Anzeige

AktionsPort - Gewinnspiele

Wer ist online?

Wir haben 809 Gäste online

Neue Kommentare

Marlies Lampert zu 100 Jahre Volksspielbühne Hüsung : Hallo liebe Hüsungianer,
ich bin ca. 1999...

SingulART zu Kunstmuseum Wolfsburg: This Was Tomorrow. Pop Art in Great Britain: Grossartige Ausstellung war das! Wir haben unsere...
tommy zu Ensemble Resonanz zu Gast bei NEW HAMBURG: gute sache, dass sie mal aus ihrem bunker rauskom...
Lena Baal zu Zum Tode von Peter Härtling: Peter Härtling war nicht nur ein großartiger Sc...
Elisabeth Warken zu Gurre-Lieder in der Elbphilharmonie: Zu wenig Vertrauen in die leisen Töne: Die Kritik zu den Sängern kann ich nicht ganz ve...

Anzeige

Lange Nacht der Museen Hamburg 2017

Hamburger Architektur Sommer 2015


Film

JR: Women are Heroes

Drucken
(42 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Freitag, den 08. Oktober 2010 um 12:17 Uhr
JR: Women are Heroes 4.5 out of 5 based on 42 votes.
alt

JR spricht man französisch aus „djschi Ar“. Hinter den Initialen steht ein junger Künstler, Fotograf und Filmemacher, der aus einem Pariser Banlieue stammt.
Dass er seinen richtigen Namen nicht preisgibt und mit Hut und Sonnenbrille in der Öffentlichkeit auftaucht, liegt nicht an etwaigen Künstlerallüren, sondern an der Art und Weise seines künstlerischen Verständnisses vom öffentlichen Raum. JRs Aktionen sind nämlich oft illegal, sie werden weder von Behörden genehmigt, noch erhält er Unterstützung. Im Gegenteil, er wurde schon oft verhaftet. Er will seinen Schutz, nicht sofort erkannt werden wenn er reist und er drehte den hier vorgestellten Film auch deshalb selbst, damit er darin nicht bildlich auftaucht. Er bleibt anonym.

Bekannt wurde JR durch seine eindrucksvollen Fotografien von Einwohnern verschiedener Banlieues, die er als großflächige Poster an Hochhäusern und Brücken in Paris und Cartagena anbringen ließ. Sein aktuelles Projekt ist der Film „Women are Heroes“, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes als Wettbewerbsbeitrag in der Nachwuchskategorie gezeigt wurde und nun seine Deutschlandpremiere beim Filmfest Hamburg hatte.

JR reiste mit seinen Leica-Kameras von Kontinent zu Kontinent, nach Afrika in die Shantytowns von Nairobi in Kenia, in die Favelas von Rio de Janeiro, in die Slums von Neu Dehli und in die morbiden Abbruchviertel der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh, um Frauen zu treffen, die eins gemeinsam haben: Sie leben in den Slums dieser Welt, leiden unter Armut, den Folgen von Krieg und Elend und unter den Männern.
„In den männerdominierten Gesellschaften ist es wichtig, die Rolle und die Geschichten der Frauen öffentlich zu machen“, sagt JR auf die Frage warum er das Projekt initiert habe. „Auf den Straßen von Kiberia, einer der ärmsten Vorstädte Nairobis, sieht man nur Männer. Ich habe die Frauen fotografiert und ihre Portraits riesengroß auf die Hauswände oder Dächer fixiert, die Männer damit konfrontiert.“ Er will die Geschichten der Frauen erzählen, überall wo er hinkommt, das hat er ihnen versprochen. Und er hält sein Versprechen!

JR verwandelt die Orte, er gibt ihnen Gesichter und Augenpaare. Letztgenannte ließ er auch auf Züge und Busse anbringen, die nicht nur Menschen von A nach B transportieren, sondern wie beobachtende Wesen auf die Welt schauen. Sie sind das Symbol für sein Versprechen, sie sind die mobilen Boten der Geschichten, in dem sie Fragen bei jenen produzieren, die den Zug und die Wagons sehen.
Und er betont am Ende seines Films, dass keine Sponsorenmittel im Projekt stecken. Er verkauft seine Fotowerke in Galerien und refinanziert somit seine Arbeit. Wichtig sind ihm die Menschen in den Slums und ihre Identität. Das ist es was ihn interessiert und dies ist sein zentraler Begriff bei der künstlerischen Arbeit – von Anbeginn an.

Neben den starken Filmbildern lebt der Film auch von der einfühlsam und sensibel gesetzten Musik von Patrice, Massive Attack und Jean-Gabriel Becker. „Ich glaube die Musiker wollen in Zukunft nicht mehr mit mir arbeiten“, meint er scherzhaft, „weil ich sie ständig herausgefordert habe, musikalisch noch dichter und präziser an meiner Bildsprache zu bleiben. Aber sie haben schnell begriffen wie wichtig mir die Musik in meiner Arbeit ist“, sagt er zu Schluss unseres Gesprächs.


„Women Are Heroes“, Regie: JR, Frankreich 2010, läuft am 8.10. um 17:00 Uhr im CinemaxX 3
Header-Foto: Martin Kunze, Filmfest Hamburg
Fotos: © JR - credits : BasilicStudio // aKkY
alt

Eigenen Kommentar verfassen (Gasteintrag möglich - Bitte achten Sie auf unsere Email ggf. in Ihrem Spam-Order und klicken den Bestätigungslink)

Ihr Name (erscheint mit dem Kommentar) *
E-Mail (Nur für Bestätigungslink & Antworten)
Code   
Kommentar abschicken
 

Home > Blog > Film > JR: Women are Heroes

Mehr auf KulturPort.De

Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien
 Philippe Quesne: Die Nacht der Maulwürfe – magische Farborigien



Es gibt sie noch, die wundersamen Glücksmomente im Theater, die gestandene Kritiker (und Kritikerinnen) mit großen Augen dasitzen und staunen lassen wie Kinder [ ... ]



Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“
 Mariano Pensotti: „Loderndes Leuchten in den Wäldern der Nacht“



Was für ein ungewöhnliches Stück! Eines? Nein: Was für drei ungewöhnliche Stücke – so intelligent, humorvoll und hintersinnig!
Mariano Pensottis „Lod [ ... ]



Vienna Vocal Consort: Nostre Dame
 Vienna Vocal Consort: Nostre Dame



Das Vienna Vocal Consort zählt seit Gründung im Jahr 2007 zu Österreichs renommiertesten Vokalensembles für Alte Musik. Deren neues Album „Nostre Dame“  [ ... ]



„Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit
 „Dalida”. Oder die Angst vor der Dunkelheit



Wie viel Tragik verkraftet ein Film in Zeiten von „Wonder Woman” oder „Atomic Blonde”? Tough ist angesagt, und viele Kritiker reagierten eher störrisch  [ ... ]



Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend
 Chilly Gonzales in Lübeck – atemberaubend mitreißend



Der Schlafrock war schwarz und nicht rot, wie am Vorabend in der Elbphilharmonie. Entsprechend seriös, ganz leise und melodisch der Einstieg.
Chilly Gonzales l [ ... ]



Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel
 Sommerliche Musiktage in Hitzacker: Durchwoben vom ständigen Wandel



Dass „die Tonkunst eine rührend-kurze Freude (ist), die aus dem Nichts entsteht und ins Nichts vergeht... eine kleine fröhliche Insel... die auf dem dunklen, [ ... ]



Weitere aktuelle Magazin Artikel

Anzeige


Home     Blog     WebTV     Kolumne     NewsPort     Live

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Infos.