Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 965 Gäste online

Neue Kommentare

Gerd Kruse zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo Frau Lampert,
ich war durch meine He...

Herby Neubacher zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Absolut richtig. Ich habe das gabnze Drama Elbphi...
Giulio zu „Die Spur”. William Blake und die Rache der Eigenbrötler : Prost Neujahr! Und danke für die vielen schönen...
Hubert Hoffmann zu Elbphilharmonie: Das perfekte Buch zum Bau: Ein Prestige -Objekt für die oberen Zehntausend....
Feindt zu Hamburg: Ein Museum im Hafen: Ein schönes neues Museum und wo bleibt die Berü...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Grafik & Design

5. Norddeutscher Nachwuchswettbewerb und Ausstellung: „Holz bewegt“

Drucken
(79 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 26. Mai 2017 um 08:55 Uhr
5. Norddeutscher Nachwuchswettbewerb und Ausstellung: „Holz bewegt“ 4.5 out of 5 based on 79 votes.
5. Norddeutscher Nachwuchswettbewerb und Ausstellung: „Holz bewegt“

Das Fotoshooting hat offenbar einen Heidenspaß gemacht: Vier junge Leute rocken so richtig ab mit ihren „Instrumenten“. Der eine trommelt mit dünnen Zweigen auf einem dicken Baumstamm, eines der Mädchen „spielt“ Gitarre auf einem gegabelten Ast, die andere „geigt“ auf einer Latte.
Die Botschaft kommt rüber: „Holz bewegt“ – und das nun schon seit fünf Jahren. Die Ausstellung im Museum der Arbeit zu diesem einzigartigen Nachwuchswettbewerb präsentiert noch bis zum 25. Juni insgesamt 48 Projekte aus ganz Norddeutschland, die nicht nur qualitativ top sind, sondern auch in Punkto Design überzeugen.

Zugegeben, das Schwerpunktthema „soziale und kommunikative Aspekte“ klingt nicht unbedingt nach coolem Design. Genau das ist es aber, von der fahrbaren Theke bis zum Baumkarussell für Kinder. Michael Mahle beispielsweise hat mit „desk“ einen Schreibtisch entworfen, der das Zeug zu einem Klassiker hat. Frei nach Ludwig Mies van der Rohes Maxime „Less is more“ hat der Hamburger Tischler eine schlichte dünne Platte aus geöltem Kirschbaum derart geschickt auf einem filigranen Stahlgestell aus gebürstetem Edelstahl montiert, dass sie regelrecht zu schweben scheint. Der Clou allerdings ist nicht die flache Schublade rechts unter der Platte, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Der Clou ist ein Geheimfach, das erst sichtbar wird, wenn man die Tischplatte zu sich nach vorn zieht. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis dieses preisgekrönte Gesellenstück in Produktion geht und in den schicken Einrichtungshäusern Deutschlands steht.

Das könnte auch für den „Jocker“ gelten, den zusammenklappbaren Hocker ohne Beschläge und Schrauben, für den Marten Redlefsen, Jorgen Schuster, Ma-Tade Detleffsen und Matthias Wagner den Innovationspreis 2017 erhielten. Die vier pfiffigen Möbeldesigner von der Fachschule für Technik und Gestaltung Flensburg brauchten dafür nur ein paar dicke Leisten und zwei Lagen Segelstoff.

Den zweiten Innovationspreis erhielt der Hamburger Tischlermeister Ratnam Jordan für seine kleinen, schlichten Dosen aus Holzresten mit ihren trickreichen Bajonettverschlüssen. „Geht immer“ hat er sie genannt und damit bewiesen, dass preiswürdiges Design optisch auch unscheinbar sein kann.

Sechs Preise wurden in diesem Jahr insgesamt vergeben. Einer mehr, als noch im Vorjahr. Denn die zwei sich kreuzende Riesenellipsen namens „nu“ von Jonas Dühr, Elisabeth Ott und Hennig Lemcke (Hamburg/Rostock) passten einfach in keine Kategorie. Kurzerhand wurde für die beeindruckende Rauminstallation, die mehr der freien als der angewandten Kunst zuzuordnen ist. ein neuer Sonderpreis mit dem Titel „Mensch und Raum“ kreiert. Als Johannes Jürgensen, Lehrer an der Fachschule Holztechnik in Hamburg und Initiator des Wettbewerbs, die Maße der Ellipsen (BxHxT: 450x240x10 cm) das erste Mal las, dachte er übrigens, das Trio hätte die Kommata vergessen. Ellipsen von über vier Metern Breite waren selbst für den erfahrenen Holzexperten kaum vorstellbar. Jetzt ziehen sie im Museum der Arbeit schon von weitem die Blicke an.

Holz bewegt
Zu sehen bis 25. Juni 2017 im
Museum der Arbeit, Wiesendamm 3 in 22305 Hamburg
Öffnungszeiten: Montag 13-21 Uhr / Dienstag bis Samstag 10-17 Uhr / So und Feiertage 10-18 Uhr
Eintrittspreise:
8,50 € für Einzelbesucher / 5 € ermäßigt, 6 € für Gruppenbesucher ab 10 Personen
Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Gewerbeschule 6. Gefördert werden Wettbewerb und Ausstellung von verschiedenen Unternehmen und Institutionen, die in der Holzbranche tätig sind.
Der Katalog zur Ausstellung, farbig, circa 100 Seiten, erscheint zum Start der Ausstellung. Er ist im Museumsladen erhältlich und kostet 5 €.

Alle Infos unter www.holzbewegt.info
YouTube-Video:
„Holz bewegt“ Möbel – Design – Interieur | 2017


Abbildungsnachweis:
Fotos: Lena Jürgensen
Header: Healy, Velomobil, Kilian Kreuzinger und Jakob Schröder, Lübeck.
Galerie:
01. Titelbild zu Wettbewerb und Ausstellung „Holz bewegt“
02. Mobicon, Bar, Mathias Dresler und Steven Tessmann, Fachpraktiker, Husum
03. Brotzeithütte, Auszubildende der Stufenausbildung Ahrensburg
04. Standhaft, Sideboard, Jakob Mattes, Tischlermeister, Hamburg
05. Liemo, Liegebank, Fachschule für Technik und Gestaltung Flensburg
06. Klapp auf, sitz drauf, Klappstuhl, Studienprojekt mit Flüchtlingen, HAWK Hildesheim
07. Die Woge, Bank, Liege, Jasper Kreft, Tischler und Holztechniker, Westerstede
08. Die Preisträger: Jonas Dühr, Elisabeth Ott und Hennig Lemcke. Foto: Isabelle Hofmann

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Grafik & Design > 5. Norddeutscher Nachwuchswettbewerb und Auss...

Mehr auf KulturPort.De

„Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache
 „Die dunkelste Stunde”. Winston Churchill und die Mobilisierung der Sprache



Joe Wrights eleganter Politthriller „Die dunkelste Stunde” ist das Gegenstück zu Christoper Nolans überwältigendem Suspense-Epos „Dunkirk”. Zwei Filme [ ... ]



Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde
 Die arabische Prinzessin – Von Leseratten, Fischverkäufern und einer Märchenoper, die nie geschrieben wurde



Im Opernhaus in Hamburg schallen Kinderstimmen durch die Gänge: Es ist wieder opera piccola-Zeit!
Bevor die Kinderoper im Februar auf die Bühne geht, ist im H [ ... ]



Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami
 Die Diktatur des Geldes – Finanz Tsunami



Ernst Wolff: „Finanz Tsunami. Wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“
Es ist wie es einmal war und heute noch ist: Ein Ausspruch von Henry Ford, des  [ ... ]



Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach
 Verdis „Rigoletto“ als Genderfrage inszeniert von Katharina Thalbach


  War es Absicht, dass rund um das Fest der Liebe die Kölner Oper ausgerechnet Giuseppe Verdis Bühnenstück „Rigoletto“ – das 1851 den Wel [ ... ]



„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns
 „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri”. Oder die Heimat des Zorns



Genialer Genre-Mix aus Neo-Western und Kleinstadt-Satire.
Manchmal ist es leichter einen Molotow-Cocktail zu werfen als zu weinen. Mildred Hayes (Frances McDorm [ ... ]



The Nutcracker Reloaded – Tchaikovsky meets Streetdance
 The Nutcracker Reloaded – Tchaikovsky meets Streetdance



Drosselmeier als blutsaugender Organhändler, Clara auf der Müllkippe, statt Hoftheater und Spitzenschuhe Breakdance, Darth Vader und Super Mario.Vergessen Sie  [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.