Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 958 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Film

Der Solist

Drucken
(256 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Mittwoch, den 30. September 2009 um 11:20 Uhr
Der Solist 4.6 out of 5 based on 256 votes.
Filmfest Hamburg: Der Solist mit Jamie Foxx, Robert Downey Jr.

"Der Solist" ist eine faszinierende Geschichte über die Begegnung zwischen dem Journalisten Steve Lopez und dem Musikgenie Nathaniel Anthony Ayers, gespielt von Hollywood-Schauspieler Robert Downey Jr. und Oscarpreisträger Jamie Foxx.

Es ist jener Stoff über menschliches Verhalten, der verleitet einen kitschigen, rührseligen und tränenreichen Film zu produzieren. Ein Journalist möchte einem Obdachlosen helfen, ihm aus seiner vermeintlichen Misere herausholen, die Welt besser machen als sie ist. Dass das Leben aber viel komplexer und auch komplizierter ist und sich die Frage stellt: "Wer hilft hier wem?" choreografiert sich meisterlich durch die knapp 2 Stunden auf der Leinwand. Joe Wright, der Regisseur, ist kein Solist, er hat ein ebenso meisterliches Team an seiner Seite und zwei Hauptdarsteller, die so brillant sind, das man ihnen alles abnimmt, was sie uns vorspielen: Steve Lopez (Robert Downey Jr.), Zeitungskolumnist der LA Times, trifft in den Straßen von Los Angeles durch einen Zufall das ehemalige Wunderkind der klassischen Musik Nathaniel Anthony Ayers (Jamie Foxx). Mit viel Verständnis, Geduld und durch die Kraft der Musik versucht Lopez, dem schizophrenen, obdachlosen Cellisten wieder eine Perspektive zu geben und ihn auf den richtigen Weg zurückzubringen. Dabei entwickelt sich eine einzigartige Freundschaft, die das Leben der beiden Männer vollkommen verändert.
Und auf Kitsch wird weitgehend verzichtet.

Ein schizophrener, obdachloser Musiker, der auf der Straße lebt, in Hauseingängen nächtigt und in einem Einkaufswagen seine Habe herumfährt, was hat der schon zu bieten? Viel! Wenn man denn es versteht, zu verstehen. Dass der nach Müll aussehende Inhalt des Einkaufswagen für den Obdachlosen wertvoll ist, weil die Utensilien das Überleben sichern. Wenn man versteht, dass es auch bei Obdachlosen den Begriff der Freiheit gibt und wenn man begreift wie behutsam eine Freundschaft und Vertrauen aufgebaut werden muss. Genau das ist das Menschliche an dem Film, der ohne erhobenen Zeigefinger für das Publikum auskommt. Den erhobenen Zeigefinger gibt es lediglich an zwei Stellen innerhalb der Filmgeschichte und sie sind so dezent, dass sie nicht unangenehm sind.

Die Dinge verkehren sich, denn Kolumnist Lopez ist in einer Sackgasse angekommen, beruflich wie privat. Der Journalismus und die Situation in seinem Zeitungsverlag ist für ihn unerträglich frustrierend, er erinnert sich nicht mehr daran, was er eigentlich einmal an seinem Beruf liebte.  Und seine Ehe ist aus dem gleichen Grund gescheitert. Er macht das, was viele in der Situation machen: Er geht spazieren, er denkt nach, ist aufmerksam auf der Suche nach einer neuen Story. Er ist wie der Träumer in Jean-Jaques Rousseaus "Phantasien eines einsamen Spaziergängers", bewegt sich langsam und bedächtig durch den Stadtraum, sitzt und beobachtet die anderen Geschwindigkeiten. Er ist auf sich selbst zurückgeworfen und muss mit sich selbst klar kommen. Außer einem Kaffeebecher in der Hand, nimmt er nur sich selbst mit.

Das Umherwandeln und die Einsamkeit in der großen Metropole Los Angeles brechen in dem Moment ab, als er allmählich eine Aufgabe in sich spürt. Die Aufgabe einem kranken und verstörten Mann zu helfen, der eine Violine mit nur zwei Saiten spielt. Das er selbst ein kranker und verstörter Mann ist, muss er erst langsam erkennen. So hilft die Begegnung mit dem umherziehenden obdachlosen Musiker ihm selbst mehr als das zu vermuten und erwarten gewesen wäre. Er, Lopez, erkennt was Freundschaft ist, wie behutsam man diese nicht nur aufbauen, sondern auch verständnisvoll pflegen muss. Er erkennt was Freiheit sein kann. Und auch für Ayers ist die freundschaftliche Verbundenheit ein Halt, denn sie bringt ihm die Musik zurück, das Spielen seines Instruments, des Cello. Und das tut er benadet, vor allen seinen Beethoven. Die Musik bringt die beiden Männer zueinander, die Musik verbindet sie und trägt uns durch den Film.



 

Home > Blog > Film > Der Solist

Mehr auf KulturPort.De

Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Kassé Mady Diabaté – ein Ausflug in die westafrikanische Musik
 Kassé Mady Diabaté – ein Ausflug in die westafrikanische Musik



„La parole des anciens est secrée.“ (Das Wort des Ältesten ist heilig)

Das Mandingo-Reich (Manding) wurde im 13. Jahrhundert vom sagenhaften Mali-Kaiser [ ... ]



Rudi Stephan – Chamber Works and Songs
 Rudi Stephan – Chamber Works and Songs



Rudi Stephan (1887-1915) konnte sein Leben nicht lange leben, er konnte sein unglaublich großes musikalisch-kompositorisches Talent nicht vollständig ausreifen [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.