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Didi Thureaux zu „Mapplethorpe: Look at the Pictures” – Die Rehabilitierung des Obszönen: Zensierte Fotos in der Bildergalerie? Hm......
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Film Blog

Film

„Safari” – Tötungsakt als menschliche Nähe

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(29 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Freitag, den 09. Dezember 2016 um 11:28 Uhr
Safari Film

Das Geschäft mit dem Jagdtourismus boomt. Obsession oder barbarische Eitelkeit? Regisseur Ulrich Seidl will wissen, was treibt Menschen an, in Urlaub zu fahren, um Gnus oder Zebras zu erlegen. Der österreichische Provokateur tritt seinen Protagonisten wieder mit jener radikalen Aufgeschlossenheit gegenüber, die ihn zum viel gepriesenen Ausnahmekünstler machte. Die Kamera konzentriert sich auf die Jäger und nicht die gejagten Tiere. „Safari” ist ein atemberaubender vielschichtiger Dokumentarfilm mit erschreckend verstörenden Bildern, ästhetisch aufreizend komponiert. Ein Meisterwerk stilisierter Wirklichkeit.
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Film

„Marie Curie” – Das Innenleben eines Genies

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(106 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 01. Dezember 2016 um 10:51 Uhr
Marie Curie Film

Mit ihrem Film „Marie Curie” zeigt Regisseurin Marie Noëlle die legendäre Wissenschaftlerin und zweifache Nobelpreisträgerin von einer bislang unbekannten ganz privaten Seite. Entstanden ist nach langen akribischen Recherchen das vielschichtige, emotionale und frappierende Porträt einer leidenschaftlichen starken Frau. Grandios Karolina Gruszka als Marie Curie, die Schicksalsschlägen, Anfeindungen, Selbstzweifeln trotzt, für Liebe und Gerechtigkeit gleichermaßen kämpft. Sie vertritt vehement in der von Männern dominierten Welt die Überzeugung, Forschungsergebnisse müssten der Allgemeinheit zu Gute kommen, durch Patente dürfe sich keiner bereichern. Ein ästhetisch betörendes aber unsentimentales Leinwand-Epos.
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Film

„Ich, Daniel Blake” – Marktwirtschaft frisst Menschenwürde

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(149 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 24. November 2016 um 10:09 Uhr
Ich, Daniel Blake Film

Ken Loach ist 80 Jahre alt und sein Kampfgeist ungebrochen. In „Ich, Daniel Blake” prangert der britische Regisseur den heimischen Sozialstaat an. Akribisch schildert er die Ohnmacht eines arbeitslosen kranken Tischlers gefangen zwischen brutaler Bürokratie und unerträglichen Demütigungen. Es ist der erschütterndste, vielleicht beste Film des Altmeisters.
Ein Drama kafkaesker Dimension voll zornigen Humors, es zerreißt einem fast das Herz (falls man denn eines hat, würde jemand wie Loach ironisch ergänzen). Seine BBC Produktion „Cathy Come Home” löste 1967 im Parlament eine Diskussion über Obdachlosigkeit aus, Gesetze wurden geändert. Doch ob das Schicksal des Daniel Blake heutzutage Politiker zu rühren vermag, scheint fraglich. In Cannes zeichnete die Jury unter Vorsitz von Regisseur George Miller („Mad Max”) den Film mit der Goldenen Palme aus.
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Film

„Paterson” – Die Poesie des Alltäglichen

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(223 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 10. November 2016 um 09:58 Uhr
Paterson

Routine will genossen und nicht ertragen werden. Das ist eins der vielen Geheimnisse, die uns Kultregisseur Jim Jarmusch anvertraut in seiner melancholisch minimalistischen Tragikkomödie „Paterson”, dem Porträt eines Dichters im Verborgenen.
Es erzählt vom höchst seltsamen Phänomen einer glücklichen Beziehung. Der Film ist verblüffend undramatisch, Kleinod und Kuriosum zugleich, das Tempo langsam, bedächtig fast meditativ, aber unwiderstehlich durch seinen subtilen lakonischen Humor. 
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Film

„Eine Geschichte von Liebe und Finsternis” – Wie der Morgendunst an den Berghängen

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(198 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 03. November 2016 um 10:04 Uhr
Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Grandioses Regiedebüt von Natalie Portman. Über Fania, seine Mutter, hatte Amos Oz fast nie gesprochen, weder mit seinem Vater noch mit seiner Frau, noch mit den Kindern oder einem anderen Menschen. 2002 erschien der mehr als 800 Seiten starke autobiographische Roman „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis”.
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Film

„Mapplethorpe: Look at the Pictures” – Die Rehabilitierung des Obszönen

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(212 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Dienstag, den 01. November 2016 um 09:36 Uhr
Mapplethorpe Look at the Pictures

Ein brillanter, packender Dokumentarfilm über den amerikanischen Fotografen Robert Mapplethorpe: kompromisslos, mutig, einzigartig wie der Künstler selber.
Die Dualität von Schwarz und Weiß bestimmte nicht nur seine ästhetisch virtuos komponierten Arbeiten sondern sein gesamtes Leben. Der Titel bezieht sich auf jene unheilvolle Rede, die Senator Jesse Helms im Sommer 1989 vor dem Kongress hielt: „Schaut Euch die Bilder an”, die hasserfüllten Worte des Republikaners aus North Carolina sind Ausdruck tiefsten Abscheus für die ungewöhnlichen Aktaufnahmen und Homosexualität generell.
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Film

„Gleißendes Glück”. Wenn Gott zum Nebenbuhler wird

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(227 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 20. Oktober 2016 um 08:23 Uhr
Gleißendes Glueck film kritik Trailer

A.L. Kennedys Roman „Gleißendes Glück” erschien 1997. Regisseur Sven Taddicken verwandelt das sarkastische wortgewaltige Beziehungsdrama der schottischen Schriftstellerin in einen seltsam verstörenden Film von grotesk düsterer Schönheit und Poesie.
Ob Selbsterniedrigung, Pornosucht, Sadismus oder religiöser Wahn als Formen tiefster Einsamkeit, „Gleißendes Glück” verschlingt seine Protagonisten gnadenlos. Überragend: Martina Gedeck und Ulrich Tukur.
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Film

„Inferno” – Schnitzeljagd mit Dante Alighieri

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(199 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 13. Oktober 2016 um 12:53 Uhr
Inferno Dan Brown

Auf die Verfilmung des Mystery-Thrillers “Inferno” warten die Fans von Professor Robert Langdon schon seit Jahren ungeduldig. Tom Hanks verkörpert wieder jenen sympathischen, ein wenig spießigen Kunsthistoriker aus Cambridge, der sich wie kein anderer Ermittler auf Ikonografie, die Renaissance und das Dechiffrieren bedrohlich düsterer Botschaften versteht.
Ein Held wider Willen, Spezialgebiet: Verschwörungen. Das leicht verstaubte Franchising mutiert unerwartet zum opulent rasanten Actionfilm für Bildungsbürger. Regie führt Ron Howard, der sich bereits bei Dan Browns Bestsellern „The Da Vinci Code”(2006) und „Illuminati” (2009) bewährte, auch wenn Feuilletonisten meist eher ablehnend reagierten. Die Gesamtauflage des US-amerikanischen Autors soll die 200-Millionen-Grenze inzwischen überschritten haben, was ist das Geheimnis seines Erfolges?
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Film

„American Honey”. Von Liebe, Armut, jugendlicher Rebellion und der Kunst des Betrügens

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(265 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Freitag, den 07. Oktober 2016 um 09:59 Uhr
American Honey Film Trailer

Das trotzige Roadmovie ist schwelgerisch schön und niederschmetternd zugleich. „American Honey” entwickelt einen unwiderstehlichen Drive, vibriert vor Energie. Regisseurin Andrea Arnold präsentiert uns ihr USA-Epos als suggestiven Mix aus iTune-Musical und Cinéma Verité.
Rihannas herzzerreißendes „We found love in a hopeless place” dröhnt aus den Lautsprechern des Discounters. Eben noch hat die 18jährige Star (Sasha Lane) im Müllcontainer zwischen dem Abfall nach Essbarem für die jüngeren Geschwister gewühlt. Jetzt starrt sie wie verzaubert mit ungläubigen Augen auf jenen seltsamen Typen, der mit ihr flirtet, lachend auf den Kassenbereich springt und tanzt, bis ihn die Security-Leute abführen. Er heißt Jake (Shia LaBeouf) und bietet ihr einen Job an.
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Film

„Frantz” – Oder die tiefere Wahrheit der Lüge

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(259 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 29. September 2016 um 08:10 Uhr
Frantz Film Trailer

In seinem elegischen Nachkriegs-Epos inszeniert Regisseur François Ozon die schmerzhafte Verstrickung von Trauer, Träumen, Schuld und Liebe als deutsch-französische Ménage-à-trois. Der Tod trennt nicht, sondern verbindet, die Suche nach Vergebung gerät zur sinnlich-melancholischen Odyssee. Eigentlich aber dreht sich in „Frantz” alles um jene hohe Kunst des Erzählens, wo der Verlauf einer Geschichte vom Zuhörer selbst beeinflusst wird.
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Film

„Snowden” – Patriot oder Verräter?

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(229 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 22. September 2016 um 08:06 Uhr
Snowden Film Trailer

Das Schlachtfeld heißt Cyberspace, und für US-Regisseur Oliver Stone ist sein Protagonist ein Widerstandskämpfer mit Vorbildfunktion. Ziviler Ungehorsam im Zeitalter des Internets. Zum Erstaunen aller hat der dreifache Oscar-Preisträger dieses Mal auf ein Maximum nüchterner Authentizität gesetzt. Die Polemik überlässt er den politischen Gegnern, zu viel steht auf dem Spiel: unsere Zukunft, die Freiheit schlechthin.
In seinem fesselnden Dokudrama über die NSA-Affäre schildert der 70jährige engagierte Filmemacher, wie aus dem konservativen eher schüchternen CIA-Agenten Edward Joseph Snowden jener spektakuläre Whistleblower wurde. Grandios: Schauspieler Joseph Gordon-Levitt, er gibt der Figur des Rebellen wider Willen eine seltsam spröde und doch magnetische Ausstrahlung.
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Film

„Alice und das Meer” – oder das Ende der Treue

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(349 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Montag, den 12. September 2016 um 08:11 Uhr
Alice und das Meer Trailer

Lucie Borleteau inszeniert die Odyssee ihrer Protagonistin ästhetisch virtuos als Chronik einer ungewöhnlichen Dreiecksbeziehung: sinnlich, melancholisch, durchdrungen von einer unglaublichen Sehnsucht nach Freiheit und manchmal erbarmungslos sachlich wie ein Dokumentarfilm.   
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Film

„Mahana – Eine Maori-Saga”. Zwischen Tradition und Tyrannei

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(323 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Mittwoch, den 31. August 2016 um 09:23 Uhr
Mahana Eine Maori-Saga Film Trailer

Zum ersten Mal nach mehr als 20 Jahren drehte Lee Tamahori wieder in Neuseeland. „Die letzte Kriegerin” hatte ihn 1994 berühmt gemacht. Seit dem arbeitete der Regisseur nur noch im Ausland, avancierte mit Filmen wie „James Bond 007. Die Another Day” zum Thriller-Experten.
„Mahana” aber ist eine Hommage an die Heimat: Das vielschichtige packende Melodram erzählt von dem 14jährigen Simeon, der gegen den allmächtigen Großvater rebelliert. Tamahori überrascht durch einen ungewöhnlichen, verführerischen leicht nostalgischen Mix von Stilen und Einflüssen. Es fühlt sich an wie ein klassischer Western, hat etwas wundervoll Altmodisches und erinnert an die legendären Leinwand-Epen der fünfziger Jahre wie Elia Kazans „Jenseits von Eden”. Doch wenn die Kulturen aufeinanderprallen, entsteht eine ganz eigene unverwechselbare, hochemotionale Bildsprache.
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Film

„Captain Fantastic”. Wie widerstandsfähig sind soziale Utopien?

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(283 Bewertungen - Wie es Euch gefällt!)
Geschrieben von Anna Grillet  -  Donnerstag, den 18. August 2016 um 09:02 Uhr
Captain Fantastic Film Trailer

Systemkritik als hinreißendes Roadmovie: Klug, komisch, anrührend, provokant und manchmal sehr traurig.
Viggo Mortensen ist “Captain Fantastic”. Der Vater von sechs Kindern hat tief in den Wäldern des Pazifischen Nordwestens für seine Familie ein kleines autarkes Aussteiger-Paradies geschaffen. Hingebungsvoll widmet Ben Cash sich der Erziehung seiner Sprösslinge. Auf dem Lehrplan stehen nicht nur Dostojewski, Survival Training, Fremdsprachen, Theoretische Physik, Karl Marx und Martial Arts, sondern auch das Erlegen eines Hirsches mit dem Messer. Der Feind ist das Großkapital, die Zivilisation fern und spät Abends am Lagerfeuer wird zusammen Musik gemacht, ausgelassen getanzt. Die Kids bewundern und lieben ihren Dad und manchmal rebellieren sie, das hat ihnen der bärtige Weltverbesserer so beigebracht. Einzige Bedingung, der Standpunkt muss überzeugend dargelegt werden. Bei den Cashs sind christliche Religionen verpönt, sie feiern nicht Weihnachten, aber am 7. Dezember den Geburtstag von Noam Chomsky.
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