Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 1087 Gäste online

Neue Kommentare

tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...
Lothar zu „Axolotl Overkill”. Dialektik eines Enfant Terrible: Zugegeben ... ich fand das Buch recht grauenvoll,...
Lena Baal zu La Fura dels Baus: Die ‚Schöpfung’ in der Elbphilharmonie – tonbrillant, aber bildideenschwach: Wieder einige Fragen an den Autor dieser Zeilen, ...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Grafik & Design

Kinderporträts gegenübergestellt: Fotografien von August Sander und Illustrationen von Ingrid Godon

Drucken
(71 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Donnerstag, den 26. Mai 2016 um 10:51 Uhr
Kinderporträts gegenübergestellt: Fotografien von August Sander und Illustrationen von Ingrid Godon 4.5 out of 5 based on 71 votes.
Kinderporträts gegenübergestellt: Fotografien von August Sander und Illustrationen von Ingrid Godon

„Schau mich an“, so heißt die Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) anlässlich der 20. Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen. Gezeigt werden Zeichnungen der flämischen Buchillustratorin Ingrid Godon zusammen mit der zentralen Inspirationsquelle der Künstlerin: die Kinder- und Familienaufnahmen von Fotograf August Sander.

„August Sander ist immer ganz speziell für mein Leben gewesen“, so übersetzt die Dolmetscherin das zarte Flämisch der Illustratorin Ingrid Godon, die dazu gleichzeitig wie zum Beweis ein kleines Skizzenbuch hervorholt und es den anwesenden Journalisten zeigt. Darin: zahlreiche Entwürfe und Zeichnungen, mal angedeutet, mal ausgearbeitet, aber alle inspiriert von den Porträtaufnahmen des deutschen Fotografen August Sander. „Ich hätte mir nie erträumt, dass meine Bilder mal gemeinsam mit Sanders Fotografien ausgestellt werden würden“, strahlt Ingrid Godon.

Die flämische Illustratorin ist Ehrengast im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK), das die 20. Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen begleitet, welche dieses Jahr unter dem literarischen Schwerpunkt „Flandern und die Niederlande“ ausgerichtet werden – genauso wie übrigens die Frankfurter Buchmesse 2016, weshalb deren Künstlerischer Leiter Bart Moeyaert extra zur Kölner Ausstellungseröffnung angereist ist. Ingrid Godon, mehrfach ausgezeichnet für ihre Kinderbuch-Illustrationen, die sie unter anderem in den Bändern „Ik wou“ („Ich wünschte“) und „Ik denk“ („Ich denke“) veröffentlicht hat, ist dabei die erste Künstlerin, die im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen die „museale Weihe“ erhält, wie es Hans-Georg Bögner, Geschäftsführer der SK Stiftung Kultur, hervorhebt – bislang wurden die Arbeiten der bei der Buchwoche vertretenen Illustratoren eher in kleinerem Rahmen gezeigt. Man freue sich daher ganz besonders, dass die Würdigung der buchillustratorischen Arbeit in Kooperation mit dem Museum geglückt sei.

Die so entstandene Ausstellung „Schau mich an“ im MAKK versucht den Dialog zwischen Zeichnung, Fotografie und Text: den Bildpaaren von Godon und Sander ist zusätzlich je noch ein freier Text des niederländischen Kinderbuchautors Toon Tellegen beigeordnet. Was sich ergibt, so erläutert MAKK-Direktorin Petra Hesse, seien „Triptychen“, die das Kinderporträt-Motiv auf verschiedenen künstlerischen Ebenen erfahrbar machen sollen. Dass die Bilder für junge BesucherInnen extra tief gehängt seien, ergänze den museumspädagogischen Anspruch der Ausstellung.

Gerade beim unmittelbaren Bildvergleich fallen die Referenzen ins Auge. August Sander, der für seine eindringlichen Porträtfotografien bekannt geworden ist (die später im berühmten Werk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ zusammengefasst wurden), fotografierte gezielt auch immer wieder Familien, Mütter mit Säuglingen sowie Jungen und Mädchen in verschiedenem Alter. Seine schwarz-weiß-Aufnahmen zeigen Kinder meist in ihrem heimatlichen Umfeld, teilweise extra hübsch angezogen, und stets frontal zur Kamera ausgerichtet – und trotzdem wirkt sein fotografischer Blick nicht invasiv, sondern ruhig, behutsam, momenthaft aus dem Leben gegriffen. Ähnliches vollziehe sich in den filigranen Zeichnungen von Ingrid Godon, wie Kuratorin Maria Linsmann-Dege beim Ausstellungsrundgang erklärt: eine Begegnung auf Augenhöhe mit dem kindlichen Sujet.

Worum es bei der bildlichen Gegenüberstellung in „Schau mich an“ weniger gehe, seien äußerliche Ähnlichkeitsbeziehungen zwischen Illustration und Fotografie, so Linsmann-Dege: „Wir zeigen keine rosigen Bilderbuchkinder, sondern es geht um den Ausdruck des Blicks, der die Persönlichkeit des Kindes hervortreten lässt.“ Was die Arbeiten von August Sander und Ingrid Godon gemein hätten, sei das Unverstellte, wie die Kuratorin ausführt: „Die Kinder müssen nicht für das Bild posieren, sondern können so bleiben, wie sie sind.“

Auch wenn die attestierte Verbindung der Kinderporträts von August Sander und Ingrid Godon dem Betrachter nicht immer unmittelbar ins Auge springt, gelingt es der Ausstellung doch, ein interessantes Spannungsverhältnis zwischen Zeichnung, Fotografie und Text zu kreieren, das gerade in der Zusammenstellung eindrücklich nachzuwirken vermag. Der Seelen- und Gemütszustand, dem in der kindlichen Porträtaufnahme nachgespürt werden soll, findet im Ausstellungskonzept auch noch in moderner Form statt: Junge Ausstellungsbesucher werden am Ende des Rundgangs dazu eingeladen, sich zeichnerisch oder per fotografischem „Selfie“ selbst abzubilden.

„Schau mich an“. Illustrationen von Ingrid Godon und Kinderporträts von August Sander.
Ausstellung im Rahmen der Internationalen Kinder- und Jugendbuchwochen mit Fokus auf flämische und niederländische Literatur.
Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK), An der Rechtschule, 50667 Köln
Eintritt 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Ausstellung läuft vom 26. Mai bis 10. Juli 2016.

Museumswebsite
Kinder- und Lesebuchwoche


Abbildungsnachweis:
Ingrid Godon: Alle © Ingrid Godon/mixtvision Verlag, 2012
August Sander: alle © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Header: links Julia © Ingrid Godon/mixtvision Verlag, 2012. Rechts Bauernkind, 1925-30, August Sander © Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur – August Sander Archiv, Köln; VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Galerie:
01. Ingrid Godon, Nora
02. Ingrid Godon, Jean
03. August Sander, Bürgerkinder, 1925
04. August Sander, Junge, um 1922
05. Ingrid Godon, Roosje
06. Ingrid Godon, Berthe
07. August Sander, Arbeiterkinder, 1932
08. August Sander, Kinder, 1911-14
09. Ingrid Godon, Carl
10. August Sander, Bürgerkind, um 1925

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Grafik & Design > Kinderporträts gegenübergestellt: Fotografi...

Mehr auf KulturPort.De

Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass
 Telemann: Pietsch spielt die Fantasien für die Violine ohne Bass



Von der Lebenslust polnischer Spielleute über italienische und französische Anklänge bis zur neuen Musik des empfindsamen Zeitalters reicht der Bogen, den Tel [ ... ]



„The Party”. Apokalypse statt Canapés
 „The Party”. Apokalypse statt Canapés



Sally Potter besitzt ein untrügliches Gespür für die Absurdität menschlichen Leidens. Sie präsentiert „The Party” als hintergründige Farce über den Ve [ ... ]



„Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens
 „Anna Karenina“ – Erfahrungen eines ganzen Menschenlebens



John Neumeiers jüngstes Ballett bei den 43. Ballett-Tagen in Hamburg umjubelt.

Es ist mitunter durchaus von Vorteil, eine Uraufführung zu verpassen. Mit etw [ ... ]



Morten Kargaard Septet: Zealand
 Morten Kargaard Septet: Zealand



Gut Ding will Weile haben, sagt ein deutsches Sprichwort. Von der Idee Morten Kargaards im Jahr 2012 bis zur Fertigstellung des Albums hat es fünf Jahre gedauer [ ... ]



National Ballet of China: Der Ruf der Kraniche und Maos Altlasten
 National Ballet of China: Der Ruf der Kraniche und Maos Altlasten



Mit Ausschnitten aus sechs opulenten neueren Produktionen beeindruckte das National Ballet of China in der Staatsoper Hamburg. Und vier kleine Choreographien pun [ ... ]



Transkulturelle Marmorausstellung „Metamorphic Resonance“ in der Toskana
 Transkulturelle Marmorausstellung „Metamorphic Resonance“ in der Toskana



Sommerzeit – Reisezeit? Auf den Spuren Michelangelos und der „Erschaffung Adams“ muss man nicht unbedingt wandeln. Denn bis zum 31. Juli ist in dem italien [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.