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Villa Vigoni: Gewalt, kulturelles Gedächtnis und Transkulturalität

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Geschrieben von Dagmar Reichardt  -  Dienstag, den 11. November 2014 um 11:13 Uhr
Villa Vigoni: Gewalt, kulturelles Gedächtnis und Transkulturalität 4.7 out of 5 based on 167 votes.
Villa Vigoni

Goldene Herbstidylle und Themen wie Gewalt und kulturelle Konflikte – wie passt das zusammen?
Antwort: Es ist der Traum eines jeden Geisteswissenschaftlers! Mitten in einem 5 Hektar großen, romantischen und mit gepflegten Blumenbeständen, Jahrhunderte alten Bäumen und weißen Marmorbüsten verzierten botanischen Park in Norditalien hat man vom oberen klassizistischen Gebäude des historischen Villa-Vigoni-Komplexes nicht nur einen malerischen Blick auf den Comer See und die gegenüberliegende Bergsilhouette. Es liegen einem auch zwei mit modernster Technik ausgestattete Tagungsräume zu Füßen, hinter deren geschlossenen Türen die Vorträge und Diskussionsrunden stattfinden, die das Institut unter der Ägide renommierter Experten wie Historiker, Rechts- und Kulturwissenschaftler, Neurologen oder politische Entscheidungsträger aus aller Welt, vornehmlich jedoch aus Deutschland und Italien, veranstaltet.

Irgendwo zwischen einem Studientag zum Thema „Klavierdidaktik am Comer See von Felix Mendelssohn Bartholdy bis Ennio Cominetti“ und der jährlich abwechselnd in Deutschland und Italien stattfindenden „Vigoni Lecture“ – diesen Sommer von Finanzminister Wolfgang Schäuble zum Thema „Eine Union für das 21. Jahrhundert. Wie Europa in gute Verfassung kommt“ in Berlin gehalten – findet sich zwischen den gut 50 Veranstaltungen, die Anfang Oktober 2014 bis dato auf dem Programm stehen, auch das „Villa Vigoni Gespräch“ über „Italien: Gewalt, kulturelles Gedächtnis und Transkulturalität (1990-2014)“ wieder.

Das ist für dieses deutsch-italienische Zentrum gewiss kein aus dem Rahmen fallendes Kongressthema. Schaut man aber einmal genauer hin, so eröffnen sich einem überraschende Einblicke. Zunächst ist da die Expertenrunde, die sich in dem von der deutschen Architektin Barbara Jakubeit fast avantgardistisch modernisierten und zeitgemäß technisierten Veranstaltungssaal mit vier Dolmetscherkabinen, einem aus dem Boden heraus mittig im Konferenzraum aufgestellten Videobildschirm und einer von einer Empore aus jederzeit verfügbaren Technikerin versammelt hat: Über Gewalt, kulturelles Gedächtnis und Transkulturalität in der zeitgenössischen italienischen Literatur und Kultur referieren und diskutieren fast ausschließlich Frauen. Nur zwei der insgesamt 18 geladenen europäischen Fachvertreter unterschiedlicher Disziplinen sind Männer.

Quotenmänner würde sie hier dennoch bestimmt keiner nennen. Denn das seit einem guten Vierteljahrhundert tätige Wissenschafts- und Kulturinstitut Villa Vigoni e.V. ist ein auf traditionsreiche Geschichte zurück blickender, von der deutschen und der italienischen Regierung getragener Verein, nach einem Mann benannt (Don Ignazio Vigoni), von männlichen Politikern gegründet (1986 von Hans-Dietrich Genscher und Giulio Andreotti) und seit 1987 durchgängig von fünf männlichen Generalsekretären geleitet. Bis vor zwei Jahren. Seitdem gibt hier eine Generalsekretärin den Ton an und flicht in alte Seilschaften neue Zöpfe mittels eines hochwertigen Programms, das von Summer Schools, Konzerten, Deutschkursen und Journalistenrunden, über die deutsch-italienische Aufarbeitung des II. Weltkriegs, bis zu Workshops über den aktuellen Stand der medizinischen Forschung sowie aktuelle Kunst-, Bildungs- und Migrationsthemen reicht.

Die erste Frau an der Spitze der „Villa“, die Vergleichende Literaturwissenschaftlerin und gebürtige Kalabrierin Immacolata Amodeo von der Jacobs University Bremen, führt nicht nur innovative Themen ein, wie etwa die Programmeinheit „Migration in Geschichte und Gegenwart“, in der u.a. die Tagung zur Transkulturalität figuriert. Im hohen Norden Italiens ist diese sprachgewandte, weltoffene und kommunikationsfreudige Leiterin schlichtweg ein Glücksfall für das „Deutsch-italienische Zentrum für europäische Exzellenz“, das sich den Herausforderungen einer globalisierten Zukunft von einzelnen, starken und solidarischen Partnerschaften in einem neuen Europa stellt: Nachdem Europa den Nationalstaat im 19. Jahrhundert gewissermaßen ‚erfunden’ hat, lösen sich hier im 21. Jahrhundert nun dessen Grenzen symbolisch auf – zwischen Deutschland und Italien einerseits, und andererseits zwischen den deutsch-italienischen Beziehungen und dem europäischen Kulturengeflecht.

Symptomatisch für die Gewährleistung dieses Auftrags sind sowohl das in der ehemaligen lateinischen Lingua franca gehaltene Originalmosaik mit dem Schriftzug „Salve“ in der etwas bergab gelegenen historischen Villa Garovaglio-Ricci aus dem 18. Jahrhundert, das den Kongressteilnehmer auf einer Schwelle des innen kernsanierten Veranstaltungstraktes freundlich begrüßt, als auch die italienische Küche, mit der der Verein seine Besucher in der zweiten Hauptvilla verköstigt: Im „Statuensaal“ – der „Sala delle statue“ – in der oberen Villa Mylius-Vigoni kommen die Teilnehmer zu Mahlzeiten und Empfängen zusammen und frühstücken mit Aussicht auf den Comer See hinter den Fensterscheiben dieses Herrenhauses, das als klassisches Beispiel einer großbürgerlichen Villa der Lombardei im 19. Jahrhundert gilt. Die selbst in den Schlafzimmern nicht fehlenden Bilder, Kunstschätze und Antiquitäten, die malerische Umgebung, die zweisprachige Betreuung, der an die Villa Vigoni angrenzende Senagra-Naturpark sowie der nahe gelegene Golfplatz von Menaggio mit spektakulärem Panorama suggerieren erstklassige Gastlichkeit fernab vom Stress des Berufsalltags und sorgen in der Kombination eines familiären Ambientes und hoher Professionalität für ein entspanntes Arbeiten.

Ist man hier erst einmal angekommen – was, wie fast überall an den schönen Flecken Italiens auf Grund der Topographie und Infrastruktur des Landes, etwas dauern kann – garantiert der Arbeitsaufenthalt in diesen zwei der schönsten historischen Villen rund um den Comer See eine außergewöhnliche Berufserfahrung. Das aus der Mode gekommene Gefühl der Muße, der Genuss eines anregenden Fachgesprächs, der inspirierende Rahmen für das Knüpfen neuer beruflicher Kontakte und die Erfahrung, als einer von durchschnittlich 2.500 Gästen pro Jahr wie in einem Museum zu wohnen und in den mit stilvollen, alten Möbeln eingerichteten Zimmern zu schlafen, hat auch geistig etwas von einer Enklave: Gerade weil die Villa eher schwer erreichbar und etwas abseits gelegen ist, können der Austausch über Fachthemen der Kultur, Wissenschaft und Bildung sowie die Begegnungen im Haus in einer geschützten und wenig störanfälligen Atmosphäre stattfinden.

Freilich muss man zunächst einige Hürden nehmen, um an diesen durch sensibelste Alarmtechnik gut gesicherten Ort zu gelangen: entweder als gebetener Gast auf Einladung oder auf der Basis eines von den Kooperationspartnern der Villa geförderten Projekts. Für alle anderen Interessenten bietet die binationale Einrichtung regelmäßig öffentliche Führungen durch die Häuser und Gartenanlagen sowie verschiedene Kulturveranstaltungen an, die sich an ein breites Publikum richten. Das Latein ist als Wissenschaftssprache längst durch das Englische abgelöst, der dritten Sprache, in der die Villa Vigoni arbeitet: In unserem Fall des Gemeinschaftsprojekts von vier europäischen Universitäten über Italiens Konfliktkultur und deren transkulturelle Ausprägungen in der Literatur, Sprache, Geschichte, Politik und Kunst nicht nur im Land selber, sondern auch im europäischen und außereuropäischen Raum, ist das Kolloquium von der Deutschen Forschungsgesellschaft DFG gefördert worden.

Das innovative Tagungsformat der DFG setzt sich von dem üblichen Vortrags- und Diskussionsschema ab und für eine dialogische und kolloquiale Gesprächskultur in der Wissenschaft ein. Während andere diesjährige Themen der Villa Vigoni im Rahmen der DFG-geförderten Tagungen einem „Euro-workshop“ oder der „Green Economy“ gewidmet sind, bringt im kulturwissenschaftlichen Kontext die Transkulturalität die Anliegen der Zukunft aus ästhetisch-literarischer Sicht auf den Tisch. Die Impulsreferate kreisten um die Pluralität von Kulturen, um Migration, In- und Exklusionsstrategien, Friedensfragen, kulturelle Traumen, Intersektionalität und Solidarität, um Diskurse der Nachhaltigkeit, Verbundenheit, Vernetzung und Dezentralisierung, und verbanden Fallstudien zu Machtdiskursen, Genderfragen und Intermedialität mit der historischen Vergangenheit und internationalen Positionierung Italiens.

In den lebhaften Diskussionen bildeten Italien und die Kulturen anderer Mitgliedstaaten der EU insofern eine exemplarische Einheit für ein europäisches Miteinander, dass Italien und dessen Begegnungen und Verflechtungen mit anderen Kulturen sowohl auf der Ebene des Inhalts (bezogen auf die vorgestellten Fallstudien) als auch auf der Ebene der kritischen Rezeption (aus der Teilnehmerrunde kam ein Gast aus der Türkei) Europa als eine „einzigartige Welt“ reflektierten, wie es eines von Amodeos programmatischen Schwerpunktthemen vorsieht. Als Leiterin des Hauses nahm diese nach der Schlussrunde der Tagung – die jedenfalls deutlich machte, dass mit der zweiten Veranstaltung in Folge zum Thema Italien und Transkulturalität die Forschung noch ganz am Anfang steht und sich eher neue Fragen gebildet hatten als dass die zu Kongressbeginn gestellten beantwortet waren – überrascht einen Blumenstrauß von den vier Organisatorinnen und Sektionsleiterinnen entgegen: Blumen habe es für sie seit ihrem Amtsantritt noch nie gegeben.

Zu erklären sind der frische Wind und die neue Art der Umsetzung der Vorgaben und Ideale der Villa Vigoni nur durch einen fundamentalen Wechsel der Direktion, einen relativ guten Personalschlüssel und vor allem durch einen Teamgeist, wie ihn die Villa Vigoni zuvor noch nie geprägt hat, die – auch zwangsläufig durch den ihr auferlegten politischen und wissenschaftlichen Anspruch – seit jeher als eher elitär galt und gilt. Führungstechnisch scheint sich in der Villa Vigoni jedenfalls gerade eine Quadratur des Kreises zu vollziehen. Eine Verjüngungskur ist in das Haus eingezogen, die sowohl dem Verein als auch Frau Prof. Dr. Amodeo sehr gut zu Gesicht stehen. Keine Frage, diese Frau hat Nehmerqualitäten, was ihr Wirken aber so einnehmend und überzeugend macht, sind ihre Geberqualitäten.

Geben und Bewegen ist für Immacolata Amodeo, die seit Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere selbst zu Migrationsthemen und interkulturellen Beziehungen sowohl Deutschlands als auch Italiens extensiv geforscht und publiziert hat, ein fachliches und persönliches Anliegen, das sie sowohl beim Auftakt und in der Abschlussdiskussion dieser Villa-Vigoni-Veranstaltung als auch während ihrer aktiven Zeit an der privaten Jacobs Universität in Bremen eindrücklich unter Beweis stellte. Die deutsch-italienische Verbundenheit dieses besonders vielseitigen, teilweise kontroversen und höchst spannenden „Villa Vigoni Gesprächs“, das 2015 in Buchform erscheint, spiegelte sich nicht nur darin wider, dass die Tagung im europäischen Verbund u.a. von einer deutschen (Universität Augsburg) und zwei italienischen Universitäten (in Rom) mit initiiert worden war und zudem einen Kongress fortsetzte, der 2012 bereits an der Universität Würzburg ausgetragen worden war und nun in der Villa Vigoni auf italienischem Boden stattfand.

Die Emanzipation der kulturellen Analyse ist es vielmehr, die Amodeo exemplarisch vorantreibt, indem der deutsch-italienische Dialog ebenso selbstbewusst wie weitsichtig auf europäischer Ebene geführt und die beiden ungleichen, doch historisch eng zusammen gehörigen Kulturräume Deutschlands und Italiens wie selbstverständlich im europäischen Exzellenzverbund gesehen werden. Im Sehnsuchtsland der Deutschen – Italien – und in einem Haus – der Villa Vigoni –, das von einer Italienerin geleitet wird, findet die fast perfekte Symbiose einer gemeinsamen Kulturgeschichte statt, die nicht nur die Authentizität, das Charisma und die einschlägige Fachkompetenz Amodeos, sondern auch die historische Figur des Julius Mylius, die eng mit der Villa verbunden ist, jeweils in Personalunion verkörpern: Im romantischen Garten rund um die Villa Mylius-Vigoni, die Julius Mylius’ Vater, der erfolgreiche Frankfurter Seidenfabrikant Heinrich Mylius (1769-1854), während einer Geschäftsreise am Comer See entdeckte und 1829 als Sommerresidenz und zugleich landwirtschaftlichen Betrieb erwarb, erinnert noch heute ein „Tempelchen“ – „Tempietto“ – an diese Symbolfigur.

Nach dem Kauf der Villa legte Heinrich Mylius eine wertvolle Kunstsammlung in seinem norditalienischen Haus am See an und empfing hier, wie in den gehobenen Kreisen gut situierter Kaufleute damals üblich, befreundete Künstler, Politiker, Unternehmer und Bankleute als seine Gäste, unter ihnen lombardische Kultur- und Politikergrößen wie Vincenzo Monti, Alessandro Manzoni oder Massimo D’Azeglio. Auch Julius Mylius hielt sich als einziger Sohn des Heinrich Mylius’ und dessen Ehefrau, der gebürtigen Friederike Schnauss, ihres Zeichens Malerin und zuvor Hofdame bei der Großherzogin Anna Amalia, gerne hier auf. Sein Vater Heinrich lernte über die Kontakte seiner Frau und den Hof des Großherzogs Karl August keine Geringeren als Schiller, Wieland und Goethe persönlich kennen. Tatsächlich war es Heinrich Mylius, der Goethe mit Manzoni und die italienische Kultur in Deutschland vor gut 150 Jahren nachhaltig bekannt machte.

1830 ereilte das Ehepaar dann der Schicksalsschlag: Ihr einziger Sohn Julius (1800-1830) verstarb kurz nachdem er die Mailänder Aristokratentochter Luigia Vitali geheiratet hatte. In Erinnerung an den geliebten Sohn und um seine Trauer zu überwinden, um Trost in der Kunst und Vertrauen zum göttlichen Willen zu finden, gab der Vater Heinrich Mylius 1831 beim Architekten Gaetano Besia den besagten „Tempietto“ im klassizistischen Stil in Auftrag und bat den bekannten Bildhauer Pompeo Marchesi 1832, das marmorne Relief „Julius’ Tod“ für dessen Innenraum anzufertigen, das hier noch heute zu sehen ist: Es stellt Julius’ Sterbeszene dar. Während der junge Mann auf einer Liege und in den Armen seiner frisch angetrauten Frau Luigia ruht, die er mit seinem linken Arm umschlingt, hält er mit seiner rechten Hand die Hand seiner Mutter, während sein Vater Heinrich sich zum Abschied vorbeugt und ihm, hinter seiner Ehefrau Friederike stehend, ebenfalls die Hand entgegen reicht. Das Zentrum des Reliefs bildet die waagerechte, sich fast kreisförmig schließende Linie der Hände dieser vier eng miteinander verbundenen Familienmitglieder, deren Gesichter authentische Züge tragen.

Tröstliche Worte des Dichters Alessandro Manzoni zieren die Außenseite des „Tempelchens“ und ein weiteres Relief, „Nemesis“ von Bertel Thorvaldsen, gegenüber der Sterbeszene illustriert die Weisheit jener göttlichen Figur der Nemesis, der zu Folge ein transzendentales Gleichgewicht die zyklischen Lebensphasen wie das Rad eines Wagens charakterisiert: Glück – Überfluss – Unglück – Not. Die Witwe von Julius Mylius heiratete in zweiter Ehe einen engen Mitarbeiter ihres Schwiegervaters, namens Ignazio Vigoni, und erbte von Heinrich die Villa. Dem späteren Enkelsohn dieses Paares, Ignazio Vigoni junior (1905-1983), ein passionierter Kunst- und Gartenfreund, fiel letztlich das Anwesen am Ende dieser Abstammungslinie zu. Da der Urenkel von Heinrich Mylius kinderlos blieb, vermachte er seine beiden Villen und Grundstücke in familiärer Verbundenheit zur deutschen Kultur und in Erinnerung an die Gespräche, die er mit Konrad Adenauer, der seine Sommerferien in der nahegelegenen Villa La Collina in Cadenabbia verbrachte, im April 1964 geführt hatte, testamentarisch der deutschen Bundesrepublik, um auf dem Areal ein deutsch-italienisches Zentrum zu errichten – die Villa Vigoni.

Geistig gestärkt und kulturell bereichert reist so noch heute jeder Wissenschaftler nach der Arbeit wieder leichteren Herzens gen Norden. In der stimulierenden Arbeitsatmosphäre der Villa Vigoni trifft Entspannung auf Anregung, Natur auf Kultur, Familientradition auf Spitzenforschung. Hier reichen sich im 21. Jahrhundert Deutschland und Italien auf Augenhöhe und auf ganz neue, europäisch paritätische und akademisch äußerst produktive Art die Hand.

In diesem Paradies mit wechselvoller Geschichte darf gestritten werden! Gibt es ein schöneres Wintermärchen?

Homepage der Villa Vigoni
Programm der diesjährigen „Villa Vigoni Gespräche“ und gemeinschaftlichen DFG-Tagungen
Programm der Tagung „Italien: Gewalt, kulturelles Gedächtnis und Transkulturalität (1990-2014)“
Mitschnitt der Tagung „Italien: Gewalt, kulturelles Gedächtnis und Transkulturalität (1990-2014)“


Abbildungsnachweis:
Header: Villa Vigoni Haupthaus. Klassizistische Fassade der Villa Mylius-Vigoni. Quelle: Villa Vigoni Archiv
Galerie:
01. Der 1831 im Park der Villa Vigoni errichtete „Tempietto“ (dt. „Tempelchen“) wurde zu Ehren des jung verstorbenen Julius Mylius (1800-1830) von dessen Vater, Heinrich Mylius, beim Architekten Gaetano Besia in Auftrag gegeben. Quelle: Archiv Villa Vigoni.
02. Der Große Tagungssaal in der Villa Garovaglio-Ricci wurde von der deutschen Architektin Barbara Jakubeit modernisiert.
03. Round-Table mit Fachexpert/inn/en der Konferenz über „Italien: Gewalt, kulturelles Gedächtnis und Transkulturalität (1990-2014)“, Villa Vigoni, 8.10.2014. Quelle: Archiv Villa Vigoni.
04. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Immacolata Amodeo ist seit 1.2.2012 die Generalsekräterin der Villa Vigoni. Quelle: Archiv Villa Vigoni.
05. Im altrömischen Stil gehaltenes Mosaik im Tagungsbereich der Villa Garovaglio-Ricci. Foto: Dagmar Reichardt
06. Außenansicht der Villa Garovaglio-Ricci. Foto: Susanne Kleinert
07. Unterhaltungen im Statuensaal („Sala delle statue“) im Haupthaus Villa Mylius-Vigoni, Oktober 2014. Foto: Susanne Kleinert
08. Bibliothekszimmer in der Villa Mylius-Vigoni mit wertvollen deutschen und italienischen Handschriften und Originalen. Quelle: Archiv Villa Vigoni.
09. Salonzimmer in der Villa Mylius-Vigoni. Quelle: Archiv Villa Vigoni.
10. Teile der historischen deutsch-italienischen Bibliothek lagern im ehemaligen Pferdestall des Anwesens, der sog. „Scuderia“. Foto: Susanne Kleinert.
11. Gruppenbild mit Prof. Dr. Immacolata Amodeo (mit Blumenstrauß) und den Organisatorinnen im Großen Tagungssaal der Villa Garovaglio-Ricci, Villa Vigoni, 10.10.2014.Foto: Susanne Kleinert.
12. Pompeo Marchesis Marmorrelief mit der Sterbeszene des Julius Mylius im „Tempietto“ der Villa Vigoni (1832). Quelle: Archiv Villa Vigoni.
13. Detail des Marmorreliefs von Marchesi im Gartentempel. Foto: Dagmar Reichardt.
14. Panoramablick, von der Höhe des „Tempietto“ aus, auf die Seitenfront der Villa Mylius-Vigoni mit dahinter liegender Bergsilhouette. Quelle: Archiv Villa Vigoni.
15. Kaminzimmer für abendliche Gespräche in der Villa Mylius-Vigoni. Quelle: Archiv Villa Vigoni.
16. Blick auf die Fassade der Villa Mylius-Vigoni mit Fahnen im Einfahrtsbereich. Quelle: Archiv Villa Vigoni.

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