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Fotografie

Mafia – Das globale Verbrechen

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Geschrieben von Claus Friede  -  Mittwoch, den 09. Februar 2011 um 19:31 Uhr
Mafia – Das globale Verbrechen 4.7 out of 5 based on 151 votes.

Das Museum schreibt zur Ausstellung: "Die italienische Mafia ist bis heute ein Inbegriff für das organisierte Verbrechen. Über 20 Jahre hat die Fotojournalistin Letizia Battaglia die blutigen Spuren der Cosa Nostra in ihrer sizilianischen Heimat in eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Fotografien festgehalten.
97 ihrer Bilder präsentiert das Übersee-Museum vom 5. Februar bis 24. April 2011 in der Ausstellung „Mafia – Das globale Verbrechen“. Ergänzt werden diese Fotografien von dreißig Arbeiten der Reportagefotografen Patrick Zachmann und Bruce Gilden, beide Mitglieder der renommierten Foto-Agentur Magnum. Patrick Zachmann dokumentierte Anfang der achtziger Jahre in bewegenden Fotos die Machenschaften der Camorra in Neapel. Bruce Gilden zeigt mit seinen Bildern in eindringlicher Weise, dass die Ausbreitung des organisierten Verbrechens auch in Ländern wie Japan und Russland immer weiter voranschreitet. Seine erst im Jahr 2010 entstandenen Bilder der russischen Mafia werden in dieser Ausstellung erstmals
öffentlich präsentiert.
Mit dieser Fotoausstellung greift das Übersee-Museum ergänzend zu „Erleben, was die Welt bewegt“ ein weiteres Thema auf, das die Menschen auf der ganzen Welt betrifft: das globale Verbrechen. Seit mehr als 150 Jahren versetzen italienische Mafiaorganisationen ihr Land in Angst und Schrecken. Letizia Battaglia hat mit ihren Dokumentationen zu deren Bekanntheit in der weltweiten Öffentlichkeit erheblich beigetragen. Heute findet das kriminelle, immer noch brutale Vorgehen mafiöser Organisationen wesentlich subtiler statt. Mit einem jährlichen Umsatz von etwa 150 Milliarden Dollar betreiben italienische Mafia-Organisationen längst nicht mehr nur Drogenhandel und Schutzgelderpressung. Sie haben sich zu machtvollen Unternehmen entwickelt, die über Ländergrenzen hinweg professionell agieren, in Politik und Medien aktiv sind. Statt Pistolen und Sprengstoff beherrschen heute modische Businessanzüge, Aktienpakete und Unternehmensbeteiligungen ihr Auftreten und Handeln – ein Trend, der für das globale Verbrechen jenseits aktueller Terroristen-Aktionen weltweit gültig und kaum noch mit der Kamera festzuhalten ist.

Im Begleitprogramm zur Ausstellung wird die heutige Mafia besonders betrachtet: Der Journalist Jürgen Roth befasst sich bereits seit den 70er Jahren mit der Mafia in Deutschland. Am 9. März um 19.30 Uhr berichtet er über das „Mafialand Deutschland“. Wie die italienische Mafia zu der heutigen wirtschaftlichen Größe und politischen Macht heranwachsen konnte berichtet Dr. Bernhard
Pfletschinger am 6. April um 19.30 Uhr in einer Melange aus Vortrag und Film. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei. Am 13. März steht ein Nachmittag im Zeichen der Mafia: Musik, Vorträge und Sonderführungen stehen auf dem Programm. Dieses wird gesondert bekannt gegeben."

Letizia Battaglia (geb. 1935) war als Fotojournalistin tätig, arbeitet heute als Fotografin und Künstlerin. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Dokumentation der Mafia-Aktivitäten in Sizilien. Gemeinsam mit ihrem langjährigen Lebensgefährten Franco Zecchin lieferte sie von 1974 bis 1990 als Fotojournalistin der Tageszeitung „L’Ora“ in Palermo den internationalen Medien tagesaktuelle Dokumentationen der Aktivitäten der Cosa Nostra. Die Italienerin erhielt verschiedene Auszeichnungen, u.a. den Erich-Salomon-Preis. Letizia Battaglia war viele Jahre selbst politisch aktiv.

Bruce Gilden (geb. 1946) trat 1998 der Fotoagentur Magnum bei. Im Jahr 2000 schockierte der USAmerikaner mit seinem Buch „Go“, in welchem er die dunklen Seiten Japans aufzeigte, wie beispielsweise die dortige Mafia „Yakuza“. Erst im Jahr 2010 dokumentierte Bruce Gilden die Aktivitäten der russischen Mafia. Gilden wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, wie dem European Publishers’ Award for Photography. Er realisierte weltweit Ausstellungen und publizierte verschiedene Bücher.

Patrick Zachmann (geb. 1955) ist seit 1990 Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum. 1982 dokumentierte der Franzose die brutale Welt der Camorra in Neapel. Patrick Zachmann publizierte zahlreiche Bücher, realisierte international verschiedene Ausstellungen und ist auch als Regisseur tätig. Er wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet, u.a. mit dem Prix Austerlitz.

Gefördert von der Sparkasse Bremen.

5. Februar bis 24. April 2011
Übersee-Museum Bremen
Bahnhofsplatz 13
28195 Bremen
www.uebersee-museum.de
Fotos: Übersee-Museum Bremen und die Fotografen
Header: Letizia Battaglia in Palermo
Galerie:
1. Letizia Battaglia: "Mafia-Boss Luciano Liggio", Palermo, 1978
2. "Bagheria", 1984
3. "Capaci", 1980
4. "Staatsanwalt Roberto Scarpinato", 1998
5. Patrick Zachmann: "Neapel", 1980
6. "Neapel", 1980
7. Bruce Gilden: "Japanische Jakuza", 1998
8. "Tätowierte Jakuza bei einem Straßenumzug", 1998
9. Blick in die Ausstellung (Foto: Matthias Haase)alt

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