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Film

Star Trek Into Darkness

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Geschrieben von Sam Geller  -  Donnerstag, den 09. Mai 2013 um 10:07 Uhr
Star Trek Into Darkness 4.6 out of 5 based on 286 votes.
Star Trek Into Darkness

Als Anfang des Jahres bekannt gegeben wurde, dass „Star Trek“-Regisseur J.J. Abrams, auch noch die Regie für den kommenden „Star Wars“ Film übernehmen würde, ging ein Aufschrei durch das „Star Trek“-Universum.
Werden „Star Wars“ und „Star Trek“-Fans doch seit jeher als Kontrahenten angesehen. Es wird als eine Art Glaubensfrage gehandhabt. So wie die alles entscheidende Frage ob Beatles ODER Rolling Stones. Beides geht angeblich nicht…

Dass Abrams ein großer „Star Wars“-Fan ist, hat er bereits in seiner Fernsehserie „Lost“ mit fortwährenden Zitaten offenkundig klargestellt. Zu „Star Trek“ kam er allerdings eher durch Zufall, da er ursprünglich gar kein Fan der Serie war und behauptet sie früher nicht „verstanden“ zu haben. Sie sei einfach nicht bei ihm angekommen, so Abrams.

Nachdem sich „Star Trek: Nemesis“ (2002), der zehnte Kinofilm der 1979 gestarteten „Star Trek“-Kinoreihe, als finanzieller Misserfolg herausstellte, hat man vorerst auf weitere Fortsetzungen verzichtet. Auch mit der mittlerweile fünften „Star Trek“-TV-Serie die zu der Zeit unter dem Titel „Star Trek: Enterprise“ lief, hatte man wenig Glück und sie wurde nach vier Staffeln, im Jahr 2005, abgesetzt.

Die scheinbar einzige Möglichkeit der Serie wieder neuen Aufschwung zu geben war also ein sogenannter „Reboot“ – ein Neuanfang, was ja bereits bei Kino-Serien wie Batman (2005) und James Bond (2006) sehr erfolgreich funktioniert hatte. Und hier kam also Wunderkind J.J. Abrams ins Spiel, der sich mit den TV-Hits „Alias“ und „Lost“ sowie dem dritten „Mission Impossible“ Kinofilm sehr bedeutend in Hollywood etablieren konnte. Doch wollte er zunächst gar nicht, erst die Überredungskunst eines anderen, einst als Wunderkind ernannten Regisseurs, konnte Abrams schließlich überzeugen sich an einen Neuanfang von „Star Trek“ zu wagen: Steven Spielberg.

Des Risikos bewusst, entschied sich Abrams dagegen, die neue Enterprise-Crew mit Hollywood-Größen zu besetzen und so wurde der Film eher mit unbekannten Gesichtern gecastet, genau wie George Lucas es einst mit seinem Weltraum-Epos tat. Es wurde aber dennoch penibel darauf geachtet, die Figuren so nah wie möglich an ihren Vorgänger zu orientieren. Mit „Heroes“-Bösewicht Zachary Quinto fand man den perfekten Spock-Nachfolger, der Leonard Nimoy auch noch optisch sehr ähnlich sieht. Chris Pine als Captain Kirk verkörpert wunderbar die „Erst schlagen, dann fragen“- Attitüde, die William Shatner einst so berühmt gemacht hat, inklusive dessen Körperhaltung und Betonung. Auch bei der Auswahl der restlichen Crew, Lieutenant Uhura (Zoë Saldaña), Scotty (Simon Pegg) und Dr. McCoy (Karl Urban) hat man alles richtig gemacht. Am Ende gab sogar Leonard Nimoy dem Neuanfang offiziell seinen Segen, indem er sich nach fast 18-Jähriger Leinwandabstinenz für einen Gastauftritt zur Verfügung stellte.

In seinem ersten„Star Trek“-Film (2009) setzte J.J. Abrams zeitlich noch vor der Original-Serie (1966-1969) an und erzählt die Vorgeschichte der Enterprise-Crew womit er eine Art alternativer Zeitlinie geschaffen hat. Ein charmanter Schachzug, denn so kann man sich fortan geschickt den Bestandteilen der alten Show bedienen, als auch völlige neue zu erfinden, ohne den Fans von früher auf die Füße zu treten, sind diese schließlich äußerst pingelig. Dadurch war es auch möglich, dass Spock auf sein älteres (oder eben alternatives) Ich treffen konnte. Um aber nicht nur die damaligen Anhänger, sondern auch neue Zuschauer zu begeistern, hat man den Charme der Original Serie, der sich auch durch seine Schlichtheit auszeichnete mit jeder Menge Dynamik und Weltraumaction untermauert, beides Aspekte, die in den früheren Abenteuern deutlich zu kurz gekommen sind. Selbstverständlich hat man aber auch etliche Elemente der Vorlage übernommen: Die ständigen Querelen zwischen Kirk und Spock, die aber in Wirklichkeit eine tiefe Freundschaft verbindet, verweise auf die Gefahr von roten Uniform-Shirts – als sogenannte Redshirts bezeichneten Fans die Nebenfiguren, die in der Orignal-Show am häufigsten ums Leben kamen und dabei fast immer rote Uniformen trugen, wodurch meist vorher schon klar war, wen es erwischen würde – und natürlich tauchen auch die Tribbles auf, die knuffigen Fellviecher, die einst das gesamte Raumschiff lahmlegten.

Schlussendlich hat Abrams bei seinem ersten Ausflug ins „Star Trek“-Universum alles richtig gemacht. Das zeigte sich nicht nur an der Kinokasse – sein Film war der erfolgreichste aller bisherigen „Star Trek“-Filme – auch bei Kritikern und Fans kam der Film fast durchweg sehr gut an.

Zum Film:
Nach einem für Kirk typisch tollkühnem Manöver, mit dem er gegen sämtliche Regeln seiner Direktive verstößt, wird er als Captain der Enterprise degradiert. Kurz darauf wird die Sternenflotte von einem bisher unbekannten Gegenspieler angegriffen. Der Attentäter John Harrison, ein ehemaliger Offizier der Sternenflotte, flieht in klingonisches Territorium. Kirk erhält kurzerhand das Kommando der Enterprise zurück und wird von seinem Vorgesetzten (Peter Weller) aufgefordert den Mann zu stellen, dessen eigentliche Motive sich erst viel später herausstellen werden.

Fazit:
Mit „Sherlock“-Darsteller Benedict Cumberbatch in der Rolle des John Harrison hat man einen brillanten Bösewicht geschaffen, der den Rest der Enterprise-Crew beinah an die Wand spielt. Die Actionsequenzen sind spektakulär, an Humor wird nicht gespart und dass die Klingonen wieder auf den Plan gerufen werden wird die Herzen der Fans ebenso höher schlagen lassen, wie das Wiedersehen mit einem alten Bekannten, der ein böses Spiel spielt und für ein Déjà-vu sorgen wird…

Dass Abrams mehr auf Weltraumschlachten, Action und Humor setzt und dafür ein wenig an Tiefe spart, lässt sich gut verkraften. Denn schließlich macht der Film durchweg Spaß und gibt nur wenig Zeit zum Durchatmen. Damit ist der Regisseur dann auch bestens gewappnet sich auf den Regiestuhl des nächsten „Star Wars“-Films zu setzen. Denn irgendwie geht nämlich doch beides. Genau wie Beatles UND Rolling Stones.

 

(ca. 4.52 Min.) Pressekonferenz Berlin, 29.04.2013



Genre: Science Fiction, Action
Kinostart: 09.05.2013
Originaltitel: Star Trek Into Darkness
Verleih: Paramount Pictures
Produktionsland: USA

Filmlänge: 129 Minuten
Regie: J.J. Abrams
Darsteller:
Benedict Cumberbatch (John Harrison)
Chris Pine (James T. Kirk)
Alice Eve (Dr. Carol Marcus)
Zoe Saldana (Nyota Uhura)
Zachary Quinto (Spock)
Karl Urban (Dr. „Bones“ McCoy)
Simon Pegg (Scotty)
Anton Yelchin (Pavel Chekov)
John Cho (Hikaru Sulu)
Bruce Greenwood (Christopher Pike)
Peter Weller (Admiral Marcus)

Bildnachweise/Videos: © alle Paramount Pictures
Header: Zachary Quinto (Spock), Chris Pine (James T. Kirk)
 

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avatar Andreas
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Komme gerade aus dem Kino und bin restlos begeistert. Bitte noch viel mehr davon, aber bitte jedes Jahr.
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