Anzeige

Wer ist online?

Wir haben 963 Gäste online

Neue Kommentare

Phil zu "A Ghost Story". Der wehmütige Minimalismus des David Lowery: Rooney Mara ist wirklich zu bewundern für ihren ...
Herby Neubacher zu Kopf-Hörer 19 - für den Advent geeignet: Ja, da war doch was mit dem Advent? Ach ja, da wu...
franky zu 10 Jahre Lichte Momente 2017 – Outdoor-Videoprojektionen in Osnabrück : Lichte Momente sind großartig und machen richtig...
Dr. Seán Ó Riain, Irische Botschaft, Wien zu Hamburg vergibt Förderpreise für Literatur und literarische Übersetzungen 2017: Ich gratuliere recht herzlich Frau Gabriele Haefs...
Herby Neubacher zu Weihnachtsoratorium vom Ensemble Resonanz: Frohlocken unter Freunden: Die Geschmacklosigkeit schreckt wirklich heute vo...

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Fotografie

Ein Buch gewoben aus Biografie und Fotografie

Drucken
(298 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Montag, den 08. Juni 2009 um 10:53 Uhr
Ein Buch gewoben aus Biografie und Fotografie 4.6 out of 5 based on 298 votes.
Victor von Brauchitsch, black-man-standing 2002

Der Kunsthistoriker Boris von Brauchitsch hat ein sehr persönliches Buchprojekt verwirklicht.

Eine Retrospektive über das fotografische Werk seiner Eltern Helga und Victor von Brauchitsch (*1936/1940), die einer Fotografengeneration angehören, die vor dem großen Foto-Boom in Deutschland ihre Arbeit aufgenommen hat. Eine Entdeckung, über die es lohnt zu sprechen.

 

Sebastian Castro (S.C.): Wo fangen wir an?    
 
Boris von Brauchitsch (B.v.B.).: In der weitläufigen Dunkelkammer meiner Eltern. Da habe ich als Kind viele Stunden verbracht, musste stillhalten, wenn das Fotopapier belichtet wurde, damit nicht der Labortisch auf dem alten Parkettboden wackelte, und durfte zusehen, wie die Bilder im Entwickler langsam auftauchten. Ich bin zwischen den Fotos meiner Eltern aufgewachsen. Fotos waren schon da, als ich geboren wurde und es wurden nach und nach immer mehr.

S.C.: Das klingt ja ein bisschen inflationär.

B.v.B.: Keineswegs. Die Welt ist zwar groß und bietet unbegrenzte Motive, man kann fast alles fotografieren, weil fast alles sichtbar ist, aber dieser medialen Geschwätzigkeit, das haben mir meine Eltern früh vermittelt, muss man radikal entgegentreten. Jedes Bild muss ein Votum gegen die beliebige Produktion sein.

S.C.: Ich produziere Bilder als Statement gegen die Produktion von Bildern?

B.v.B.: Ganz genau, das ist es. Für jedes Bild, das Du machst, müssen sozusagen tausend andere vor Scham im Boden versinken! Dein Bild muss so stark sein, dass sich die tausend anderen, die passabel sein mögen, von selbst erledigen. Mein Vater pflegt zu sagen: Es gibt viele gute Bilder, aber sehr wenig sehr gute.

S.C.: Inwieweit ist dieser Blick und diese Wertung nicht auch eine Frage persönlicher Prägung, eines individuellen Geschmacks.
 

 

B.v.B.: Der Blick steht über dem Geschmack. Und er ist dessen Voraussetzung. Wenn ich nicht gelernt habe zu sehen, kann ich auch keinen ernstzunehmenden Kunstgeschmack haben. Es gibt ja bis heute Menschen, die glauben, mit einer teuren Kamera machen sie automatisch gute Fotos. Die Werbung suggeriert das auch noch. Und die Industrie stellt zudem noch tolle Bearbeitungsprogramme bereit. Die Fotografie hat die Welt da draußen inzwischen gar nicht mehr nötig. Man kann sich seine Bilder selber basteln. Die aktuelle computergenerierte Bildproduktion ist in ihrer Fiktion allerdings genauso trivial und verlogen, wie einst die familiären Erinnerungsbildchen. Ein Computer bringt einen leider nicht weiter, wenn man nicht gelernt hat sehen.
 

 



 

Home > Blog > Fotografie > Ein Buch gewoben aus Biografie und Fotografie

Mehr auf KulturPort.De

Golnar & Mahan – Derakht
 Golnar & Mahan – Derakht



Ein Repertoire zwischen Weltmusik und Jazz: die Album-Neuerscheinung der beiden in Teheran geborenen – der Komponistin und Sängerin Golnar Shahyar und des Oud [ ... ]



Mike Stern: Trip
 Mike Stern: Trip



Eigentlich war Mike Stern auf dem Weg zum Flughafen, um eine Europatournee zu starten. Ein Unfall, bei dem er sich beide Oberarmknochen brach, brachte ihn dann i [ ... ]



Anton Melbye: Maler des Meeres
 Anton Melbye: Maler des Meeres



Unter dem Titel „Anton Melbye – Maler des Meeres“ findet im Altonaer Museum in Hamburg eine umfangreiche Ausstellung des dänischen Künstlers statt, der v [ ... ]



Johann Joachim Winckelmann – dem Stammvater der Archäologie zum 300. Geburtstag
 Johann Joachim Winckelmann – dem Stammvater der Archäologie zum 300. Geburtstag



Am 9. Dezember 2017 jährt sich der 300. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann.
Als Sohn eines armen Schuhmachermeisters 1717 in Stendal, Sachsen-Anhalt geb [ ... ]



„Drei Zinnen". Oder die Abgründe einer Kinderseele
 „Drei Zinnen



Jan Zabeil inszeniert sein subtiles, visuell virtuoses Familiendrama als verstörendes Survival-Epos.
Mag er eigentlich diesen kräftigen, sportlich durchtraini [ ... ]



Jhumpa Lahiri sagt: "Mit anderen Worten – Wie ich mich ins Italienische verliebte"
 Jhumpa Lahiri sagt:



Als die Pulitzer-Preisträgerin des Millenniumjahrs 2000 Jhumpa Lahiri vor zwei Jahren vom amerikanischen Ex-Präsidenten Barack Obama die "National Humanities M [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.