Zum Anfang

Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 1031 Gäste online

Neue Kommentare

Herby Neubacher zu Jordi Savall und die Routen der Sklaverei: Musik, die unter die Haut geht: Auf der DVD die Savall als Livekonzert veroeffent...
Gerd Freeland Zürich zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Hallo eine Super Ausstellung.
Weiter so, w...

Miko zu Zebra Katz: Ein queerer New Yorker Hip-Hop rappt die Elphie!: War auch im Konzert. C.Schiller beschreibt in ihr...
Cuckie zu Zebra Katz: Ein queerer New Yorker Hip-Hop rappt die Elphie!: Spannender Artikel, der für mich das Konzerterle...
Herby Neubacher zu Nigel Kennedy „Bach meets my World“ in der Hamburger Laeiszhalle: Das ist nur grausam wenn man so jemand wie diese ...

Anzeige

Spezial - Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Spezial - Hamburger Architektur Sommer 2015


Fotografie

ReVision. Fotografie im MKG

Drucken
(79 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 15. Februar 2017 um 10:15 Uhr
ReVision. Fotografie im MKG 4.0 out of 5 based on 79 votes.
ReVision. Fotografie im MKG

„Revision“ bedeutet Rückschau oder Überprüfung. Das Museum für Kunst und Gewerbe hat in den vergangenen Jahrzehnten etliche dieser Rückschauen präsentiert – gerade auch im Bereich der Fotografie.
Noch gut in Erinnerung sind die Ausstellungen „Kunstphotographie um 1900“ (1989) und „Photographische Perspektiven aus den zwanziger Jahren“ (1994) – zu einer Zeit, als sich die Fotografie gerade im öffentlichen Bewusstsein als künstlerisches Medium durchzusetzen begann. Nun zeigt das MKG mit der Ausstellung „ReVision“ einen „umfassenden Überblick“ über seine Sammlung Fotografie, der sich bei näherer Betrachtung keinesfalls als so umfassend erweist, wie angekündigt.

Das ist allerdings auch schwer möglich bei einem Bestand von rund 75 000 Werken. Was diese in fünf Kapitel und auf fünf Räume der Belle Etage ausgebreitete Schau von rund 200 Bildern vielmehr bietet, sind schlaglichtartige Einblicke auf Entwicklungen des Mediums von der Frühzeit bis in die Gegenwart – aber leider ohne neue Aspekte und Erkenntnisse.
Die Geschichte der Fotografie ist hinlänglich bekannt. Das frühe Bemühen es der Malerei gleichzutun, also die Kunstfotografie Ende des 19. Jahrhunderts, ebenso wie die Fotografie als Hilfsmittel der Reproduktion (mit Beispielen aus der hauseigenen Sammlung) oder der Weg in die Abstraktion, angeführt von Experimenten mit Licht, Chemie und Negativdrucken, wie sie Christian Schad und Laszlo Moholy-Nagy in den 1920er Jahren betrieben.

Das war alles schon mal spannender aufbereitet zu erleben. Und so lässt man die Bilder an sich vorbeiziehen und achtet darauf, wo der Blick hängen bleibt. Bei Heinrich Riebesehls Fünf-Stunden-Serie über Menschen im Aufzug beispielsweise. Oder bei Andrzej Steinbachs Porträt-Serie einer glatzköpfigen jungen Frau in Männerkleidung, die durch das Spannungsverhältnis zwischen martialischer Kluft und verletzlicher Weiblichkeit besticht. Doch am nachhaltigsten bleiben die Aufnahmen der großen Bildreporter Werner Bischof, Max Scheler, Peter Maqubane, Thomas Hoepker und Robert Lebeck im Gedächtnis, die mit ihren Fotoreportagen aus den Krisenregionen dieser Welt Zeitgeschichte schrieben. Nicht zu vergessen das großformatige Himmelsbild (in Farbe) von Trevor Paglen am anderen Ende der Schau: Auf den ersten Blick sieht man nur eine riesige Wolke. Doch wenn man näher drangeht, entdeckt man einen kleinen schwarzen Punkt am unteren rechten Rand. Ein Flugzeug? Dem Titel nach offenbar eine Drohne. Der politisch aktive Fotokünstler aus New York zeigt in seinen Bildern oft geheim gehaltene militärische Flugkörper wie Spionagesatelliten oder eben Drohnen. Sehr eindrucksvoll, doch man fragt sich unwillkürlich, warum diese Fotografie den Schlusspunkt des Kapitels „Abstraktion“ bildet?

Überhaupt wird nicht klar, nach welchen Kriterien Kuratorin Esther Ruelfs auswählte: Einerseits fehlen viele berühmte Werke jeweiliger Stilrichtungen, bzw. Epochen. Andererseits trifft man auf eine ganze Reihe guter alter Bekannte aus verflossenen Ausstellungen, wie Heinrich Kühns „Dame mit Strohhut“ (1905) und „Miss Mary Warner“ (um 1910), H.W. Müllers „Der kleine Runge“ (1900), Marta Hoepffners „Hommage an Kandinsky“ (1937), Laszlo Moholy-Nagys „Photogramm“ (um 1925) oder Lotte Jacobis geheimnisvolles Bild „Hoffnung“ von 1946.

Fazit: Eine Ausstellung mit etlichen bemerkenswerten Bildern, aber ohne große Inspiration. Sie ist wohl auch nur die Zugabe zu dem opulenten Bildband, den Esther Ruelfs nach eingehender Sichtung und Aufarbeitung der Sammlung Fotografie herausgebrachte. Dieses kiloschwere Buch hat sicherlich das Zeug für ein Standardwerk – unverzichtbar, um sich wirklich einen Überblick über die fotografische Sammlung des Museums zu verschaffen.

ReVision. Fotografie im MKG
Zu sehen bis zum 17 . April 2017 im Museum für Kunst und Gewerbe, Steintorplatz 1.


Abbildungsnachweis:
Header: Ausstellungsansicht , Foto: Michaela Hille, MKG
Galerie:
01. Otto Steinert, Saarländisches Kraftwerk, 1953, Silbergelatineabzug, 49,6x59,4cm, © Nachlass Otto Steinert, Museum Folkwang, Essen
02. Heinrich Riebesehl, aus der Serie: "5 Stunden und 35 Minuten mit der Kamera im Fahrstuhl eines Verlagshauses, 20. November 1969, 10:35 bis 12:30, 13:30 bis 17:10 Uhr", Silbergelatineabzug, 25,8x38,3cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
03. Yutaka Takanashi, Aus der Serie Toshi-e (Towards the city), 1968, Silbergelatineabzug, 24,4x36,4cm, © Yutaka Takanashi, Courtesy Priska Pasquer, Köln
04. Duane Michals, "Nude painting, interior Magritte home" aus dem Portfolio "A Visit with Magritte by Duane Michals", 1970er Jahre, Silbergelatineabzug, 17x25cm, © Duane Michals. Courtesy of DC Moore Gallery, New York
05. Hugo Erfurth, Ludwig Mies van der Rohe, 1934, Öldruck, 38,4x27,6 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
06. Helmar Lerski, aus der Serie Köpfe des Alltags, 1928-1930, Stenotypistin, 1928-1930, Silbergelatineabzug, 23,1x17,2cm, © Nachlass Helmar Lerski, Museum Folkwang, Essen
07. Theodor und Oscar Hofmeister, Die Geschwister (Porträt Kurt, Max, Nelli und Walter Bondy), 1901, Gummidruck 62,5x80cm (Bild), MKG
08. Constant Alexandre Famin, Flieder, um 1860, Albuminabzug, 31,4x24 cm, © MKG
09. Max Scheler, Küssende Teenager in einem Club in Liverpool, 1964, Silbergelatineabzug, 31,5x48,2cm, © Max Scheler Estate, Hamburg
10. Heinrich Kühn, Tonwertstudie III, Miss Mary Warner, 1908, Gummigravure, 29,4x23,5cm, MKG.

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Fotografie > ReVision. Fotografie im MKG

Mehr auf KulturPort.De

Unsere 17. Lange Nacht der Museen in Hamburg
 Unsere 17. Lange Nacht der Museen in Hamburg



Dagmar Seifert (DS) und Claus Friede (CF) sind wie bereits in den vergangenen gefühlten 20 Jahren für KulturPort.De in die Lange Nacht der Musseen in Hamburg a [ ... ]



So geht Oper fürs junge Publikum: „Erzittre, feiger Bösewicht!“
 So geht Oper fürs junge Publikum: „Erzittre, feiger Bösewicht!“



Die Staatsoper Hamburg nimmt junges Musiktheater ernst: Mit GMD Kent Nagano am Pult und Intendant Georges Delnon als Regisseur präsentieren sie eine Zauberflöt [ ... ]



Shot in the Dark – Bilder von blinden Fotografen
 Shot in the Dark – Bilder von blinden Fotografen



Zunächst herrscht Verwunderung, ja Irritation, vor allem bei Menschen, die sich nicht professionell mit Bildern befassen: Blinde FotografInnen – ist das n [ ... ]



Hinreißend elegant: Niklas Schmidt spielt die Cello-Suiten von Bach
 Hinreißend elegant: Niklas Schmidt spielt die Cello-Suiten von Bach



Niklas Schmidt, Hamburger Cello-Professor und Motor des International Mendelssohn Festivals Mitte September, hat ein Opus magnum vollendet: Seit kurzem ist die z [ ... ]



China Moses: Nightintales
 China Moses: Nightintales



Der britische Pianist John Taylor behauptete einmal: „Was die Leute dafürhalten, ist meistens gar kein Jazz.“ Er hatte ja so recht! Und das gilt [ ... ]



Traumspiel mit Traumstimmen in der Staatsoper: Die Frau ohne Schatten
 Traumspiel mit Traumstimmen in der Staatsoper: Die Frau ohne Schatten



Symbolbefrachtet, rätselhaft – Regisseur Andreas Kriegenburg sortiert in der Staatsoper Hamburg „Die Frau ohne Schatten“ von Richard Strau [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.