und Pullover bekleidete Yoko. Das Foto ist in der Ausstellung zu sehen.

Bei aller Begeisterung für John Lennon und seine Musik: Lennons bildkünstlerische Arbeiten dürften nicht in die Annalen der Kunstgeschichte eingehen. Als Musiker und Songschreiber erreicht er dagegen einen Nimbus mit Ewigkeitsanspruch. Er ist ein Kreativer, der in der Zeit mit Yoko Ono neue künstlerische Impulse erhält. Ein Musiker, der sich mit spektakulären Aktionen selbst inszeniert und erfolgreich vermarktet. Eine Vermarktung, die von seiner Witwe und seinem Sohn Sean mit großem Erfolg fortgesetzt wird, denn der Mythos „John Lennon" darf nicht in Vergessenheit geraten.

Die sorgfältig kuratierte Ausstellung „Imagine John Lennon – Musiker, Poet, Zeichner, Aktivist" ist ein Muss für alle Lennon-Fans!
Zu sehen bis zum 28. Februar 2016 im Ernst Barlach Museum Wedel, Mühlenstraße 1, in 22880 Wedel.
Die Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr.
www.ernst-barlach.de


Abbildungsnachweis: Alle Fotos: Christel Busch
Header: Blick auf eine Siebdruck-Text-Arbeit.
Galerie:
01. Transparent zur Ausstellung an der Museumsfassade. Abb. Barlach Museum Wedel
02. bis 07. Blicke in die Ausstellung

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Kultur & Management > Imagine John Lennon – Musiker, Poet, Zeichn...

Mehr auf KulturPort.De

Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass
 Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass



Von der Lebenslust polnischer Spielleute über italienische und französische Anklänge bis zur neuen Musik des empfindsamen Zeitalters reicht der Bogen, den Tel [ ... ]



„The Party”. Apokalypse statt Canapés
 „The Party”. Apokalypse statt Canapés



Sally Potter besitzt ein untrügliches Gespür für die Absurdität menschlichen Leidens. Sie präsentiert „The Party” als hintergründige Farce über den Ve [ ... ]



„Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens
 „Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens



John Neumeiers jüngstes Ballett bei den 43. Ballett-Tagen in Hamburg umjubelt.

Es ist mitunter durchaus von Vorteil, eine Uraufführung zu verpassen. Mit etw [ ... ]



Morten Kargaard Septet: Zealand
 Morten Kargaard Septet: Zealand



Gut Ding will Weile haben, sagt ein deutsches Sprichwort. Von der Idee Morten Kargaards im Jahr 2012 bis zur Fertigstellung des Albums hat es fünf Jahre gedauer [ ... ]



National Ballet of China: Der Ruf der Kraniche und Maos Altlasten
 National Ballet of China: Der Ruf der Kraniche und Maos Altlasten



Mit Ausschnitten aus sechs opulenten neueren Produktionen beeindruckte das National Ballet of China in der Staatsoper Hamburg. Und vier kleine Choreographien pun [ ... ]



Transkulturelle Marmorausstellung „Metamorphic Resonance“ in der Toskana
 Transkulturelle Marmorausstellung „Metamorphic Resonance“ in der Toskana



Sommerzeit – Reisezeit? Auf den Spuren Michelangelos und der „Erschaffung Adams“ muss man nicht unbedingt wandeln. Denn bis zum 31. Juli ist in dem italien [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.